Gestern, 10:48
Infolge der US-Hegemonialbestrebungen versuchen die stolzen Lateinamerikaner, sich von den USA soweit möglich abzukoppeln.
China hatte da schon gewaltige Wirtschaftskontakte aufgebaut. MERCOSUR bietet jetzt auch für uns Europäer die Chance, den Fuß in der Tür zu behalten und diese für uns mehr zu öffnen. Dazu schreibt nun die FR:
Konventionelle westeuropäische Entwicklungen reduzieren für die Lateinamerikaner die Abhängigkeit von den USA - und sind technologisch vergleichbaren Produkten aus Eurasien sicher überlegen. Warum sollten wir also insbesondere mit den Anliegern des Südatlantiks nicht zusammen arbeiten?
China hatte da schon gewaltige Wirtschaftskontakte aufgebaut. MERCOSUR bietet jetzt auch für uns Europäer die Chance, den Fuß in der Tür zu behalten und diese für uns mehr zu öffnen. Dazu schreibt nun die FR:
Zitat:„Fehler, den wir korrigieren“: So will Deutschland China jetzt im Wettlauf um Lateinamerika ausstechenUnd ich glaube, dass gerade mit der Rüstungs-/Sicherheitsindustrie sehr viel Kooperationsmöglichkeit besteht - egal ob in der Luft (Gripen oder Drohnen) zu Wasser (z.B. U-Boote) oder an Land. Und auch unsere Flug- und Raketenabwehr (IRIS-T) ist sicher "Weltspitze".
... Angesichts einer immer angespannteren Weltlage sucht die Bundesregierung neue Freunde in Lateinamerika. Güler (Anm.: Seit Mai 2024 Staatsministerin beim Außenministerium) nannte Brasilien jüngst einen der „wichtigsten Schlüsselpartner“ Deutschlands.
In dem Subkontinent gibt es ganz viele Staaten, die grundsätzlich dieselben Werte mit uns teilen. Es gibt dort reiche Rohstoffvorkommen und innovative Branchen. Und Brasilien ist der größte Handelspartner in Lateinamerika für uns als Deutsche. Wir haben diesen Teil der Welt in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt. Ein Fehler, den wir korrigieren.
Deutschland vs. China: „Müssen mutiger sein“
Noch steht Deutschland aber ziemlich am Anfang, oder?
Immerhin nimmt Lateinamerika schon jetzt etwa drei Prozent der deutschen Warenexporte ab und steht für gut vier Prozent deutscher Direktinvestitionen. 2024 hatten wir einen Gesamthandelsumsatz in Höhe von 81,5 Milliarden US-Dollar. Davon 48,9 Milliarden deutsche Exporte. Zum Vergleich: Das ist fast ein Drittel des Warenwertes, den Deutschland im selben Jahr in die USA exportiert hat. Gerade in der Region um São Paulo sind inzwischen zahlreiche deutsche Firmen aktiv.
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MERCOSUR ist das größte Handelsabkommen der Welt mit 750 Millionen Menschen, die davon profitieren können. Ich habe ein gewisses Verständnis für Sorgen, auch bei mir im Wahlkreisbüro habe ich mit Bauern gesprochen, die sich über MERCOSUR aufgeregt haben. Aber es wurden Schutzklauseln für die Landwirtschaft bei uns in Europa eingebaut. Es sind vor allem populistische Kräfte, vor allem die ganz Rechten, die das sabotieren wollen. Von denen darf man sich nicht blenden lassen. Für unsere Gesamtwirtschaft ist es gutes Abkommen. Die Partnerschaft darf aber nicht nur über die Wirtschaft kommen.
Sondern?
Es muss auch auf kultureller Ebene passieren. Wir haben ein großes Netz an deutschen Auslandsschulen in Lateinamerika. Ich habe kürzlich am 182. Nationalfeiertag der Dominikanischen Republik teilgenommen. Da habe ich nochmal gemerkt: Die meisten Botschafterinnen und Botschafter aus Lateinamerika sprechen Deutsch. Die Botschafterin aus El Salvador war auf einer deutschen Schule, hat in Deutschland studiert. Der Außenminister von Costa Rica spricht fließend Deutsch. Dadurch haben wir enge kulturelle Verbindungen, die wir noch weiter ausbauen wollen. Das ist eine wichtige Soft Power, die man nicht vernachlässigen darf, im Gegenteil. Über die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik können wir Partnerschaften forcieren, zumal wir schon dieselben Grundwerte haben.
Neben der Wirtschaft: Europa sucht auch bei Sicherheitsfragen nach neuen Partnern. Wie passt Lateinamerika da rein?
Zum Beispiel bei der Bekämpfung der transnationalen organisierten Kriminalität. Hamburg ist neben Amsterdam mittlerweile ein Haupt-Drogenumschlagplatz in Europa. Wir haben schon jetzt gute Kooperationen etwa mit Kolumbien, Peru und Bolivien, das einzudämmen.
Konventionelle westeuropäische Entwicklungen reduzieren für die Lateinamerikaner die Abhängigkeit von den USA - und sind technologisch vergleichbaren Produkten aus Eurasien sicher überlegen. Warum sollten wir also insbesondere mit den Anliegern des Südatlantiks nicht zusammen arbeiten?
