25.03.2026, 11:47
Diese Diskussion artet zunehmend in Zukunftsspekulationen aus. Wir werden uns weder über den aktuellen Stand noch über die künftigen Ereignisse einigen.
Ich möchte jetzt aber nicht auf das gängige "time will tell" ausweichen, sondern den aktuellen Stand weiter beleuchten. Danach verhandelt Trump (nach seiner Aussage) mir irgendjemand (vielleicht russischen Vermittlern?) im Iran, aber nicht mit den dortigen Machthabern (nach deren Aussage).
Und Donald hat wohl einen 15-Punkte-Plan vorlegen lassen, der von Seite des Iran mit eigenen Maximalforderungen gekontert und ansonsten hohnlachend zurück gewiesen wird.
Alleine vom Verhalten sieht man schon, wer sich mehr auf der Siegerstraße wähnt. Wobei zentrale Punkte des US-Planes wohl erst durch den Krieg entstanden sind.
Aber gehen wir doch diesen 15-Punkte-Plan einmal inhaltlich durch. Wesentlich sind diversen Veröffentlichungen zufolge
1. Verzicht auf Atomwaffen
2. Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms,
3. Stopp der Urananreicherung
4. Abgabe der iranischen Bestände an angereichertem Uran
5. Stopp der Herstellung ballistischer Raketen
6. ]Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
Nun möchte ich dazu anmerken:
zu 1. und damit dem für die Angreifer wohl wichtigsten Punkt:
Das hat der Iran schon bisher immer zugesagt. Es wäre eine Wiederholung bisheriger Erklärungen, die geglaubt werden können - oder auch nicht.
zu 2.
Was ist "wichtig"?
zu 3.
Die zivile Nutzung einschließlich der Urananreicherung steht dem Iran wie jedem anderen Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages zu. Man wird vermutlich über eine Beschränkung bzw. Reduzierung der Anreicherung sprechen können - aber ein völliger Verzicht ist illusorisch.
zu 4.
Das hatte der Iran bereits bei den Verhandlungen im Oman und vor dem Überfall zugesagt
zu 5.
Wieso soll der Iran sein Weltraum- und Satellitenprogram aufgeben? Das ist allen anderen Staaten auch erlaubt ... ach so, es geht nur um die in der Reichweite reduzierten "ballistischen Raketen", die mit diversen Sprengköpfen bestückt werden könnten.
Gilt das dann auch für die Gegenseite? Schließlich ist es der Iran, der überfallen wurde. Und der Iran steht seit Jahrzehnten in den Zielkoordinaten der US-Atomraketen.
zu 6.
Wenn ich den Iran richtig verstanden habe, ist die Straße doch für Schiffe aller der Staaten passierbar und geöffnet, die sich nicht in einem aktuellen Schlagabtausch mit dem Iran befinden.
Dass der Iran hierzu eine Route vorgibt, die ihm eine stärkere Kontrolle der Passagen ermöglicht - legitim und auch nicht gefordert.
Und dass der Iran möglicherweise sogar (wie beim Suezkanal) Transitgebühren erhebt, weil er ja auch Kosten für die Freihaltung und Sicherung dieser Passage hat - geschenkt.
Das waren die wohl wichtigsten sechs von fünfzehn Punkten oder Maximalforderungen der USA ...
Was war jetzt noch?
Ach ja - welche Alternativen hat Donald denn überhaupt?
So wie bisher weiter zu machen bringt nichts, ausser zunehmendem Verlusten an Zustimmungswerten für Donald.
Donald könnte eskalieren - damit droht er mit den Marines, das ist aber auch ein großes Risiko ... die Logistik für eine Eroberung Khargs etwa, aufrecht zu erhalten, Verwundete zurück zu bringen und und und ...
Donald könnte erklären, dass er seine Ziele erreicht hat - eine weitere Lüge, die ihm ohnehin niemand mehr abnehmen dürfte, vor allem, wenn der Iran weiter die Straße von Hormus beherrscht und US-Stützpunkte in der Region unter Feuer nimmt.
es ansonsten noch einschlafen lassen, ein "Erschöpfungssiechtum" sozusagen, vielleicht sogar nach dem ostasiatischen Muster: an geraden Tagen schießt die eine Seite, an ungeraden Tagen dann die andere ...
Ich möchte jetzt aber nicht auf das gängige "time will tell" ausweichen, sondern den aktuellen Stand weiter beleuchten. Danach verhandelt Trump (nach seiner Aussage) mir irgendjemand (vielleicht russischen Vermittlern?) im Iran, aber nicht mit den dortigen Machthabern (nach deren Aussage).
Und Donald hat wohl einen 15-Punkte-Plan vorlegen lassen, der von Seite des Iran mit eigenen Maximalforderungen gekontert und ansonsten hohnlachend zurück gewiesen wird.
Alleine vom Verhalten sieht man schon, wer sich mehr auf der Siegerstraße wähnt. Wobei zentrale Punkte des US-Planes wohl erst durch den Krieg entstanden sind.
