14.03.2026, 12:28
(14.03.2026, 09:20)Quintus Fabius schrieb: ...kurz: Rational agiert jeder nur aus seiner Sichtweise. Was für den einen rational ist, kann für den anderen mit anderen Informationen irrational sein. Es sind solche Foren wie hier, mit denen unterschiedliche Informationen und Sichtweisen eingebracht und diskutiert werden können.
Man droht aber damit die Ölinfrastruktur zu zerstören, sollte der Iran die Straße von Hormuz weiter sperren.
Zudem gibt es jede Menge Gerüchte darüber, dass US Sondereinheiten und Verbände der 82nd Airborne die Insel einnehmen könnten.
Das würde Sinn machen, um Verhandlungsmasse zu schaffen. Wenn der Iran aber ein irrationaler Spieler ist, der von einer Weltuntergangssekte geführt wird, würde ich an seiner Stelle die Insel einfach jetzt selbst in die Luft jagen, behaupten die Amis wären es gewesen und die Straße weiter sperren. ...
Und weiter:
Zitat:...Dort in Stücke schießen einschließlich Ölkatastrophe die dann Dubai, Katar, usw. die Strände mit Öl vollseucht und die USA beschuldigen.Tatsächlich schadet die aktuelle Sperre schon jetzt den Golfstaaten massiv. Die Golfstaaten fordern jetzt Hilfe der Europäer, damit die Schifffahrt wieder aufgenommen werden kann. (woraus geschlossen werden könnte, dass die USA dazu nicht in der Lage sind) Der Ruf findet auch in Berliner Regierungskreisen ein Echo. Allerdings würde das in letzter Konsequenz die Gefahr einer direkten Konfrontation von EU-Geleitschiffen mit iranischen Einheiten mit sich bringen. Und dafür gibt es nicht nur moralische und rechtliche Bedenken.
Treibende Wracks von Tankern in der Straße einschließlich Ölteppich zuzuüglich Treibminen zuzüglich Torpedominen die man aus unterseeischen Tunneln abschießt müssten genügen um die Straße für Monate zu sperren. Zudem könnte man natürlich auch von solchen Tankern aus jede Menge Minen absetzen.
Man muss vor allem im Hinterkopf haben, dass das kein "symetrischer Krieg zwischen regulären Streitkräften" wäre. Der Iran hat sich seit Jahren auf eine solche Konfrontation vorbereitet, und die Revolutionsgarden für den asymetrischen Einsatz ausgestattet und trainiert. Minen (nicht unbedingt aus Tunneln), und Flugkörper aus extrem kurzer Distanz, unbemannte Boote (damit haben die Ukrainer die russische Schwarzmeerflotte ausgeschaltet), das iranische "nicht zwingend reguläre" Arsenal scheint unendlich.
(14.03.2026, 09:20)Quintus Fabius schrieb: ...Wäre der Iran richtig klug gewesen, hätte er den Houthis zudem seit Jahren die Kapazität gegeben das Rote Meer zu sperren.Das ist richtig. Und ich denke, der Iran war klug. Wer sagt aber nun, dass das nicht noch kommt? Der Iran hat immer noch diese Steigerungsmöglichkeit.
Zitat:Bab al-Mandab: Irans zweites Nadelöhr neben der Straße von HormusDas setzt aber voraus, dass genug Transportkapazitäten zwischen dem Golf und dem Roten Meer vorhanden sind. Und daran dürfte eine massive Umleitung von Öl- und Gastransporten der Golfstaaten über Saudi Arabien zum Roten Meer scheitern. Es gibt zwar Pipelines. Die Saudis haben aber nur geringe Kapazitäten für die eigenen Förderungen geschaffen.
Während die Welt auf die Straße von Hormus blickt, deutet Teheran bereits an, dass Bab al-Mandab das nächste Ziel sein könnte.
In einem Interview mit Al Jazeera warnte ein iranischer Militärvertreter, sein Land könne seine Kampagne auf eine weitere Meerenge ausweiten, ....
