Vor 7 Stunden
(Gestern, 14:23)DopePopeUrban schrieb: Mir geht es darum, warum das (Un)Verhältnis von MEKO 100 zu MEKO A-100 bzw. A-100 Mk.I bedeutet, dass A-100 Mk.II und Mk.III ebenfalls keine Evolution der Mk.I sein kann.
Bedeutet es nicht, sie könnte eine Evolution sein, aber sie ist es nicht. Genau das ist ja mein Kritikpunkt an deiner Indizienargumentation. Was du da zusammenstellst ist in sich erstmal plausibel (auch wenn hier oder da ein Fehler drin steckt, aber das ist bei einer solchen Betrachtung normal), aber nicht alternativlos. Theoretisch könnte es so sein, wie du beschreibst, aber auch anders. Und wenn ich jetzt weiß, dass der Vorentwurf A-100 Mk.III mehr oder weniger ein Clean-Sheet-Design ist, dass in technischer Hinsicht anleihen bei der A-200 nimmt, ohne das ich dazu irgendeine öffentliche Netzquelle zu angeben könnte, was sollte ich deiner Ansicht nach schreiben? Ich kann darauf verweisen, dass deine Argumentation nicht zwingend ist und auch andere Erklärungen sich ähnlich plausibel sind, also über die auch von dir angeführte Logik argumentieren. Viel mehr bleibt mir ehrlich gesagt nicht.
Und ich will jetzt nicht auf jeden einzelnen Punkt eingehen (wir können gern an anderer Stelle mal die Historie von MEKO durchgehen, ist ein spannendes Thema, für das ich aber viel Zeit brauche), und ich finde es faszinierend wie viel Zeit und Energie du in deine Argumentation steckst (und das meine ich unironisch), aber ich bleibe dabei, dass das ganze für die eigentlich wichtigen Fragen nach den realen Ausstattungsmöglichkeiten und damit dem realen Einsatzwert irrelevant ist, solange nichts davon konkret quantifizierbar ist - unabhängig davon, ob du recht hättest oder eben nicht.
Zitat:Das ist das, was ich mit "Evolution" meine.
Auch hier, eine Evolution setzt neben der Veränderung auch die Beibehaltung voraus. Es bringt nichts, von einer Evolution zu sprechen, wenn ein Schiff mehr oder weniger komplett neu entworfen wird. Welche Entwicklungsmerkmale du innerhalb von MEKO wahrnimmst ist das eine, aber was davon tatsächlich eine evolutionäre Entwicklung innerhalb eines bestehenden Designs ist und was nicht eine andere. Und letztere ist entscheidend, denn natürlich wird ein Hersteller die Vorentwürfe immer weiter entwickeln oder eben neu Zeichnen, solange es keine konkrete Umsetzung gibt. Was aber passiert nach dem Punkt, an dem es zu dieser konkreten Umsetzung kommt (also A-200SAN)? Die Evolution innerhalb eines bestehenden, ausgearbeiteten Designs ist etwas anderes und verläuft anders als bei den Vorentwürfen, bei denen eben auch komplette Neuentwürfe vergleichsweise wenig Aufwand bedeuten. Natürlich führt dies über den Faktor Zeit immer zu Vorteilen von letzteren, gleichzeitig steigt aber auch der Umsetzungsaufwand. Nicht ohne Grund gibt es in allen Bereichen immer eine Vielzahl an Messemodellen, während die tatsächlichen Umsetzungen häufig (und nicht selten auch weit) dahinter zurück bleiben. Das ist alles nicht neu, unstrittig, aber für die Bewertung wenig bis gar nicht relevant.
Zitat:Dinge die wir gesichert wissen, entweder durch Beobachtung oder durch Berichte. Da wäre zum einen natürlich die Begrenzung auf zwei verfügbare RWS/CIWS Positionen.
Das ist so ein gesichertes Wissen wie die Nichtexistenz von schwarzen Schwänen
Es gibt keine expliziten Berichte, die eine solche Begrenzung beschreiben, und die Beobachtung erlaubt nur eine Feststellung von Möglichkeiten, keine Aussage über Unmöglichkeiten. Gesichert weißt du also nur, was umgesetzt oder beworben wurde, letzteres auch nur eingeschränkt über einzelne Darstellungen. Davon abgesehen wären selbst zwei MK49 plus bspw. DART keine "mangelnden" CIWS-Kapazitäten, und das Kopenhagen-Szenario finde ich ein merkwürdiges Argument. Ja, zusätzliche C-UAS-Fähigkeiten sind sinnvoll, aber je nach Wunsch ein geringes Problem für einen flexiblen Schiffsentwurf.
Zitat:Des weiteren halte ich die Powerplant für nicht sonderlich erstrebenswert. Für ASW dürfte sie nicht wirklich geeignet sein und ob ein Waterjet in unserem Kontext einen Mehrwert bietet, möchte ich doch anzweifeln.
Ein Wasserstrahlantrieb mit Gasturbine dürfte so ziemlich das leiseste sein, was du abseits von rein elektrischen Anlagen (und vielleicht noch sehr gut entkoppelten Diesel-Elektrischen Antrieben) bekommen kannst, und ist dabei deutlich simpler aufgebaut. Die Nachteile kommen aus der Effizienz, die ist aber für uns nicht ganz so relevant. Von daher kann ich deine Einschätzung gar nicht nachvollziehen, insbesondere wenn ich mir deine Präferenz bei der Alternative zur A-200DEU so anschaue.
Zitat:Sind diese Details einfach nur nicht "hart belegbar" oder geht es dir dabei mehr ums Rechtliche?
Ich kann dir für die Informationen keine Netzquellen und nur bedingt öffentlich zugängliche Quellen angeben, die dir eine Überprüfung ermöglichen.
(Gestern, 19:13)DopePopeUrban schrieb: Heißt nicht, dass die A-200 nur im littoralen Kontext arbeiten soll, was ich auch nicht impliziere, aber für Blue Water ASW ist ein Waterjet relativ unnütz.
Mit einem Wasserstrahlantrieb hast du insbesondere bei kleineren Einheiten weniger Probleme bei größerem Seegang die Geschwindigkeit zu halten, weil der Antrieb freilaufen darf (im Gegensatz zu den Schrauben). Das wirkt sich küstennah genauso aus wie auf dem offenen Ozean. Die ASW-tauglichkeit ist ebenso gegeben, nicht optimiert, aber besser als vieles, was heute bei kleinen Multifunktionsfregatten zum Einsatz kommt. Theoretisch wäre auch eine CODLAG-Konfiguration möglich, die Voraussetzungen dafür sind ziemlich gut, das würde ich dann durchaus als optimierten ASW-Antrieb betrachten. Insbesondere WARP zeichnet sich durch einen einfachen und trotzdem strömungsoptimierten Antriebsaufbau aus. Und das System ist nun langjährig erprobt und funktioniert zuverlässig, das war immer einer der Hauptaspekte, warum andere Werften trotz entsprechender Vorentwürfe (inklusive Werbung für die Vorteile) dies nicht weiter verfolgen konnten.
(Gestern, 19:31)roomsim schrieb: Die Formulierung und der Tonfall sagen mir schon alles was ich wissen muss und stimmt mich in der Richtung vorsichtig positiv. Danke.
Wie gesagt, über A-200DEU kann ich konkret gar nichts sagen. Ein grundsätzliches Potenzial, so eine Beschaffung zu verhunzen, ist leider immer gegeben.
