20.03.2026, 22:38
Allgemein:
Zur Frage der Drohnen auf der untersten taktischen Ebene:
https://www.youtube.com/watch?v=rMUD4Ux96Jg
Helios:
Nein, weil nicht möglich, weil jede solche Zentralisierung tiefer in der Etappe zu risikoreich ist. Die "Kompensation" der Russen ist, mit deutlch weniger Logistik zu agieren, also mit weniger Gütern "auszukommen". Die Truppen werden bei den Russen in der Folge dieser Entwicklung deutlich schlechter versorgt. Entsprechend gewichtet man die Versorgung. Beispielsweise Munition anstelle von Lebensmitteln oder Verwundetenversorgung etc. Die russischen Truppen vegetieren im frontnahen Raum teilweise unter extrem schlechten Bedingungen.
Er steigt meiner Einschätzung nach erheblich, weil es keine wirklich lohnenden Ziele mehr gibt. Entsprechend verschiebt sich die Effizienz der Einsätze. Der Aufwand pro vernichteter "Einheit" gegnerischer Kampfkraft (also nicht Einheit im Sinne eines militärischen Verbandes, sondern pro Kampfkraft-Einheit) steigt überproportional.
Das ist übrigens auch der Grund, warum dort Drohnen überhaupt den Gros der Verluste anrichten und die Artillerie diesen gegenüber so stark abgefallen ist. Die Strukturen sind entsprechend auch gegen Artilleriebeschuss erstaunlich unempfindlich. Die Artillerie hat also genau so keine Ziele die sich "lohnen würden".
Im Sinne des QJM von Dupuy steigt damit zugleich die Kurve bezüglich der CEV für die Verteidiger schneller an als die für die Angreifer. Das bedeutet, dass nach dem Modell die Verteidigung stärker wird. Das ist exakt das was wir praktisch real beobachten. Die empirische Betrachtung belegt damit das theoretische Modell.
Wobei der gesteigerte Aufklärungsaufwand hier durch die Drohnen relativ problemlos kompensiert wird. Das Problem ist im weiteren weniger die Frage der eigentlichen Aufklärung, sondern die der Informationsauswertung und die Frage der Geschwindigkeit. Man wird durch die Aufklärung mit einer schier kaum vorstellbaren Masse an lauter für sich selbst irrelevanten Informationen erschlagen. An die Stelle des Nebels des Krieges tritt das Kaleidoskop des Krieges.
Das Problem ist nicht die Aufklärung, sondern die Auswertung und Nutzung der Aufklärung im Verhältnis zur Zeit, da die Zeitfenster immer kürzer werden etc. Auch dies befördert die Defensive und die Drohnenkriegsführung, weil die Drohnen Aufklärung und Bekämpfung kostengünstig in einer Einheit stellen können.
Ein Ukrainer (Offizier von Azov) drückte es so aus: überall sieht man einzelne Kakerlaken. Aber man weiß gar nicht, wohin man sinnvollerweise zuerst treten muss. Also zertritt man sie an einer Stelle nur um dann hinterher immer festzustellen, dass es die falsche Stelle war und sich die Kalerlaken bereits an anderer Stelle so vermehrt haben, dass man dort die Kontrolle verliert.
Und das ist nicht alles. Sondern dazu sinkt die Effizienz der eigenen Wirkmittel ab.
Und die Geschwindigkeit möglicher Veränderungen. Dies erhöht die Chance für das Erstarren von Fronten und damit die Wahrscheinlichkeit des Abnutzungskrieges mit nicht mehr durchstoßbaren Räumen (anstelle früherer Fronten). Auch dies ist exakt das was wir in der Ukraine beobachten.
Was ebenfalls dazu führt, dass man Präsenz im Raum durch Feuerkraft ersetzen muss, was kostengünstig genug (also effizient genug) nur mit Drohnen geht und damit auch die Drohnenkriegsführung befördert, weil sonst die Sicherung größerer Räume nicht nachhaltig aufrechterhaltbar und nicht finanzierbar ist.
Schlussendlich sprechen wir hier also von einer dialektischen Entwicklung: das eine bedingt das andere und umgekehrt, in einer Spirale, die schlussendlich unsere größte Stärke, die Wirkmöglichkeit unserer Luftwaffen, reduziert.
Zur Frage der Drohnen auf der untersten taktischen Ebene:
https://www.youtube.com/watch?v=rMUD4Ux96Jg
Helios:
Zitat:Umso stärker die Dezentralisierung, umso größer sollte der personelle und technische Aufwand und der Bedarf an Gütern selbst sein. Gibt es da irgendwelche Kompensationsbemühungen beispielsweise durch eine stärkere Zentralisierung der Logistik tiefer in der Etappe?
