15.03.2026, 15:18
(15.03.2026, 14:14)evil-twin schrieb: Das stimmt nicht, KI wird mit Daten trainiert, aber das bedeutet nicht dass die KI die Trainingsdaten jederzeit dabei haben muss. Grundsätzlich kann so ein System sehr gut operieren ohne nennenswert Daten mitzuschleppen, außer denen die es selber sammelt. Und diese Daten und das lokale LLM sollten erstmal gut verschlüsselt sein.
Nein, kann es nicht. Und trotz dem ganzen "KI-Hype" sollte man solche Aussagen technisch durchdenken.
Szenar:
LUUV fängt akustische Signatur auf.
Neuronales Netzwerk stuft es als militärisches Ziel ein z.B. auf Grundlage der Propellerdrehzahl bzw. Anzahl der Propeller oder deren Blätter oder der Maschinensignatur (z.B. Schnellläufer, Langsamläufer).
Die Klassifizierung und Identifizierung erfolgt dann dadurch, dass man diese akustische Signatur nach ihren Frequenzen auflöst und mit einer Datenbank vergleicht - diese Datenbank muss entweder an Bord des LUUV vorhanden sein oder alle diese Informationen sind im neuronalen Netzwerk hinterlegt. Diese Datenbank ist das schützenswerte Gut, denn darin sind alle Nachrichtendienstlichen Erkenntnisse abgelegt.
Beides ist eine denkbar schlechte Idee, ohne entsprechende Manipulationssicherheit, denn im Betrieb muss sowohl neuronales Netzwerk als auch Datenbank im Klartext vorliegen. Ein Gegner muss also gar nicht die Verschlüsselung brechen, er muss den relevanten Verarbeitungsanteil des LUUV "nur" gestartet bekommen.
Ich sage nicht, dass man das alles nicht absichern könnte mittels Tamper Protection oder Sprengladungen, die das LUUV bei Manipulation zerstören. Die Frage ist aber, ob das wirklich alles an der "Edge" passieren muss und Risiken produziert oder ob man einfach in unserem Beispiel die gemessene akustische Signatur nach Hause funkt. Auftauchen muss das LUUV in beiden Fällen, um die Daten los zu werden.
Egal, was die Marketing-Maschinerie gerade alles behauptet, auch in der Ukraine wird der größte Teil der UAV mit FPV gesteuert und die "KI" unterstützt dort in kleinen Bereichen.
Bis sowas alles auf einem LUUV läuft, werden noch locker 10 bis 20 Jahre vergehen.
(15.03.2026, 14:14)evil-twin schrieb: Eines dürfte klar sein, es wird andere Player in diesem Bereich geben die sich mit der Voll-Autonomie eines solchen Systems zufrieden geben werden.
D'accord, aber denen ist es auch egal, wenn statt einem militärischen Ziel halt mal ein ziviles Objekt als "Kollateralschaden" drauf geht.
So ein LUUV hat aus meiner Sicht nur einen Nutzen: Billig, schnell produzierbar und in der Fläche skalierbar Daten sammeln und an eine zentrale Stelle weitergeben, damit diese z.B. Bi- und Multistatik im Bereich ASW durchführen kann. Dafür braucht das LUUV keine "KI", die Signalauswertung betreibt, denn die Rohdaten müssen ohnehin von Bord an die zentrale Auswertestelle im Heimatland oder Einsatzgebiet gesendet werden, denn nur so funktioniert Bi- und Multistatik im Bereich Sonar.
Somit ist der Nutzen dieser "Signalauswerte-KI" an Bord des LUUV aus meiner Sicht nicht das Risiko und den Aufwand wert, sicherheitsempfindliche Daten in dutzendfacher Form (= Anzahl der LUUV) durch die Welt tingeln zu lassen.
Anders sieht es aus, wenn wir wirklich den vollautonomen Weg gehen, und eine "Killer-UUV" entwickeln, was man "einfach ins Meer schmeißt" und welches sich dann seine Ziele selber sucht und bekämpft. Aber dafür fehlt mir der Glaube, dass so was in Deutschland mit unserer Gesetzeslage jemals Realität wird - abgesehen davon will ich persönlich so etwas auch nicht haben.
