24.03.2026, 20:17
(24.03.2026, 14:47)Nightwatch schrieb: Ich hätte gerne ein Argument? Oder eine Erklärung was an meiner Position krude ist.Du gehst von einem klassischen symmetrischen Konflikt aus. Das ist es nicht. Der Iran war und ist in einem solchen Konflikt der schieren Übermacht (qualitativ und quantitativ) der USA und Israels von vorneherein nicht gewachsen.
Meine Aussage war (ich gehe mal davon aus das du dich an diesen Punkt hinhängst): Der Iran ist militärisch erledigt. Deine Antwort war (übertragen): Nö, die schießen schließlich noch!
Wie hier schon mehrfach und nicht nur von mir erläutert ist das iranische Regime in einer militärisch hoffnungslosen Lage. Es mag ja sein, dass dieser Umstand medial nicht rezipiert wird, aber das Land ist seit Tag 1 des Krieges israelischen und amerikanischen Angriffen schutzlos ausgeliefert. Die USA und Israel sind seit drei Wochen dabei alle relevanten Ziele im Land zu zerstören, sämtliche Ziellisten werden systematisch und gründlich abgearbeitet.
Daran ändert der Umstand, dass der Iran weiterhin Raketen starten kann nichts. Diesen Umstand als Gegenargument anzuführen ist in etwa so sinnig, wie die das Wirken der Alliierten Luftflotten über dem Reich mit V2 Angriffen auf London negieren zu wollen. Mag ja sein das dort alles in Trümmern versinkt, aber die beschießen immerhin noch London! Das verkennt die tatsächliche militärische Lage und ist einfach unterkomplexes Denken.
Das wussten und wissen auch die Verantwortlichen im Iran.
Sie haben daher von Vorneherein auf einen asymmetrischen Konflikt gesetzt. Da kann der Himmel über dem Iran noch so sehr von feindlichen Flugzeugen "beherrscht" werden. Lass die ihr Pulver verschießen (nicht nur wortwörtlich, sondern auch von den Kosten her, wie ich schon mehrfach angesprochen hatte).
Daher gibt es auch keine angreifbare zentrale Befehlsstruktur, sondern eine Vielzahl von Verteidigungszellen.
Die iranischen Verteidiger sitzen in tausenden von gut geschützten Stellungen, in Bunkern und Verstecken und anderen geschlossenen Räumen wie Höhlen - und warten ... auf was?
Darauf, dass sich US-Bodentruppen (wie in Vietnam) in die Falle begeben, und einen Bodenkrieg anfangen.
Mit reiner Luftherrschaft lässt sich ein asymmetrischer Krieg in einem Land wie dem Iran nicht gewinnen. Da hilft es auch nichts, ein paar Aufstände anzuzetteln.
Und die Gefahr geht für die Angreifer jetzt nicht von einer Handvoll Raketen aus, die mit Streubomben oder welcher Beladung auch immer bis zu 4.000 km weit reichen. Im direkten Konflikt sind das hunderte und tausende von Drohnen, mit denen die Luftabwehr der Angreifer übersättigt wird. Immer wieder und wieder und wieder - und so intensiv lassen sich die gefährdeten Objekte gar nicht schützen (zumal die Abwehrraketen ein Vielfaches der angreifenden Drohne kosten).
Diese Gefahr lässt sich nur mit Bodentruppen begrenzen - die einen breiten Küstenstreifen zwischen dem Irak und dem indischen Ozean besetzen müssten. Und diese Bodentruppen wären - wie damals in Vietnam - ein immerwährender Schlag ins Leere. Denn die Revolutionsgarden lassen die Boden einfach über sich hinweg rollen. In den gefährdeten Küstengebieten des Iran bis hinein ins Küstengebirge existiert mit Sicherheit eine ähnliche Tunnelstruktur, wie seitens der Hamas im Gaza oder seitens der Hisbollah im Südlibanon.
Diese Anlagen sind geradezu darauf ausgelegt, dass sich gegnerische Truppen dorthin vorwagen und dann ins Kreuzfeuer geraten. Und "hingelockt" werden diese gegnerischen Truppen mit immerwährenden Drohnenschlägen aus dem Küstengebirge.
Ich möchte abschließend noch eine politische Bewertung wiedergeben (das darf man hier doch auch)
Iran-News: Steinmeier nennt Krieg „völkerrechtswidrig“ und distanziert sich von Trump
Stand:24.03.2026, 10:22 Uhr
