Sicherung des Seeverkehrs im Nahen und Mittleren Osten
#66
Das hattest Du bereits am 21. März gemeldet - und die indische Marine ist schon seit Jahren im Golf aktiv, deren "Escort" läuft vermutlich längst über etablierte Kanäle in Abstimmung mit dem Iran.
Und nach China ist Indien der größte Abnehmer der Öl-Transporte.

Wobei aus dem Iran nur knapp 10 % der Ölmengen kommen, die "normalerweise" die Straße von Hormus passieren.

Über ein Drittel - mehr als 6 Mio. Barrel täglich - des Volumens stammt originäre aus Saudi Arabien. Und die (doppelte) saudische Ost-West-Pipeline vom Golf ins Rote Meer hat aktuell eine Kapazität von fünf Millionen Barrel pro Tag. Saudi-Arabien ist also von der Sperre der Straße noch am Wenigsten betroffen.
Die Betroffenen sind die anderen Golf-Anrainer - von Irak bis zu den VAE.

Mich interessiert perspektivisch etwas weiteres:
Wie kann man langfristig einen Bypass um diese Meerenge legen?

Ich höre immer wieder von Plänen, die Straße vom Hormus durch eine Bahnlinie zu umgehen: die sogenannte "Gulf-Railway" oder GCC, die von Muskat (Oman) bis Kuwait führen soll.
Dazu auch:
Zitat:Ein gemeinsames Eisenbahnnetz für die sechs Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrats (GCC) – Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Oman, Kuwait, Katar und Bahrain – nimmt zunehmend konkrete Formen an. Die geplante, rund 2.117 Kilometer lange Schienenverbindung soll den Personen- und Güterverkehr in der Region beschleunigen, diversifizieren und nachhaltiger gestalten. Obwohl die Idee bereits seit 2009 existiert, hat die Umsetzung erst ab 2022 spürbare Fortschritte gemacht. Die offizielle Zielmarke für die Fertigstellung liegt derzeit bei Ende 2030.
Sowie hier:
Zitat:Die Staaten des Golfkooperationsrats (GCC) haben sich zum Aufbau eines umfassenden Eisenbahnnetzes verpflichtet. Die Gulf Railway, auch GCC Railways genannt, soll Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate auf einer Gesamtlänge von mehr als 2.100 Kilometern verbinden.
[Bild: https://axotrack.de/wp-content/uploads/2...ailway.jpg]
Über Saudi-Arabien wären Verbindungen bis an das Rote Meer (Dschidda) und nach Jordanien möglich.

Die alte Hedschas-Bahn würde dann sogar eine Weiterführung bis Syrien und an das Mittelmeer erlauben.

Und ich denke auch an eine Verlängerung über den Irak an das Mittelmeer (Syrien, Türkei - Bagdad-Bahn).
Damit würden alle Staaten, die von der Sperre der Meerenge von Hormuz betroffen sind, an einem Bypass angeschlossen.

Eine solche Bahntrasse wäre auch für den Container-Verkehr in beiden Richtungen interessant. Weil beide Meerengen - die Straße von Hormuz und Bab el Mandeb - umfahren werden könnten.
Und wenn sich Israel und Syrien endlich einmal befriedet in der Region einfügen, wäre sogar eine Anbindung an das Mittelmeer unter Umgehung des anfälligen Suez-Kanals möglich.

Ich halte das für ein Projekt, in dem die Interessen der Anrainer des Mittleren Ostens, der EU und sogar Indiens und Chinas gebündelt werden können.

Bei der geplanten Fertigstellung der Bahnlinie in 2030 - also in vier Jahren - markiert der jetzige Zeitpunkt das auslaufende Zeitfenster, um
a) für Saudi Arabien, die US-Ölkonzerne und Russland die Ölpreise noch in die Höhe zu treiben und
b) für den Iran, folgenreich Anspruch auf die Kontrolle der Straße von Hormus zu erheben.
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RE: Sicherung des Seeverkehrs im Nahen und Mittleren Osten - von Kongo Erich - 28.03.2026, 14:49

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