27.03.2026, 15:30
(27.03.2026, 14:48)Kongo Erich schrieb: ich weiß nicht ob solche "Inside"-Jubel-PR Artikel wirklich objektiv sind. Neutral sind sie sicher nicht, erst recht nicht in Kriegszeiten.Welche Aspekte des Artikels würdest du denn Unter Jubel-PR verbuchen wollen? Erläutere doch mal.
Zitat: Masala gilt als Experte für bewaffnete Konflikte.Sicherlich. Er hat allerdings auch ein TDS Problem und ist mir zu sehr in zu Deutschen Denkschulen gefangen.
Es gibt diesseits eines Sturzes des Regimes grundsätzlich zwei Wege, diesen Konflikt zu beenden. Entweder das iranische Regime lässt sich auf einen Deal ein, oder man zerschlägt die Infrastruktur, sodass die Staatlichkeit nicht mehr aufrechterhalten werden kann und militärisches Handeln zum Erliegen kommt.
Wobei das in der Form von mir falsch formuliert ist. Es ist kein Entweder-oder, sondern eine graduelle Eskalation, an deren Endpunkt die Vernichtung des Irans steht, wobei sich das Regime jedoch an jedem Punkt des Geschehens mit einem (zunehmend mutmaßlich ungünstigeren) Deal aus der Affäre ziehen kann.
Womöglich ist es so (Trump erzählt etwas anderes und der Rest der Welt glaubt den wechselnden Orakeln einiger US-Gazetten), dass das bisherige Level an angewendeter militärischer Gewalt ausreicht, um die Iraner zum Einlenken zu bewegen. Mithin tut sich nicht viel, Trump hat sich verrannt, ging in die Falle, sitzt in der Sackgasse etc. Das kann man der persönlichen Weltsicht entsprechend umschreiben, wie man möchte, aber der Punkt ist, dass Trump ohne Weiteres jederzeit weiter eskalieren kann und auch für die Mullahs der Moment kommen müsste, an dem sie auf die Stopptaste drücken.
Schließlich verhält es sich so, dass lange vor der maximalen Eskalation und der physischen Zerstörung der Lebensgrundlagen im Iran Punkte kommen, ab denen die entstehenden Schäden in ihren Auswirkungen auf das Leben im Iran so enorm sind, dass das Regime damit rechnen muss, diese Folgen nicht überstehen zu können - erst recht nicht in einer Form, die es ihnen ermöglicht, ihren Kampf und ihr eigentliches Ziel der gewaltsamen Herbeiführung der Wiederkunft des Mahdi erreichen zu können.
Trumps Problem oder meinetwegen auch Fehlkalkulation ist, dass er den Fanatismus (und die fehlende strategische Weitsicht) der Mullahs unterschätzt hat und davon ausging, dass die stattgefundenen Angriffe ausreichen, um die Iraner zum Einlenken zu bewegen. Das ist nicht der Fall, und entsprechend droht er jetzt auch immer wieder mit den skizzierten Eskalationen. Der Iran wiederum meint (wie vor dem Krieg), auf Zeit spielen zu können, und wird sich (auch wenn er medial etwas anderes präsentiert) genau so weit auf Trump zubewegen, wie man meint, dass es nötig sei, um eine Eskalation ausbleiben zu lassen. Fraglich, ob das so funktioniert – Trumps Geduldsfaden ist schließlich nicht der längste.
