Vor 4 Stunden
Werter Nightwatch:
Da bin ich der gleichen Ansicht. Deshalb muss dieser Krieg jetzt mit allen Mitteln und mit einer viel größeren Quantität geführt werden. Bei der aktuellen Kriegsform wird der Bürgerkrieg nicht erreicht werden und das Regime an der Macht bleiben. Das kann man zwar als Israeli mit der üblichen "Ich-blicke-nicht-weiter-als-soeben" Mentalität achselzuckend abtun, aber hier und jetzt ist die Chance da, also muss man sie auch erzwingen.
Ich halte genau das für eines der wesentlichen Probleme der Israelischen "Strategie", dass Israel viel zu sehr immer nur der jeweiligen Lageentwicklung hinterher rennt, und jedwede größere Visionen fehlen. Es ist gerade eben dieses Gewurschtel nach Tageslage welches ich kritisiere.
Wie ich es schrieb: Hoffnung ist keine Methode. Aber genau das ist die israelische "Strategie": wir wurschteln weiter vor uns hin und alles wird gut werden. Denn es gibt ja ohnehin keine Alternative. Und wir sind weit überleggen und tun was wir wollen, für immer.
Die meisten Juden gehen ja davon aus, dass eine Mehrheit Antisemiten sind, schon immer waren und dass sie gehasst werden und umgekehrt schiebt man seinen Auserwähltes-Volk Komplex, seinen Rassismus und seine Hybris vor sich her, aber ich glaube es ist selbst den meisten Juden nicht klar, wie sehr die Stimmung zunehmend gegen sie kippt und wie extrem der Hass von immer mehr Menschen weltweit ist.
Hier und jetzt. Und deshalb ist für immer alles gut. So die israelische "strategische" These. Sind bei ihrer Bevölkerung als Judenfreunde verhasste Autokraten die ihre eigene Bevölkerung unterdrücken auf Dauer, also in der Zukunft tatsächlich sinnvolle sichere Verbündete?! Insbesondere wenn es sich um schwächliche hochkorrupte Regime handelt, die ihre militärische Untauglichkeit vielfach bewiesen haben?
Als hier und jetzt. Und nur hier und jetzt zählen. Dass es den meisten Juden ausgerechnet hier an ausreichend Vorstellungskraft fehlt ist schon erstaunlich, wenn man ihre Vergangenheit bedenkt.
Wenn man sie denn ergreifen würde und nicht in Hybris und Alltags-Fatalismus einfach vor sich hin wurschteln würde.
Es wäre hier gerade zur Zeit so viel möglich. Hätte man entsprechende Visionen und würde man nicht aus Rassismus und Verachtung für alle anderen sich für unbesiegbar halten, obwohl die eigene Stärke nicht nachhaltig und nur geborgt ist.
Zitat:Entsprechend wichtig ist es, diesem Regime möglichst viele Zähne zu ziehen bevor die finale Phase des Niedergangs eintritt.
Da bin ich der gleichen Ansicht. Deshalb muss dieser Krieg jetzt mit allen Mitteln und mit einer viel größeren Quantität geführt werden. Bei der aktuellen Kriegsform wird der Bürgerkrieg nicht erreicht werden und das Regime an der Macht bleiben. Das kann man zwar als Israeli mit der üblichen "Ich-blicke-nicht-weiter-als-soeben" Mentalität achselzuckend abtun, aber hier und jetzt ist die Chance da, also muss man sie auch erzwingen.
Zitat:Man wird auch eine ganze Menge auffangen können wenn man dieses Prozess gestaltend begleitet anstatt dann der Lageentwicklung hinterherzurennen.
Ich halte genau das für eines der wesentlichen Probleme der Israelischen "Strategie", dass Israel viel zu sehr immer nur der jeweiligen Lageentwicklung hinterher rennt, und jedwede größere Visionen fehlen. Es ist gerade eben dieses Gewurschtel nach Tageslage welches ich kritisiere.
