Vor 6 Stunden
(Heute, 02:46)Broensen schrieb: Ja, und die werden von der A-200 erst ergänzt und später ersetzt.Wie soll eine Ergänzung hier möglich sein? Die F126 hätte die F123B im 1-1 bzw 1-2 Verhältnis abgelöst, was die entsprechenden Personalressourcen für diese Schiffe bereitgestellt hätte. Sofern eine A-200 parallel zur bisherigen Bestandsflotte zuläuft und nicht bestehende Einheiten ersetzt, haben wir einen Mehrbedarf von rund 480x Angehörigen der Stammbesatzung, rund 60x mehr für die Aircrews und Überstunden für den Unterstützungsbereich.
(Unter der Voraussetzung, dass die Bestandsflotte bereits personaltechnisch gedeckt ist, was sie nicht ist, aber blenden wir das mal aus)
Wo kommen diese Leute her?
Die EF2 hat rund 4.000 Angehörige, davon sind rund 2.000 Angehörige seegehendes Personal was schon zu wenig für den Bestand ist. Alleine für das seegehende Personal von 4x A-200 müsste der Anteil mal eben um 25% in 3/4 Jahren anwachsen. Während die Marine aktuell eher schrumpft als wächst, bedingt durch das hohe Durchschnittsalter der Angehörigen sowie die oft unattraktiven Arbeitsbedingungen.
----------
Leuco schrieb:- Die 125 hat einen fraglichen Kampfwert, Zahl könnte reduziert werden oder eine komplette Stilllegung erfolgen.Von der geplanten Bestandsflotte halte ich maximal eine Reduktion des F125-Bestands für realistisch. Die F126 wird mit 6x Einheiten zulaufen, ein Abbruch des Projekts wird nur innerhalb dieses Forums und der "Fachpresse" diskutiert und stützt sich auf keinerlei offizielle Kommunikation des BMVg. Und die F127 würde vermutlich nur dann europäisiert werden, wenn es bereits geknallt hat, was ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für realistisch halte. Dafür bräuchte es in BMVg und Marine Weitsicht, die sich dort selten findet.
- Die 126 kommt evtl. überhaupt nicht. Wenn doch ist es durchaus vorstellbar, dass man als Kompromiss die Zahl wieder auf 4 senkt. Der komplette Abbruch steht zur Debatte, aber eine Reduzierung ist nicht möglich??
- Die 127 steht auf wackligen Beinen. Die US Abhängigkeit könnte das Projekt scheitern lassen. Ein Umstieg auf andere Systeme es massiv verzögern.
Die 4x F125 würden rein rechnerisch Personalressourcen für die A-200 ermöglichen, das bedingt aber, dass die erste F125 2029 außer Dienst gestellt wird.
Zitat:Alle diese Faktoren sprechen für die Meko 200 und nicht dagegen. Nachdem Helios viele der konstruierten Bedenken gegenüber der Schiffe abgeräumt hat, wirkt das Argument des Personals wie der nächste Versuch das Projekt als völlig unsinnig darzustellen.Der Meinung kannst du gerne sein, diese vertrete ich aber schon seit den Anfängen der Interimsdiskussion Mitte letzte Jahres.
Vielleicht (vielleicht auch nicht) dürftest du dich daran erinnern, dass ich Anfangs grundsätzlich gegen eine Interimsbeschaffung war, genau aus den oben genannten Personal- und teilwiese Redundanzgründen. Die beiden Argumente die mich letztlich überzeugt haben waren a) eine Zweitbeschäftigung in der Ostsee als vollständigen Korvetten-Ersatz, wovon die EF2 nicht beeinträchtigt wird und b) - deutlich wichtiger - die Interimslösung als temporärer Ersatz einer Bestandskomponente.
Die Personalressourcen von 3x F124 hätten rein rechnerisch für ungefähr 6x FDI gereicht, besser wären 5x da die EF1 später sonst personaltechnisch überfordert wäre. Diese Aufteilung ist auch so möglich, da der Schiffstyp mit seiner Befähigung als Ersatz beider hätte dienen können.
Es war nie die rede davon, die FDI zusätzlich zur unveränderten Bestandsflotte zu unterhalten.
Primär weil es personaltechnisch nicht machbar ist.
