19.03.2026, 20:15
Zitat:Ich mein halt - die Israelis bombardieren beispielsweise seit gefühlt Tag 5 irgendwelche Polizeistationen und Basij Checkpoints in Teheran. Kann man machen, aber ich denke, dass die dafür aufgebotenen Assets sinnvoller eingesetzt wären TELs zu jagen.
Zweifelsohne. Aber die Zielauswahl hängt hier meiner Meinung nach stark von der israelischen Strategie ab, welche meiner Ansicht nach einen Bürgerkrieg als Primärziel verfolgt. Sie verfolgt hier also politisch-strategische Ziele, während die Ausrichtung welche dir hier vorschwebt eine militärisch-strategische ist.
Da haben wir ihn einmal mehr: den Widerspruch zwischen diesen beiden verschiedenen strategischen Ebenen. Im Krieg aber ist eigentlich die militärisch-strategische Ebene die relevantere, sie tritt an die Stelle der politisch-strategischen Ebene und wird damit zum eigentlichen Zweck des Krieges. Je mehr dies nicht geschieht, je mehr dies divergiert, desto problematischer ist dies für die Kriegsführung selbst.
Die Leute welche hier Clausewitz zitieren bezüglich Politik etc. haben ihn nicht verstanden und haben auch nicht verstanden, wie sehr Jomini und Clausewitz in diesem einen Punkt in Wahrheit gleich sind.
Zitat:d. h. die physische Gewalt (denn eine moralische gibt es außer dem Begriffe des Staates und Gesetzes nicht), ist also das Mittel, dem Feinde unseren Willen aufzudringen, der Zweck. Um diesen Zweck sicher zu erreichen, müssen wir den Feind wehrlos machen, und dies ist dem Begriff nach das eigentliche Ziel der kriegerischen Handlung. Es vertritt den Zweck und verdrängt ihn gewissermaßen als etwas nicht zum Kriege selbst Gehöriges.
Zitat:Der erste, der großartigste, der entschiedenste Akt des Urteils nun, welchen der Staatsmann und Feldherr ausübt, ist der, daß er den Krieg, welchen er unternimmt, in dieser Beziehung richtig erkenne, ihn nicht für etwas nehme oder zu etwas machen wolle, was er der Natur der Verhältnisse nach nicht sein kann. Dies ist also die erste, umfassendste aller strategischen Fragen;
