Vor 6 Stunden
@Quintus / Kongo Erich
Der Iran hat immer auch schon eine Art von Vernebelung praktiziert und seine verfügbaren, neuwertigen Waffensysteme (besser: die wenigen Exemplare, die er jeweils hatte) einerseits gezielt medial in Szene gesetzt, um eine stärkere Schlagkraft zu suggerieren, andererseits hat er genau von diesen bislang sehr wenig eingesetzt, wenn überhaupt. Die hauptsächliche Schlagkraft beruht also auf einer psychologischen Täuschung.
Es wurde gerne von enormen Arsenalen gesprochen mit einer erheblichen Anzahl von modernen Raketen. Bislang sieht man davon jedoch wenig. Fairerweise gesagt gelangen ein paar Treffer, etwa auf die betreffenden Radaranlagen der Amerikaner, aber danach kam immer weniger.
Auch das Fajr-5-Beispiel hinkt: Der Iran hatte wohl ein paar Dutzend Fajr-5-Systeme (75?), diese jedoch können keine rocket propelled mines wie die EM-52 verschießen (wie Kongo Erich behauptete), da sie ein anderes Kaliber haben. Die EM-52 hat ein Kaliber von 450 mm. Es gibt m. W. n. keine iranischen mobilen Werfer, die ein solches Kaliber verschießen können. Das schließt nicht aus, dass die Perser auch Fajr-5-Exemplare umgebaut haben auf 450 mm, aber es dürfte sich angesichts der stark eingeschränkten Möglichkeiten um eine Handvoll Exemplare handeln. Und ob diese dann doch recht großen Launcher-Lastwagen noch existieren nach tagelangem Bombardement, erscheint zumindest sehr, sehr fraglich.
Hinzu kommt, dass viele groß angekündigten und halbwegs modernen Waffensysteme (etwa Qaher-313, Kampfjets [F5-Derivate], Karrar-Tank, Zulfiqar-Tank etc.) quasi einen Strohtod gestorben zu sein scheinen und allenfalls wenige Dutzend Exemplare bestehen - nach zwei Jahrzehnten oder mehr. Und das wissen die Iraner, ebenso wie sie wissen, dass sie die Kapazitäten und die Technik eben nicht haben. Insofern legt man den Mantel der Täuschung darüber und baut eine Drohkulisse auf - was durchaus legitim ist -, aber es sind eben Potemkin'sche Dörfer.
Darüber hinaus ist es m. E. wenig sinnvoll, wenn man alle möglichen Wenn-Szenarien erfindet (z. B. Minen mit der Strömung treiben lassen [sie treiben dann entweder in tieferen Lagen in den Indischen Ozean oder, in seichteren Schichten, in Richtung der eigenen Küsten], "Ramm-Tanker" [als ob sie da so viele hätten und man leicht an Tanker herankommt, wenn diese Geleitschutz haben], Unterwasser-Tunnel [die können nicht mal ihre Häfen ausreichend ausbauen] etc.), die eintreten könnten (wobei ich die Chance gegen Null gehend einschätze), nur um wieder das nächste Horrorszenario zu entwickeln.
Nein, wenn man konsequent die iranischen Absprunghäfen bei Hormus zerschlägt, und zwar so, dass auch die kleinen Schnellboote vernichtet werden, dazu reichen normale "dumme" 500-Pfünder im Massenabwurf, und dann systematisch einen Konvoi-Korridor deklariert und durchsetzt, um den herum alles beschossen wird, was sich diesem auch nur ansatzweise nähert (und ja, mit Überschriften in der Journaille, dass ein "unschuldiges Fischerboot mit einem Kindergarten an Bord versenkt wurde", damit müssen wir dann wohl leben), dann wäre der Budenzauber in ein paar Tagen vorbei bzw. die Straße wieder offen.
Schneemann
Der Iran hat immer auch schon eine Art von Vernebelung praktiziert und seine verfügbaren, neuwertigen Waffensysteme (besser: die wenigen Exemplare, die er jeweils hatte) einerseits gezielt medial in Szene gesetzt, um eine stärkere Schlagkraft zu suggerieren, andererseits hat er genau von diesen bislang sehr wenig eingesetzt, wenn überhaupt. Die hauptsächliche Schlagkraft beruht also auf einer psychologischen Täuschung.
Es wurde gerne von enormen Arsenalen gesprochen mit einer erheblichen Anzahl von modernen Raketen. Bislang sieht man davon jedoch wenig. Fairerweise gesagt gelangen ein paar Treffer, etwa auf die betreffenden Radaranlagen der Amerikaner, aber danach kam immer weniger.
Auch das Fajr-5-Beispiel hinkt: Der Iran hatte wohl ein paar Dutzend Fajr-5-Systeme (75?), diese jedoch können keine rocket propelled mines wie die EM-52 verschießen (wie Kongo Erich behauptete), da sie ein anderes Kaliber haben. Die EM-52 hat ein Kaliber von 450 mm. Es gibt m. W. n. keine iranischen mobilen Werfer, die ein solches Kaliber verschießen können. Das schließt nicht aus, dass die Perser auch Fajr-5-Exemplare umgebaut haben auf 450 mm, aber es dürfte sich angesichts der stark eingeschränkten Möglichkeiten um eine Handvoll Exemplare handeln. Und ob diese dann doch recht großen Launcher-Lastwagen noch existieren nach tagelangem Bombardement, erscheint zumindest sehr, sehr fraglich.
Hinzu kommt, dass viele groß angekündigten und halbwegs modernen Waffensysteme (etwa Qaher-313, Kampfjets [F5-Derivate], Karrar-Tank, Zulfiqar-Tank etc.) quasi einen Strohtod gestorben zu sein scheinen und allenfalls wenige Dutzend Exemplare bestehen - nach zwei Jahrzehnten oder mehr. Und das wissen die Iraner, ebenso wie sie wissen, dass sie die Kapazitäten und die Technik eben nicht haben. Insofern legt man den Mantel der Täuschung darüber und baut eine Drohkulisse auf - was durchaus legitim ist -, aber es sind eben Potemkin'sche Dörfer.
Darüber hinaus ist es m. E. wenig sinnvoll, wenn man alle möglichen Wenn-Szenarien erfindet (z. B. Minen mit der Strömung treiben lassen [sie treiben dann entweder in tieferen Lagen in den Indischen Ozean oder, in seichteren Schichten, in Richtung der eigenen Küsten], "Ramm-Tanker" [als ob sie da so viele hätten und man leicht an Tanker herankommt, wenn diese Geleitschutz haben], Unterwasser-Tunnel [die können nicht mal ihre Häfen ausreichend ausbauen] etc.), die eintreten könnten (wobei ich die Chance gegen Null gehend einschätze), nur um wieder das nächste Horrorszenario zu entwickeln.
Nein, wenn man konsequent die iranischen Absprunghäfen bei Hormus zerschlägt, und zwar so, dass auch die kleinen Schnellboote vernichtet werden, dazu reichen normale "dumme" 500-Pfünder im Massenabwurf, und dann systematisch einen Konvoi-Korridor deklariert und durchsetzt, um den herum alles beschossen wird, was sich diesem auch nur ansatzweise nähert (und ja, mit Überschriften in der Journaille, dass ein "unschuldiges Fischerboot mit einem Kindergarten an Bord versenkt wurde", damit müssen wir dann wohl leben), dann wäre der Budenzauber in ein paar Tagen vorbei bzw. die Straße wieder offen.
Schneemann
