Heute, 01:35
„Helios“ schrieb:Die implizierte Aussage eines Entwicklungsprozesses aus der MEKO 100RMN über die A-100PL und die K130 hin zur A-100MB ergibt deswegen keinen Sinn, auch die K130 beispielsweise entstand in einem parallelen Prozess. Es gibt insofern keine Evolution der A-100, das ist der entscheidende Punkt, und damit erübrigt sich auch der Vergleich zur A-200.Inwiefern lässt das von dir attestierte (Un)Verhältnis von 100 zu A-100 (dem ich durchaus zustimme obgleich die meisten Quellen, inklusive TKMS selber, den Reihen eine gewisse Verwandtschaft zusprechen, siehe Quelle und Quelle (ab Minute 6:00)) einen Rückschluss auf die „evolutionslosigkeit“ der A-100 zu? Man kann MEKO-100 und MEKO A-100 glaube ich guten Gewissens verschiedene fundamentale Anforderungen zuschreiben, der K130 als reiner Maßanfertigung ohnehin, aber TKMS hat sein Produktportfolio mit den A-Serien standardisiert. Denn…
Zitat:Die in der Grafik gezeigten Schiffe sehen nicht deshalb anders aus, weil sie kontinuierlich weiterentwickelt wurden (was du als Indiz dafür anführst, dass dies bei der A-200 nicht der Fall ist), sondern weil es unterschiedliche Grundentwürfe sind.…dann würde es irgendwo Indizien dafür geben, dass eine (in diesem Fall) MEKO A-100 Mk.I und A-100 Mk.III separate und „unverwandte“ Entwürfe wären, die vermutlich auch unabhängig voneinander zur Verfügung stehen würden. Das ist aber augenscheinlich nicht der Fall, nicht nur findet sich diese Tatsache nicht auf der Website von TKMS, die A-100 „Light Frigate“ wird dort auch relativ klar in Dimensionen und Fähigkeiten beschrieben. Es scheint also (im Gegensatz zu pre A-Serien) keine Art Schiff sondern ein konkreter Entwurf zu sein, den man unter diesem Namen vermarktet, selbiges gilt für die beschriebene A-200.
Jetzt gibt es aber zwischen A-100PL und A-100MB signifikante Unterschiede. Nicht in den grundsätzlichen Anforderungen, beide fallen in die Kategorie schwere Korvette/leichte Fregatte und verfügen auch grob über die selben Fähigkeiten. Sondern in den Dimensionen, der Tonnage, dem Aufbau. Was meines Erachtens einfach darauf zu führen ist, dass seit der A-100 Mk.I, auf der die PL zu basieren scheint, einige Jahre ins Land gegangen sind und sich die A-100 Basis weiterentwickeln musste um aktuell zu bleiben.
Zitat:Wie kommst du denn darauf, dass der Aufbau auf dem gleichen Grunddesign bedeutet, dass es keinerlei oder kaum Entwicklung gegeben hat? Das eine hat doch mit dem anderen nichts (zwingend) zu tun.Naja, weil sich diese Weiterentwicklung, sofern es sich dabei um mehr als nur bspw neuere Kabel handelt, irgendwie hätte messbar bemerkbar machen müssen. Fregatten tendieren dazu, mit fortschreitender technischer Entwicklung immer größer und schwere zu werden. Das dürfte zum einen natürlich daran liegen, dass auch das Aufgabenspektrum für Fregatten weltweit immer umfangreicher wird, aber eben auch, weil es zunehmenden „Schnickschnack“ gibt. Bordsysteme werden umfangreicher und komplizierter, Verständnis von Redundanz, Schadensbegränzung, Quality of Life etc wandelt sich, zunehmende Regularien für den Schiffbau fordern andere Standards, als noch vor Jahrzehnten.
Grunddesigns existieren nicht zeitlos. Sie entstehen im Kontext ihrer jeweiligen Zeit und werden früher oder später vom technologischen Fortschritt obsolet gemacht.
An der A-200 gibt es allerdings wirklich nichts, an der sich die vermutete Weiterentwicklung deinerseits bemerkbar machen würde. Die Schiffe verfügen über die selben Dimensionen und die selbe Tonnage wie seit jeher, die schiffbaulichen Großkomponenten wie die Powerplant ist ebenfalls unverändert. Ich hab mich sogar vor einigen Tagen hingesetzt und auf die Details an Nahaufnahmen geachtet, so gut wie jedes einzelne schiffbauliche Detail ist noch genau da, wo es vor 20 Jahren war.
