16.03.2026, 10:35
(16.03.2026, 06:24)Schneemann schrieb: Die Formulierung finde ich recht interessant. Darüber, dass einmal von einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und ein andermal von einem legitimen Präventivschlag gesprochen wird, werden wir wohl keinen richtigen Konsens finden können.Dieser semantische Unterschied ist ein Versuch der Exculpation, der hält aber einer Überprüfung nicht stand. Noch Stunden vor dem Überfall Israels und der USA fanden Verhandlungen statt, in denen der Iran substantielle Zugeständnisse - wie den Verzicht auf die Lagerung von angereichertem Uran - angeboten hat.
Aber ein Überfall? Das würde voraussetzen, dass die Iraner völlig überrascht worden wären und nicht hätten kommen sehen können, was sich abzeichnet. Das ist aber nicht anzunehmen. Es gab genügend Hinweise und auch klare Drohungen, dass es zum Angriff kommen würde, wenn sie nicht einlenken. Zudem hätte die iranische Feindbeobachtung nur den Fleet Tracker bei USNI News und diverse Newsticker verfolgen müssen, um zu sehen, dass sich da was zusammenbraut - und anscheinend soll es ja auch in Iran gelegentlich Internet geben.
Zum Vergleich: Am 7. Oktober 2023 wurden die Israelis tatsächlich völlig überrascht, egal ob nun wegen eines Feiertages, eigener Saumseligkeit oder naivem Unvermögen. Und dies war tatsächlich ein überraschender Überfall, der im schlimmsten Massaker an Juden seit dem Zweiten Weltkrieg endete.
Folglich denke ich, ist der Begriff des "Überfalls" im Kontext des Irankrieges der falsche Ansatz.
Schneemann
Es gab eine sehr veritable Drohungskulisse "dass es zum Angriff kommen würde, wenn sie nicht einlenken." Auch die "Fleet Tracker bei USNI News und diverse Newsticker" waren Bestandteil dieser Drohungen.
Und die Drohungen waren - was die substanziellen Zugeständnisse des Iran betrifft - ja auch erfolgreich.
Wenn dann trotzdem - und das noch während der Verhandlungen - ein Angriff stattfindet, dann erfüllt das die Voraussetzungen, die auch Du für einen Überfall genannt hast.
Ich bleibe daher bei meiner Bezeichnung "Überfall auf den Iran".
Dass der zudem ein völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und kein legitimen Präventivschlag ist, steht auf einem weiteren Blatt. Denn keine der Begründungen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff des Iran hält einer Überprüfung stand.
Ganz im Gegenteil: es gab die oben genannten substanzielle Zugeständnisse, die den (seit Jahrzehnten erhobenen) Vorwurf einer (unmittelbar bevorstehenden) atomaren Bedrohung Israels jede Grundlage genommen hätten. Und dass die USA vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff des Iran gestanden hätten, wird ernsthaft nicht einmal von Lügen-Donald behauptet.
Die vorgenannte "Drohkulisse" würde im Übrigen dem Iran - und nicht den USA - die Rechtfertigung für einen legitimen Präventivschlag geben.
(16.03.2026, 07:19)Quintus Fabius schrieb: Werter Erich:ich bin mir da keiner Schuld bewusst, zumal ich (was ja offenbar auch nicht gerne gesehen ist) sehr intensiv zitiere.
Du vernetzt ja fortwährend irgendwelche Medien, beispielsweise den Stern, und gibst aber dann nur wieder was diese angeblich berichten (denn immer wieder mal entspricht das was du schreibst nicht dem was in deiner eigenen Quelle steht).
Nenne mit bitte Beispiele, gerne auch per pm, um die anderen User damit nicht zu behelligen.
Zitat:Mich würde mehr deine eigene private Meinung, deine Ansicht interessieren und nicht was irgendwelche weitgehend ahnungslosen Schreiberlinge in dieser Bundesrepublik dazu meinen.ich halte sehr viel von den Forenregeln, insbesondere §6 Zitate und Quellenangabe.
Ich weiß schon, dass du deine Meinung ja gerade eben durch solche Artikel belegen, beweisen, als Argumentation mit Autoritäten stärken und belegen willst, aber dass ist in dieser Form gar nicht notwendig. Du würdest dir Arbeit sparen, deine Einträge wären oft besser lesbar und es würde klarer heraus kommen, was deine eigene Meinung ist, statt hier fortwährend nur Medien als vermeintlichen Beweis zu vernetzten, deren Artikel kaum einen Wert haben.
Deine eigene Meinung (und mehr als eine Meinung ist angesichts der zur Zeit in Wahrheit nicht verifizierbaren Informationen kaum möglich) wäre viel interressanter als einen Stern Artikel als vermeintlichen Beleg dafür heranzuziehen, wie sich die Lage entwickelt. Und wenn du der gleichen Meinung wie der Stern bist, dann benötigst du den Stern Artikel als Pseudo-Beweis eben nicht um diese kundzutun.
Es kann sein, dass ich das Gebot etwas Übergewichte, Mir geht es dabei auch um urheberrechtliche Fragen.
Ich kann nicht etwas als "meine Idee" ausgeben, wenn mich andere erst auf diesen Gedanken gebracht haben. Daher versuche ich auch, die Entwicklung einer Idee von der Anregung bis zur Ausformulierung halbwegs deutlich und damit nachvollziehbar zu machen.
Aber ich werde mich gerne bemühen, das zu reduzieren. In meiner Antwort an Schneemann siehst Du ja schon, dass ich jetzt keine lexikalische Definition zur philologischen Interpretation des Begriffs "Überfall" eingefügt habe.
Und ansonsten möchte eine emotionale Auseinandersetzung zum Thema "Meinungsaustausch" wie 2005 vermeiden.