Und das selbe kritisiere ich hier bei der A-200. Wenn man diese als Ersatz bestehender Einheiten beschafft, wäre der Personalpunkt für die Erstbefähigung kein Thema (Zweitbefähigung ist eine andere Geschichte aber hier weniger relevant), aber das ist weder das, was offiziell kommuniziert wird, noch das, was hier gefordert wird. Das existiert vollkommen losgelöst von Fähigkeitsspektrum und Doktrin der Schiffe selber.
Zitat:Wäre doch mal eine Idee mehr über Chancen und Lösungen zu sprechen.
Zitat:PS: Ich persönlich würde bei der Meko 200 auch nicht mehr von einer Interimslösung sprechen, Die Interimslösung ist die F123B, welche faktisch nur eine Brücke schlägt. Das wird bei der Meko 200 nicht der Fall sein.Wieso sollte man ein Produkt, das nicht in die eigenen Anforderungsspektren oder Planungen passt grundlos integrieren? Wenn Marine oder BMVg die A-200 gewollt hätten, hätten sie diese seit den 2000ern beschaffen können. Jetzt ist sie aufgrund eines möglichen schnellen Zulaufs - primär als Brückenlösung - im Gespräch.
Wenn sie dieser Anforderung, dem schnellen Zulauf, nicht gerecht wird, ist die Antwort darauf nicht die eigenen Anforderungen umzuwerfen sondern die Schiffe... einfach nicht zu beschaffen.
Wenn ich ein Paar Schuhe bestelle und es kommt nur ein Schuh an, laufe ich doch auch nicht barfuß an einem Bein, sondern kaufe mir ein neues Paar?

----------
alphall31 schrieb:Der Personalkörper der jedem Orgbereich zur Verfügung steht ist sehr wohl festgelegt . Dieser geht durch abstellung höchstens nach unten , aber garantiert nicht in eine Steigerung über.Ist es schon so drastisch? Bislang war mir bekannt, sich die Marine gerne mal Personal bei Heer und Luftwaffe borgen muss weil die niedrige Besatzungsstärke in Einsätzen oft dazu führt, dass diese keine Sicherungsaufgaben mehr wahrnehmen kann. So oder so fährt man besatzungstechnisch aber zumindest ganz schön auf dem Zahnfleisch.
Die Marine hat nicht einmal für die Hälfte der Fregatten eine komplette Mannschaft und das obwohl man mit Prämien und Verlängerungen um sich schmeißt seit zehn Jahren. Man könnte also jetzt schon Schiffe außer Dienst stellen ohne das es Auswirkungen hätte. Auch eine Wiedereinführung der Wehrpflicht hat keine Auswirkung darauf.
----------
Kul14 schrieb:Das Problem ist das wir mit dieser hohen Anzahl an Fregattenklassen nie auf einen grünen Zweig kommen.Das führt so ein wenig in die Grundproblematik, die ich mit dieser Beschaffung sehe. Meiner Auffassung nach ist die ASW-Domäne im Bestand durch ein F123B-F125 Tandem ausreichend abgedeckt. Sofern die F124 wirklich Bauraum für ein Schleppsonarsystem hat, könnte auch sie in dieser Domäne mitwirken und eine F125 stände hier zumindest was die BHS und CTG-Befähigung betrifft, ebenfalls zur Verfügung.
Wenn die A200 kommt dann darf es keine F126 geben und auch die F125 müsste langfristig durch diese ersetzt werden.
Ich bleib dabei eine kampfwertgesteigerte F125B mit 16 VLS Zellen und Schleppsonar wäre eig. die ideale Lösung. Das traut sich aber mal wieder keiner...
Warum man so eppicht auf die A-200 ist, kann ich mir ehrlich gesagt nur mit Lobyyismus erklären. TKMS ist frisch an die Börse gegangen und hat im Überwassergeschäft nach Australien nicht viel zutun, also muss man das Unternehmen jetzt künstlich mit Aufträgen versorgen. Das erklärt auch gleichzeitig warum die vokalen Vertreter dieses Vorhabens bei TKMS zu Gast waren und sich laut ihrer eigenen Aussage nicht mit Alternativprodukten beschäftigt haben. Das Interview zwischen Speer und Wagener war diesbezüglich sehr aufschlussreich, inklusive der krampfhaften Berichterstattung unserer liebsten Industriepublikation Hartpunkt.

