14.03.2026, 20:40
(14.03.2026, 12:46)Broensen schrieb: Können wir eigentlich ausschließen, dass Rheinmetall NVL kurzfristig mit eigenen Kräften für die Projektleitung u.ä. verstärkt hat? Ich denke, jeder von uns hier hätte an deren Stelle genau das als erstes gemacht. Also warum sollten sie das nicht auch getan haben?
Ganz einfach, weil du Leute mit Erfahrung in der Marinewaffentechnik sowie der Schiffstechnik brauchst. Die hat Rheinmetall nicht, so eine Expertise wird über Jahre erworben. Vor allem brauchst du Leute, die den Gesamtüberblick auf das System Schiff haben und nicht nur ihre eigene kleine Wohlfühlzone.
Was das "Springertum" an Fachwissen vernichtet bzw. Projekte gegen die Wand fährt kann man doch am BAAINBw am Besten sehen und auch gleichermaßen an den meisten großen Rüstungskonzernen.
Da wechseln Leute munter durch die Projekte, weil das Management selber keine Ahnung hat, wo die Unterschiede zwischen den Produkten sind.
Ein Schiff ist ein unglaublich komplexes System, daher neigen die meisten Kunden dazu, ihre Projektteams nach Fachgebieten zu trennen, z.B. Plattformtechnik und Einsatzsystem. Dies kann man so machen, sofern darüber eine Stelle sitzt, die den Überblick über die unterstellten Fachbereiche hat und Abhängigkeiten bzw. Konflikte rechtzeitig erkennt. Dummerweise sitzen an dieser Schaltstelle meistens Leute, die aus Gründen der Förderung ihrer Karriere dort sitzen und sich einfach nur in der "Linie" von unten berichten lassen, um dann ein Ergebnis nach oben weiter zu reichen. Nach meiner Erfahrung sind gut 70 % der Projekthavarien genau auf so eine Konstellation zurück zu führen. In der jeweiligen Fachtechnik wurde da nie ein Fehler begangen, man wusste halt nur nicht, was außerhalb des eigenen Bereichs benötigt bzw. fabriziert wurde.
