Vor 3 Stunden
(Vor 3 Stunden)DopePopeUrban schrieb: Richtig, denken wir das mal weiter. Wo liegen denn hauptsächlich diese geographischen Totwinkel von... sagen wir Kaliningrad aus gesehen? Ich hätte jetzt gesagt hauptsächlich hinter Bornholm, Öland und Gotland.
[Bild: https://s1.directupload.eu/images/260311/xef3lwqb.png]
Wenn also nur dahinter wirkliche bedrohungsfreie Zone ist, wird man Konvois gen Finnland/Baltikum also vermutlich auch über diese Route führen. Öland mal ausgeklammert, da die dortige Brücke problematisch werden könnte aber Bornholm und Gotland stehen. Da das dann auch die selbe Ecke sein wird, in denen unsere K130 hauptsächlich arbeiten werden, halte ich es auch entsprechend für sinnvoll, diese bedrohungsfreien Zonen zu nutzen um die Korvetten dort mit Munition, Treibstoff und Ersatzteilen zu versorgen. Selbiges gilt für MCM-Assets, die entweder Daheim tätig sind oder über diese Route nach bspw Finnland verlegt werden können.
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Ansonsten hab ich die Grundsatzdiskussion um die Seekriegsführung im Ostseeraum hierhin verlegt:
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...2&page=179
Ich find' deine Skizzen immer "süß", ein anderes Wort fällt mir dafür nicht mehr ein.
Ich nehme mal an, du sprichst hier über Radarabdeckung und vermengst hier munter die Reichweiten von boden- und luftgestützten Radarsystemen.
In dem von dir geschilderten Szenario wird aber kein russisches Radar dauerhaft bzw. überhaupt aktiv gehen können.
Die bodengestützten Radare haben bedingt durch die Erdkrümmung keine ausreichend große Reichweite gegen Seeziele. Zudem laufen sie dann Gefahr, sich eine HARM einzufangen.
Die luftgestützten Radare hätten die Reichweite, aber eine IL-50 MAINSTAY hätte das gleiche Problem: Sobald sie ihr Radar anwirft, leuchtet sie wie ein Weihnachtsbaum auf und die gesamte benachbarte NATO-Flugabwehr wird sich munter drauf einschießen.
Selbst wenn die russischen Einheiten eine Radarerfassung hinbekommen würden, ist das Objekt dann noch nicht klassifiziert und identifiziert, sofern die erfasste Einheit irgendwas von EMCON versteht.
Du vereinfachst solche Szenare immer auf einen einzelnen Parameter und das wird der Realität nicht gerecht.
Den Trend sehe ich aber auch bei unserer Marine: In der Operationsplanung wird scheinbar immer angenommen, dass der Gegner "zu blöd" für EloKa ist.
Mit den heutigen Systemen kann man deutlich leistungsschwächere Signale auffassen und verfolgen - Fingerprinting lässt grüßen. Gerade in der Ostsee wird die EloKa entscheidend sein, WEIL alles deutlich beengter ist, als in Nordsee und Atlantik.
EMCON und Radar Silence wird dort wieder viel wichtiger werden und dann hat man zur Aufklärung noch genau ESM, passiv Sonar und EO/IR mit den entsprechend deutlich geringeren Reichweiten.
Nimm' dir jetzt mal deine Skizze, nehm' eine Höhe der Radarstellung von 25 m über Normal-Null an und zeichne dann die Reichweiten gegen Seeziele als Kreisschlag auf. Da sieht die Welt gleich ganz anders aus.