Ich gehe durchaus davon aus, dass eine A200SAN und eine A200EN schiffbaulich nicht identisch sind. Leitungen, Befeuerung, Schalter, wahrscheinlich sogar Waschbecken und Türklinken werden irgendwo unterschiedlich sein, alleine schon durch die sich mit dem laufe der Zeit verändernde Zuliefererkette. Und die sind dann natürlich auch aktuelle Marktprodukte.
Aber das ist in meinen Augen aber keine Weiterentwicklung, das ist die Ertüchtigung der Basis, die man schon hat. Man verändert am Design nichts, lässt keine neuen Erkenntnisse in den Entwurf einfließen, passt ihn nicht an wandelnde Anforderungen an. Man hält ihn lediglich funktionstüchtig und verfügbar.
Und der Grund dafür dürfte der selbe sein, der auch in deinem Anfangsbeispiel der MEKO 100RMN vorgelegen hat:
Mangelnder Bedarf.
Wie du schon gesagt hast, sind MEKO 100RMN und A-100 ungefähr zur selben Zeit entstanden. Malaysia hätte hier die Möglichkeit gehabt, auf einen wesentlich neueren und ingesamt fähigeren Entwurf zurückzugreifen. Hat es aber nicht getan, weil die Kedah Klasse OPV sind, für die die bestehende MEKO 100 Basis ausreichend war. Wozu einen neueren und teureren Entwurf annehmen, wenn man für sein Stealth-Konzept oder seine VLS-Fähigkeit gar keinen Bedarf hat?
Und ich vermute, dass genau dieser Fall auch bei der A-200 vorliegt. Das Design muss nicht Cutting Edge sein oder dem Trend der Zeit folgen, weil das von der potenziellen Nutzerbasis gar nicht gefordert ist. Es muss möglichst günstig, einigermaßen flexibel und nicht zu schwer im Besatzungsbedarf sein und das ist die A-200, war sie seit ihrer Vorstellung 1997. Warum etwas weiterentwickeln, wenn das Bestandsprodukt ebenso Abnehmer findet? Das ist die Niesche die ich hier vor einigen Tagen angesprochen hatte, in die die A-200 wunderbar passt.
Damit mag Käfer mag rein physisch betrachtet brandneu sein, Karosserie frisch aus dem Werk, neue Kabel, LED-Scheinwerfer. Einen Airbag, Sicherheitsgurte oder Servo-Lenkung hat er aber trotzdem nicht.
Weil der Käfer veraltet ist und einer Zeit entstammt, in der andere Anforderungen und andere Standards herrschten.
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Und das werfe ich weder TKMS noch der A-200 vor. Soll das Unternehmen meinetwegen veraltete low-end Produkte verkaufen, wenn es dafür Abnehmer gibt. Man muss sich mMn aber ernsthaft die Frage stellen, ob diese Einheiten fähigkeitstechnisch ausreichen um einen halbwegs kompetenten Gegner im Kontext einer einigermaßen modernen Marine begegnen zu können. Ich bin der Meinung, dass dies nicht der Fall ist. Und ich bin auch der Meinung, dass man die A-200 auf ihrer aktuellen Basis niemals dazu befähigen können wird.
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„DeltaR95“ schrieb:Wenn man DART/STRALES/DAVIDE gewollt hätte, hätte man seit K130 2. Los und der Einführung der Super Rapid damit anfangen können, eine Beschaffung in die Wege zu leiten. Hat man seit 2022 und den Erkenntnissen zur Drohnenbedrohung aber auch nicht gemacht, daher gehe ich nicht davon aus, dass man es für die A-200DEU tun wird.Nur der Vollständigkeit halber, um DART verwenden zu können bräuchte die K130 ein FCR oder zumindest ein System, dass ein zu bekämpfendes Ziel mit ausreichender Update-Rate und Auflösung beleuchten könnte. Das dürfte das TRS-4D rot der K130 II so nicht können, wird das fixed face auch nicht können. Aus irgendeinem Grund hat’s die Marine ja nicht so mit FCR-unterstützter Artillerie. SPEXER könnte man wahrscheinlich dafür verwenden aber ich glaube davon war damals noch keine rede.
Grundsätzlich bin ich aber bei dir, die Einführung von DART in der Marine dürfte aktuell unwahrscheinlich sein. Erst recht für eine Interimslösung a la A200DEU.
Zitat:Mich stimmt eher nachdenklich, dass man so gar nichts von der Deadline des Vorvertrages für die A-200DEU Ende März 2026 liest bzw. von der Verlängerung bis April.Mich erfüllt es eher mit Wohlbehagen, obgleich es mich durchaus interessiert, an wem es diesmal liegt.
