13.03.2026, 15:24
(13.03.2026, 14:55)Nightwatch schrieb: ...Das halte ich für einen Wunschtraum - und:
Wenn sich das Regime noch ein Minimum an militärischer Schlagkraft erhalten will können sie sich das nicht mehr lange leisten.
Das sehen die Journalisten mit ihren Verbindungen etwas anders.
Die USA sind - mit Verlaub - völlig planlos in einen Überfall gestürzt, der dazu geeignet ist, weltweit Wirtschaftsprobleme zu erzeugen. So schreibt das (sicher nicht links-grüne) Handelsblatt:
Zitat:Die Methode Trump stößt an ihre GrenzenDas mit dem "schnellen Ende" halte ich für ein Gerücht. Dazu braucht es zwei - und die Iraner haben wohl alleine mit ihrer Widerstandskraft und den Billigdrohnen, mit denen sie agieren, Aufwind.
Mit jedem Tag wird klarer, dass der US-Präsident keinen Plan für den Iran hat. Es droht ein Energiepreisschock, die Märkte sind in Aufruhr. Von dem Chaos profitieren Russland und China.....
- Nach 14 Tagen Krieg deutet nichts auf einen baldigen Frieden im Nahen Osten hin. Stattdessen weitet sich der Konflikt aus, dessen Ziel niemand genau benennen kann.
- Die Bundesregierung hält zwei Varianten für ein Ende des Kriegs für möglich: ein überschaubar schnelles Ende oder ein Chaos-Rückzug der Amerikaner.
- Der US-Ökonomienobelpreisträger Joseph Stiglitz fasst die Lage im Gespräch mit dem Handelsblatt martialisch zusammen: „Trump hat eine Handgranate auf die Weltwirtschaft geworfen.“
(13.03.2026, 13:27)Nightwatch schrieb: ... Was wundert dich da, dass die nach viel Feuerzauber nichts auf die Kette kriegen?ich habe den Eindruck, wir leben in getrennten Welten. Die Iraner haben trotz der massiven israelischen und US-Angriffe den kompletten Golf lahm gelegt.
Der sicher nicht US-feindliche, konservative Merkur schreibt etwa:
Zitat:Iran trotzt den US-Bomben: Teherans Vergeltungsplan gegen Trump geht auf
Die harten Männer der Revolutionsgarden Irans (IRGC) leben unter der ständigen Bedrohung durch einen Hagel von Bomben, den der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth als „Tod und Zerstörung vom Himmel“ bezeichnete. Dennoch haben die verbliebenen Führer der Islamischen Republik Iran am 13. Tag ihrer Konfrontation mit der vereinten Macht Amerikas und Israels guten Grund zu der Annahme, dass sie in diesem Ringen vorn liegen.
...
Experten sagten gegenüber The Telegraph, dass Irans Fähigkeit, Tanker an der Durchfahrt durch die Meerenge zu hindern, für Trump keine Überraschung hätte sein dürfen. „Hier gibt es eine Menge Fehlkalkulation“, sagte Eric Heginbotham vom sicherheitspolitischen Programm des Massachusetts Institute of Technology (MIT). „Wenn sie irgendeinen Analysten im Pentagon oder anderswo gefragt hätten, hätte der ihnen gesagt, dass dies ein großes Problem ist.“
Warnsignale wurden ignoriert
„Es ist völlig klar, dass die Straße von Hormus kein Schwerpunkt ihrer Planung und Risikominderung war“, sagte Elizabeth Saunders, Außenpolitikexpertin an der Columbia University. „Das war vollständig vorhersehbar“, fügte sie hinzu. Ein Bericht des Unternehmens, das 2024 von Trumps eigenem Energieminister geführt wurde, sagte sogar voraus, dass ein wachsender Konflikt mit dem Mullah-Regime im Iran die globalen Ölpreise „signifikant in die Höhe treiben“ würde. Der Bericht warnte vor den Auswirkungen auf die Meerenge, wie The Telegraph am Mittwoch enthüllte.
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Die Iraner sind offenbar so erfolgreich, dass die Wirtschaftswoche kommentiert:
Zitat:Die Mullahs brauchen die Bombe vielleicht gar nicht mehr
Der Iran hat mit minimalem Aufwand innerhalb einer Woche einen historischen Energieschock erzeugt. Trumps „TACO in Teheran“ könnte nicht mehr der alte Hebel sein.
Die Mullahs brauchen die Bombe vielleicht gar nicht mehr. Sie haben ihre Drohnen. Mit gezielten, teils symbolischen, aber ungemein schädlichen Schlägen haben sie innerhalb einer Woche ein Fünftel der globalen Öl- und LNG-Exporte lahmgelegt und der Welt den nächsten Energieschock zugefügt. Vergangene Woche erschien ein Ölpreis von über 100 Dollar als Alarmismus von Analysten, die Hürde haben Händler und Spekulanten mühelos gerissen.
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[quote]Tomahawk auf Mädchenschule: Trumps dumme Lüge
Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind Kriegsverbrechen. Das gilt auch für Angriffe auf Krankenhäuser, Kirchen, Schulen, sogar Denkmäler. Es hätte sich also von selbst verbieten müssen, Berichte auf die leichte Schulter zu nehmen, wonach am ersten Tag des Luftkriegs der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran eine Schule im Süden des Landes getroffen und mehr als hundert Kinder getötet worden seien.
Ein zivilisiertes und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen organisiertes Land lässt einen solchen Vorfall untersuchen und zugleich freie Medien recherchieren und berichten. Im Fall der beschossenen Schule geschieht das in den Vereinigten Staaten. An diesen Unterschied zu rücksichtslosen Totalkriegern wie in Russland muss erinnert werden.
Ein entsetzlicher Fehler, kein Verbrechen
Was über die vorläufigen Erkenntnisse der Untersuchung bekannt geworden ist, bestätigt das Offensichtliche: Es waren die Amerikaner. Das Schulgebäude wurde anvisiert, aber für einen Teil eines Militärgeländes gehalten, der es früher auch war. Ein entsetzlicher Fehler, dem weiter auf den Grund zu gehen ist, aber kein Verbrechen.
Das darf eigentlich nicht passieren, passiert aber. Man erinnert sich an die versehentliche Bombardierung der chinesischen Botschaft in Belgrad 1999.
Eines Landes wie der USA völlig unwürdig waren hingegen wieder einmal die Lügen ihres Präsidenten über die Urheber. Noch dazu dumme Lügen. Welche andere Kriegspartei verfügt über Tomahawk-Marschflugkörper?
