28.03.2026, 16:26
Sagen wir es so: Man muss den Konflikt aus zwei verschiedenen Warten betrachten:
1. Rein militärisch betrachtet hat der Iran verloren. Und er ist auch nicht in der Lage, den Krieg in irgendeiner Art und Weise militärisch zu gewinnen oder zu entscheiden. Seine Luftwaffe, seine Marine etc. sind vernichtet. Sein Raketenarsenal ist auf geschätzt 30% des Vorkriegsbestandes zusammengebombt worden. Zu größeren Aktionen ist er nicht mehr befähigt.
2. Psychologisch betrachtet hat der Iran den Krieg jedoch nicht verloren. Überspitzt gesagt: Um den Krieg zu "gewinnen", darf er ihn nur nicht verlieren, d. h. das Regime muss den Konflikt überleben. Bedeutet also, dass man sich eigentlich nur einigeln und abwarten muss, bis die Gegenseite die Lust am Bombardieren verliert oder entnervt aufgibt.
Und vor allem Punkt 2 sehe ich durchaus als eine realistische Option an, denn auch wenn die persischen Verluste hoch sind und das Arsenal enorm dezimiert ist, so ist dem Regime ein "Aussitzen" des Krieges nach meiner Einschätzung durchaus möglich - verkriecht man sich eben für mehrere Monate in Bunkern, lässt den Bombenhagel über sich ergehen und stichelt ab und an ein wenig bei Hormuz herum, um den Preis hochzutreiben. Und das wiederum wäre eben psychologisch ein GAU, denn wenn das Teheraner Regime den Krieg übersteht, und nach einem Sturz sieht es aktuell nicht aus, wird es nach einer (bspw.) Waffenruhe alsbald so gesehen werden, dass das Mullah-Regime den Zusammenprall mit der mächtigsten Militärmacht der Welt zwar etwas demoliert, aber dennoch überstanden hat - was propagandistisch als ein Sieg verkauft werden könnte.
Und auch wenn auf amerikanisch-israelischer Seite noch genügend Bomben zur Verfügung stehen, um noch zwei Monate weiter anzugreifen, so wird alleine mit der Luftkampagne kein regime change geschehen, wenn denn nicht im Iran selbst es zu internen Machtkämpfen kommt. Danach sieht es derzeit eher nicht aus.
Hinzu kommt, dass die alliierten Planungen unzulänglich wirken und man vermutlich tatsächlich angenommen hat, dass man die Sache schnell über die Bühne bringen könnte. Das erklärt auch, dass man mit nur ca. 40.000 Mann in der Golfregion im Vorfeld präsent war und man mit nur etwa 250 Flugzeugen auf US-Seite (und nochmals genauso vielen bei den Israelis) versucht hat, eine Operation durchzuziehen gegen einen Gegner, der zahlenmäßig und flächenmäßig deutlich stärker bzw. größer ist als der Irak, wo man 2003 z. B. mehr als 180.000 Mann und 1.600 Maschinen aufgeboten hatte.
Kurzum: Man hat mit einem schnellen Erfolg gerechnet; man tritt die Türe ein, schaltet die Führung aus und dann wird das Regime schon zusammenbrechen - so vermutlich der Hintergedanke. Das reicht aber nicht, wie man aktuell leicht überrascht bemerkt. Dass man nun Marines aus Asien heranholt, zeigt auch, dass eine gewisse Verfahrenheit vorliegt und man nach alternativen Plänen sucht, was man machen könnte, um das Regime doch noch ins Wanken zu bringen.
Fazit: Rein militärisch sind die Iraner zwar geschlagen - aber das Regime selbst muss nur überleben, um später psychologisch gesehen der Gewinner sein zu können. Um das zu verhindern, bliebe nur die Eskalation - eben der Angriff auf die Energieinfrastruktur und die Wasserversorgung. Dieses wäre aber dann tatsächlich rein rechtlich gesehen nicht mehr vertretbar.