Aber gehen wir doch diesen 15-Punkte-Plan einmal inhaltlich durch. Wesentlich sind diversen Veröffentlichungen zufolge
1. Verzicht auf Atomwaffen
2. Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms,
3. Stopp der Urananreicherung
4. Abgabe der iranischen Bestände an angereichertem Uran
5. Stopp der Herstellung ballistischer Raketen
6. ]Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
Nun möchte ich dazu anmerken:
zu 1. und damit dem für die Angreifer wohl wichtigsten Punkt:
Das hat der Iran schon bisher immer zugesagt. Es wäre eine Wiederholung bisheriger Erklärungen, die geglaubt werden können - oder auch nicht.
zu 2.
Was ist "wichtig"?
zu 3.
Die zivile Nutzung einschließlich der Urananreicherung steht dem Iran wie jedem anderen Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages zu. Man wird vermutlich über eine Beschränkung bzw. Reduzierung der Anreicherung sprechen können - aber ein völliger Verzicht ist illusorisch.
zu 4.
Das hatte der Iran bereits bei den Verhandlungen im Oman und vor dem Überfall zugesagt
zu 5.
Wieso soll der Iran sein Weltraum- und Satellitenprogram aufgeben? Das ist allen anderen Staaten auch erlaubt ... ach so, es geht nur um die in der Reichweite reduzierten "ballistischen Raketen", die mit diversen Sprengköpfen bestückt werden könnten.
Gilt das dann auch für die Gegenseite? Schließlich ist es der Iran, der überfallen wurde. Und der Iran steht seit Jahrzehnten in den Zielkoordinaten der US-Atomraketen.
zu 6.
Wenn ich den Iran richtig verstanden habe, ist die Straße doch für Schiffe aller der Staaten passierbar und geöffnet, die sich nicht in einem aktuellen Schlagabtausch mit dem Iran befinden.
Dass der Iran hierzu eine Route vorgibt, die ihm eine stärkere Kontrolle der Passagen ermöglicht - legitim und auch nicht gefordert.
Und dass der Iran möglicherweise sogar (wie beim Suezkanal) Transitgebühren erhebt, weil er ja auch Kosten für die Freihaltung und Sicherung dieser Passage hat - geschenkt.
Das waren die wohl wichtigsten sechs von fünfzehn Punkten oder Maximalforderungen der USA ...
Was war jetzt noch?
Ach ja - welche Alternativen hat Donald denn überhaupt?
So wie bisher weiter zu machen bringt nichts, ausser zunehmendem Verlusten an Zustimmungswerten für Donald.
Donald könnte eskalieren - damit droht er mit den Marines, das ist aber auch ein großes Risiko ... die Logistik für eine Eroberung Khargs etwa, aufrecht zu erhalten, Verwundete zurück zu bringen und und und ...
Donald könnte erklären, dass er seine Ziele erreicht hat - eine weitere Lüge, die ihm ohnehin niemand mehr abnehmen dürfte, vor allem, wenn der Iran weiter die Straße von Hormus beherrscht und US-Stützpunkte in der Region unter Feuer nimmt.
es ansonsten noch einschlafen lassen, ein "Erschöpfungssiechtum" sozusagen, vielleicht sogar nach dem ostasiatischen Muster: an geraden Tagen schießt die eine Seite, an ungeraden Tagen dann die andere ...
(25.03.2026, 07:22)Quintus Fabius schrieb: ...Ich habe den Eindruck, dass sowohl Israel wie die USA unterschiedliche Kriegsziele kommunizieren und sich daher offenbar untereinander uneins sind. Ich zitiere dazu einfach mal die auf wirtschaftspolitische Themen fokussierte WiW0:
Die Zielsetzung der Israelis ist im weiteren keineswegs primär der Regime-Change, dafür sind die Israelis immer viel zu beschränkt und viel zu sehr im Tagesgeschäft. Sondern das primäre und oberste Ziel war und ist die maximal mögliche Reduzierung der strategischen Wirkmöglichkeiten des Iran durch: möglichst weitgehende Zerstörung des Atomprogramms, möglichst weitgehende Zerstörung des strategischen Raketenprogramms, möglichst weitgehende Zerstörung der Proxies.
Alle drei Kriegsziele wurden bereits erreicht. Die iranische Bedrohung wurde massivst reduziert. Der Iran beim Ausbau und weiteren Aufbau dieser strategischen Bedrohung immens geschwächt....
Zitat:Seit Kriegsbeginn hat Trump gemischte Signale bezüglich der Ziele der Angriffe auf den Iran gesendet. Er hat davon gesprochen, das Raketenprogramm des Irans zu zerstören oder einzuschränken, und die Fähigkeit Teherans einzudämmen, Nachbarländer zu bedrohen. Ein wesentlich schwierigeres Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Iran niemals eine Atomwaffe bauen kann. Trump besteht darauf, dass das Teil eines Abkommens wäre. Für Trump hat auch Priorität, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Über diesen Seeweg werden Öllieferungen transportiert. Der Iran hat die Straße praktisch unnutzbar gemacht.solange darüber nicht Klarheit herrscht, stochern wir bezüglich der Frage, ob die Kriegsziele erreicht wurden, immer nur im Nebel herum
Der US-Präsident dringt inzwischen nicht mehr auf einen Zerfall der Islamischen Republik. Für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ist es hingegen weiter ein Ziel des Kriegs, den Iranern beim Sturz ihrer theokratischen Regierung zu helfen.