Zitat:der jetzigen Phase der ziemlich unbeschränkten Kriegsführung werden auch wieder ruhigere Phasen folgen. Dann lösen sich viele wahrgneommene oder tatsächliche Probleme lösen sich damit von selbst.
Wie ich es schrieb: Hoffnung ist keine Methode. Aber genau das ist die israelische "Strategie": wir wurschteln weiter vor uns hin und alles wird gut werden. Denn es gibt ja ohnehin keine Alternative. Und wir sind weit überleggen und tun was wir wollen, für immer.
Zitat:Ja, der israelische Ruf hat vor allen Dingen im Westen gelitten. Da sind viele antisemitische Ressentiments zu Tage getreten, die... - schon immer dagewesen sind. Was ist daran groß neu? Oder anders gefragt, was unterm Strich bei rumgekommen? Kaum irgendetwas von wirklicher Relevanz und erst recht nichts, was Übergang zur Tagesordnung auf dem internationalen Parkett relevant bleiben wird. Daran ändert auch das Agieren der Antisemiten in Irland oder Al Andalus nichts.
[quote]Meiner Auffassung nach ist diese Betrachtungsweise zu kurzsichtig. Nur weil hier und jetzt nicht sofort die Fernwirkungen dieser globalen Entwicklung (keineswegs auf Europa beschränkt) konkret zu greifen sind, heißt das nicht umgekehrt, dass der rasant weltweit (!) um sich greifende Antisemitismus nicht auf Dauer ein erhebliches Problem wäre. Hier und jetzt ist das noch nicht so relevant wie es das noch sein wird, aber genau das ist ja mein Vorwurf an Israel, viel zu sehr immer nur im hier und jetzt zu denken.
Die meisten Juden gehen ja davon aus, dass eine Mehrheit Antisemiten sind, schon immer waren und dass sie gehasst werden und umgekehrt schiebt man seinen Auserwähltes-Volk Komplex, seinen Rassismus und seine Hybris vor sich her, aber ich glaube es ist selbst den meisten Juden nicht klar, wie sehr die Stimmung zunehmend gegen sie kippt und wie extrem der Hass von immer mehr Menschen weltweit ist.
Zitat:In der arabischen Welt steht Israel heute wahrscheinlich besser da als vor dem 7. Oktober. Klar, die Straße hasst wie gehabt, an den Beziehungen mit den Machthabern ging das ganze Kriegsgeführe aber sehr spurlos vorbei. Bzw intensivierte die Beziehungen sogar noch. Kontakte mit dem Rest der nichtwestlichen und nichtmuslimischen Welt sind auch nach wie vor intakt. Von Isolierung kann da keine Rede sein.
Hier und jetzt. Und deshalb ist für immer alles gut. So die israelische "strategische" These. Sind bei ihrer Bevölkerung als Judenfreunde verhasste Autokraten die ihre eigene Bevölkerung unterdrücken auf Dauer, also in der Zukunft tatsächlich sinnvolle sichere Verbündete?! Insbesondere wenn es sich um schwächliche hochkorrupte Regime handelt, die ihre militärische Untauglichkeit vielfach bewiesen haben?
Zitat:Oder anders gesagt: Was soll denn noch Schlimmeres kommen?
Als hier und jetzt. Und nur hier und jetzt zählen. Dass es den meisten Juden ausgerechnet hier an ausreichend Vorstellungskraft fehlt ist schon erstaunlich, wenn man ihre Vergangenheit bedenkt.
Zitat:Aber das ist alles nicht Gottgegeben und lässt sich abstellen.
Wenn man sie denn ergreifen würde und nicht in Hybris und Alltags-Fatalismus einfach vor sich hin wurschteln würde.
Es wäre hier gerade zur Zeit so viel möglich. Hätte man entsprechende Visionen und würde man nicht aus Rassismus und Verachtung für alle anderen sich für unbesiegbar halten, obwohl die eigene Stärke nicht nachhaltig und nur geborgt ist.