Teheran verfüge weiterhin über militärische Pläne, die sich systematisch und schrittweise umsetzen ließen. Auch wenn der Militärvertreter Bab al-Mandab nicht ausdrücklich nannte, drängt sich diese lebenswichtige Wasserstraße zwischen Jemen und Dschibuti sofort auf, der südliche Zugang zum Roten Meer.
Die Huthis, Verbündete Teherans, können diese Passage kontrollieren, da der Jemen an sie grenzt. Sollte die Gruppe mit grünem Licht aus Teheran dort eingreifen, wäre das ein schwerer Schlag für die internationale Schifffahrt, da es einer der letzten Seewege wäre, über die die Golfstaaten ihr Öl exportieren können. ...
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Wobei es primär darum geht, die Ausfahrt der beladenen Tanker aus dem Roten Meer zu blockieren. Denn der Suez-Kanal ist für die richtig großen Schiffe zu klein. Die europäischen Versorger müssen also - wie bisher auch - um Afrika herum schippern. Und dazu müssen sie die schmale Passage zwischen dem Jemen und Djibouti von Norden her passieren.
Da wäre der Seeweg für die Europäer sogar etwas kürzer, für Indien dagegen etwas länger als aus dem Golf.
(14.03.2026, 09:20)Quintus Fabius schrieb: ...Gutman vom CBS liegt im Ergebnis richtig: Iran exportiert seit Kriegsbeginn deutlich mehr Öl, mehr als eine Million Barrel täglich - aber (Zitat):
Da Schneemann geschrieben hat, die Iraner hätten ja gar nicht so viele Tanker usw. Es sind gar nicht wenige iranische und chinesische Schiffe die letzten Tage durch die Straße gefahren. Darunter auch richtig große Tanker.
Tatsächlich sind die iranischen Ölexporte durch die Straße seit der Krieg angefangen hat gestiegen:
https://www.youtube.com/watch?v=IMboplUN6Wg
Zitat:Der Handelsverkehr durch die Straße von Hormus ist seit Kriegsbeginn nahezu vollständig zusammengebrochen. Es sind nur einzelne iranische und chinesische Schiffe die diese Meerenge weiterhin passierten .
Das bringt mehrere Schlussfolgerungen mit sich:
=> Die Sperre der Straße von Hormuz schadet den US-Verbündeten deutlich mehr als dem Iran.
=> Der Iran ist in der Lage, die Straße gezielt zu sperren und für andere zu öffnen.
Es erlaubt aber nicht den (unterschwelligen) Schluss, der Iran sei für seine Ölexporte ausschließlich auf den Seeweg durch die Straße angewiesen.
=> Der Iran verfügt über eine lange Landgrenze nach Zentralasien und die Möglichkeit, das kaspische Meer zu nutzen.
Beispielhaft aufgeführt:
a) Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, auch BTC-Pipeline oder Transkaukasische Pipeline, führt nicht nur von Aserbaidschan in die Türkei, sondern hat auch einen Anschluss bis Täbris im Iran.
b) Der Iran ist seit Jahren über Zentralasien mit dem russischen und chinesischen Pipeline-Netz verbunden.
[Bild: https://datawrapper.dwcdn.net/Z6lW4/full.png]
[Bild: https://www.top-energy-news.de/wp-conten...istan-.jpg]
Diese Verbindungen sind in den letzten Jahren weiter ausgebaut worden.
Selbst eine Totalsperre der Straße von Hormuz, etwa durch aktive Kriegshandlungen, Treibminen u.ä, bedingt, wird den Iran also nicht vollständig seiner Exportmöglichkeiten berauben.
Hier noch ein Bild mit der Verbindung zwischen dem iranischen und dem zentralasiatischen Pipeline-Netz:
[Bild: https://www.bpb.de/cache/images/9/156469....jpg?FFEA1]
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung - Öl und Gas in der Kaspischen Region