Nein, weil nicht möglich, weil jede solche Zentralisierung tiefer in der Etappe zu risikoreich ist. Die "Kompensation" der Russen ist, mit deutlch weniger Logistik zu agieren, also mit weniger Gütern "auszukommen". Die Truppen werden bei den Russen in der Folge dieser Entwicklung deutlich schlechter versorgt. Entsprechend gewichtet man die Versorgung. Beispielsweise Munition anstelle von Lebensmitteln oder Verwundetenversorgung etc. Die russischen Truppen vegetieren im frontnahen Raum teilweise unter extrem schlechten Bedingungen.
Zitat:Die nächste Frage wäre, in welchem Rahmen der Aufwand für die Bekämpfung aus der Luft steigt.
Er steigt meiner Einschätzung nach erheblich, weil es keine wirklich lohnenden Ziele mehr gibt. Entsprechend verschiebt sich die Effizienz der Einsätze. Der Aufwand pro vernichteter "Einheit" gegnerischer Kampfkraft (also nicht Einheit im Sinne eines militärischen Verbandes, sondern pro Kampfkraft-Einheit) steigt überproportional.
Das ist übrigens auch der Grund, warum dort Drohnen überhaupt den Gros der Verluste anrichten und die Artillerie diesen gegenüber so stark abgefallen ist. Die Strukturen sind entsprechend auch gegen Artilleriebeschuss erstaunlich unempfindlich. Die Artillerie hat also genau so keine Ziele die sich "lohnen würden".
Im Sinne des QJM von Dupuy steigt damit zugleich die Kurve bezüglich der CEV für die Verteidiger schneller an als die für die Angreifer. Das bedeutet, dass nach dem Modell die Verteidigung stärker wird. Das ist exakt das was wir praktisch real beobachten. Die empirische Betrachtung belegt damit das theoretische Modell.
Zitat:Auf den ersten Blick steigt vor allem der Aufklärungsaufwand
Wobei der gesteigerte Aufklärungsaufwand hier durch die Drohnen relativ problemlos kompensiert wird. Das Problem ist im weiteren weniger die Frage der eigentlichen Aufklärung, sondern die der Informationsauswertung und die Frage der Geschwindigkeit. Man wird durch die Aufklärung mit einer schier kaum vorstellbaren Masse an lauter für sich selbst irrelevanten Informationen erschlagen. An die Stelle des Nebels des Krieges tritt das Kaleidoskop des Krieges.
Das Problem ist nicht die Aufklärung, sondern die Auswertung und Nutzung der Aufklärung im Verhältnis zur Zeit, da die Zeitfenster immer kürzer werden etc. Auch dies befördert die Defensive und die Drohnenkriegsführung, weil die Drohnen Aufklärung und Bekämpfung kostengünstig in einer Einheit stellen können.
Ein Ukrainer (Offizier von Azov) drückte es so aus: überall sieht man einzelne Kakerlaken. Aber man weiß gar nicht, wohin man sinnvollerweise zuerst treten muss. Also zertritt man sie an einer Stelle nur um dann hinterher immer festzustellen, dass es die falsche Stelle war und sich die Kalerlaken bereits an anderer Stelle so vermehrt haben, dass man dort die Kontrolle verliert.
Zitat:steigt vor allem ...... die Verteilung der eigenen Wirkmittel zur Bekämpfung,
Und das ist nicht alles. Sondern dazu sinkt die Effizienz der eigenen Wirkmittel ab.
Zitat:allerdings sinkt dadurch auch das Risiko
Und die Geschwindigkeit möglicher Veränderungen. Dies erhöht die Chance für das Erstarren von Fronten und damit die Wahrscheinlichkeit des Abnutzungskrieges mit nicht mehr durchstoßbaren Räumen (anstelle früherer Fronten). Auch dies ist exakt das was wir in der Ukraine beobachten.
Zitat: erhöht den Aufwand zur Sicherung größerer Räume insbesondere im Nahbereich.
Was ebenfalls dazu führt, dass man Präsenz im Raum durch Feuerkraft ersetzen muss, was kostengünstig genug (also effizient genug) nur mit Drohnen geht und damit auch die Drohnenkriegsführung befördert, weil sonst die Sicherung größerer Räume nicht nachhaltig aufrechterhaltbar und nicht finanzierbar ist.
Schlussendlich sprechen wir hier also von einer dialektischen Entwicklung: das eine bedingt das andere und umgekehrt, in einer Spirale, die schlussendlich unsere größte Stärke, die Wirkmöglichkeit unserer Luftwaffen, reduziert.
