Vor 1 Stunde
alphall31 schrieb:Da musste GB im Falklandkrieg auch durch und es war halt ein Krieg .Mit dem Unterschied, dass mit den Falklands eigenes Staatsterritorium angegriffen und verteidigt wurde. Durch die 1970er hatten sich die Falkländer erfolgreich gegen mehrere staatlich angestoßene Übergaben gewehrt und konnten sich dabei großer medialer Berichterstattung und gesellschaftlicher Unterstützung erfreuen. Die sahen sich als Briten und britische Gesellschaft sah sie ebenfalls als Briten, entsprechend groß war die Unterstützung für die Verteidigung dieser. Hinzu kam die Stilisierung des Konflikts als wiederaufleben von Old Blighty, ein Beweis, dass das Britische Empire noch jemand war und weltweit agieren konnte. Und selbst mit all diesen Faktoren, hat der Verlust von gleich 4x Zerstörern/Fregatten ganz schöne Wellen geschlagen.
Wir hingegen würden im Kriegsfall kein deutsches Territorium verteidigen, keine deutschen Bürger, jedenfalls nicht direkt. Bundeswehrsoldaten würden getötet werden, nicht bei der Verteidigung von Deutschen, sondern bei der Verteidigung von Litauern, Esten, Finnen, Norwegern. Es hat sich immer gezeigt, dass Gesellschaften in Zeiten des Krieges zu Isolationismus neigen, spätestens wenn die Auswirkungen davon sichtbar werden. Ich würde behaupten, dass dem Großteil der deutschen Bevölkerung bewusst ist, wie die NATO funktioniert. Aber genauso wie sich viele gefragt haben, ob die Freiheit des deutschen Volkes am Hindukush verteidigt werden muss, werden sich viele irgendwann fragen, ob die Freiheit des deutschen Volkes in Estland verteidigt werden muss, sobald tausende Soldaten in Leichensäcken nach Hause kommen.
Was Schiffe in diesem Kontext allerdings hervorhebt, ist ihre Symbolkraft. Gefallene lassen sich recht schwer visuell darstellen, abgeschossene Flugzeuge ebenso. Eine ausgebrannte Fregatte hingegen erzeugt Bilder, die man auf Jahrzehnte nicht mehr los wird. Die sinkende Belgrano mit ihren orangenen Rettungsinseln, die Explosion auf HMS Antelope hell gegen den schwarzen Hintergrund, die Moskva mit ihren gekreuzten Feuerpumpen, nun dien IRIS Dena wie sie zwei Teile gesprengt wird. Symbolkraft. Extrem nachteilige Symbolkraft wenn es die falsche Fregatte trifft.
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Broensen schrieb:Wo soll die überhaupt von uns gebraucht werden? FK-Abwehr ist klar, aber das machen nicht die Trägerflugzeuge. Drohnenabwehr ist kein Szenario, das einen Träger rechtfertigen könnte. Und gegen feindliche Luftwaffen (wen?) treten wir nicht seegestützt an. Das käme maximal im Nordmeer in Frage und selbst da haben wir landgestützte Optionen. Das wäre für mich eine Indopazifik-Fähigkeit, die wir so nicht brauchen.Bis auf eine AWACS-Befähigung sehe ich da auch nicht wirklich etwas, was dieses Aufgabenprofil relevant hält. Auch im Indo-Pazifik ist die Chance auf einen chinesischen Trägerverband zu treffen recht gering und selbst wenn, wäre das ein gegenseitiger Austausch auf stand-off range. Wofür dann CCA natürlich wiederum praktisch wären, da diese die eigene Wirkfähigkeit gegen Seeziele natürlich (vor allem geographisch) erweitern würden. Aber einen richtigen Luftkampf halte ich ebenfalls für unrealistisch.
Zitat:Das versteh' ich nicht. Ob diese Hunderte Posten nun bei der Marine oder der Luftwaffe aufgebaut werden müssen, macht doch nicht den Unterschied. Die Bedingungen sind die gleichen und deshalb ist es auch gleich schwer, Leute dafür zu gewinnen. Die Frage ist eher, welchen Rattenschwanz man noch mit aufbauen muss.MEn doch. Denn im Gegensatz zur Luftwaffe wird die Marine selber über keinen CCA-Arm verfügen. Zum einen weil es logistisch gesehen Humbug wäre und zum anderen, weil wir dann wieder Personal manifestieren müssten sofern man dafür nicht wieder auf Luftwaffenpersonal zugreifen möchte.
Anders gesagt halte ich eine solche Kapazität nur dann für realistisch, wenn man Elemente der Luftwaffe dafür zweckentfremdet. An dem dann der von die angesprochene Rattenschwanz hängt, denn der Übungs- und Ausrüstungsaufwand wäre natürlich groß.
Zitat:Trotzdem wird man im Kontext der DM natürlich eher auf eine Mehrzwecklösung kommen, da wir zu viele Wünsche für zu wenig Rümpfe haben.Darauf wollte ich hinaus.
Zitat:Das wäre halt ein teurer IKM-Spezialist, wobei man theoretisch auch ein wahlweises ASW-Setup andenken könnte. Das hängt aber auch sehr von den konkret auf dem Schiff einzusetzenden Systemen ab.Soweit ich weiß war diese „Art“ Schiff (wenn man es denn Art nennen möchte) als Flottillenführer gedacht, die Command & Control, den luftseitigen Abwehrschirm sowie eben reichlich Helikopter zur Verfügung stellen sollten. In den 60/70ern war ja bei weitem nicht jede Fregatte mit eigenem BHS ausgestattet.
Ich würde aber behaupten, dass das im ASW ein wenig das schlechteste von beiden Welten kombiniert. Wirklich mehr BHS als die 2x üblichen braucht es dazu eigentlich nicht. Dank gewisser ASW-Befähigung von modernen UAV noch weniger. Gleichzeitig passen auch nicht so viele BHS in diese Einheiten, dass man bspw eine 24h AWACS coverage gewährleisten könnte und ich denke mal, wartungstechnisch werden sie eher dürftig ausgestattet gewesen sein.
Im Zweifel macht man es wie die Italiener und tackert einfach irgendwo ein VLS dran. MFR aufs Dach, 76mm irgendwo wos hinpasst, SeaSnake/Lionfish/Dardo irgendwo wos hinpasst und die Einheit kann auch im IKM als Einzelfahrer operieren.
Zitat:Weil dort ein Teil der erforderlichen AAW-Layer landgestützt zur Verfügung stehen können. Aber halt auch nur ein Teil.Kommt so ein wenig von den vorherigen Diskussionen zu der Thematik. Es will nicht in meinen Kopf warum im Nordmeer schwere Verbandsflugabwehr Konsens ist während man in der Ostsee mit der ESSM zufrieden ist. So als würde mit einem kleineren Operationsgebiet auch die Bedrohungslage kleiner werden.