Schneemann
1. Rein militärisch betrachtet hat der Iran verloren. Und er ist auch nicht in der Lage, den Krieg in irgendeiner Art und Weise militärisch zu gewinnen oder zu entscheiden. Seine Luftwaffe, seine Marine etc. sind vernichtet. Sein Raketenarsenal ist auf geschätzt 30% des Vorkriegsbestandes zusammengebombt worden. Zu größeren Aktionen ist er nicht mehr befähigt.
2. Psychologisch betrachtet hat der Iran den Krieg jedoch nicht verloren. Überspitzt gesagt: Um den Krieg zu "gewinnen", darf er ihn nur nicht verlieren, d. h. das Regime muss den Konflikt überleben. Bedeutet also, dass man sich eigentlich nur einigeln und abwarten muss, bis die Gegenseite die Lust am Bombardieren verliert oder entnervt aufgibt.
Und vor allem Punkt 2 sehe ich durchaus als eine realistische Option an, denn auch wenn die persischen Verluste hoch sind und das Arsenal enorm dezimiert ist, so ist dem Regime ein "Aussitzen" des Krieges nach meiner Einschätzung durchaus möglich - verkriecht man sich eben für mehrere Monate in Bunkern, lässt den Bombenhagel über sich ergehen und stichelt ab und an ein wenig bei Hormuz herum, um den Preis hochzutreiben. Und das wiederum wäre eben psychologisch ein GAU, denn wenn das Teheraner Regime den Krieg übersteht, und nach einem Sturz sieht es aktuell nicht aus, wird es nach einer (bspw.) Waffenruhe alsbald so gesehen werden, dass das Mullah-Regime den Zusammenprall mit der mächtigsten Militärmacht der Welt zwar etwas demoliert, aber dennoch überstanden hat - was propagandistisch als ein Sieg verkauft werden könnte.
Und auch wenn auf amerikanisch-israelischer Seite noch genügend Bomben zur Verfügung stehen, um noch zwei Monate weiter anzugreifen, so wird alleine mit der Luftkampagne kein regime change geschehen, wenn denn nicht im Iran selbst es zu internen Machtkämpfen kommt. Danach sieht es derzeit eher nicht aus.
Hinzu kommt, dass die alliierten Planungen unzulänglich wirken und man vermutlich tatsächlich angenommen hat, dass man die Sache schnell über die Bühne bringen könnte. Das erklärt auch, dass man mit nur ca. 40.000 Mann in der Golfregion im Vorfeld präsent war und man mit nur etwa 250 Flugzeugen auf US-Seite (und nochmals genauso vielen bei den Israelis) versucht hat, eine Operation durchzuziehen gegen einen Gegner, der zahlenmäßig und flächenmäßig deutlich stärker bzw. größer ist als der Irak, wo man 2003 z. B. mehr als 180.000 Mann und 1.600 Maschinen aufgeboten hatte.
Kurzum: Man hat mit einem schnellen Erfolg gerechnet; man tritt die Türe ein, schaltet die Führung aus und dann wird das Regime schon zusammenbrechen - so vermutlich der Hintergedanke. Das reicht aber nicht, wie man aktuell leicht überrascht bemerkt. Dass man nun Marines aus Asien heranholt, zeigt auch, dass eine gewisse Verfahrenheit vorliegt und man nach alternativen Plänen sucht, was man machen könnte, um das Regime doch noch ins Wanken zu bringen.
Fazit: Rein militärisch sind die Iraner zwar geschlagen - aber das Regime selbst muss nur überleben, um später psychologisch gesehen der Gewinner sein zu können. Um das zu verhindern, bliebe nur die Eskalation - eben der Angriff auf die Energieinfrastruktur und die Wasserversorgung. Dieses wäre aber dann tatsächlich rein rechtlich gesehen nicht mehr vertretbar.
Schneemann
