06.03.2026, 20:41
(06.03.2026, 20:33)DarthHelmchen schrieb: Warum ist das Sea Giraffe 4A Fixed Face ausgeschlossen? Nach dieser Grafik (gefunden auf navalanalyses.com) existiert zumindest ein Entwurf für einen Mast mit vier festen Antennen.
Eine SG 4A Fixed Face ist nicht ausgeschlossen, wenn man bereit ist, das gesamte Schiff einmal aus Sicht der Konstruktion anzupacken. Eine Fixed Face AESA Radaranlage erzeugt ganz andere Störfelder als eine rotierende Variante und bedingt daher auch die komplette neue Berechnung des Top Deck Design (dauert bei so einem Entwurf nach meiner Erfahrung ca. 12 bis 18 Monate).
Wenn man aber den Zeitplan bis 2029 halten will, muss man nehmen, was man eben gesichert in der Tasche hat und das ist die A-200 mit einer rotierenden Radaranlage.
Man muss es mal so sehen, wenn man eine rotierende AESA Fläche mit vier fest installierten vergleicht braucht man ca. die 3-fache Kühlleistung. "Nur" 3-fach, weil die festen AESA-Flächen normalerweise ohne Leistungsverlust im Vergleich mit der rotierenden Anlage kleiner ausgeführt werden können.
Eine moderne AESA Fläche benötigt ca. 50 kW an Kühlleistung (nur über Kühlwasser, nicht die Wild Heat, die an die Umgebungsluft abgegeben wird, die kommt noch oben drauf). Die Fixed Face liegt dann bei ca. 150 kW für "Chilled Water".
Klingt nicht nach viel, aber wenn man dann z.B. den Turbo-Kaltwasser-Satz vergrößern muss, darf man auch dort alles durchrechnen. Von der Dämmung der Rohrleitungen bis hin zum Durchmesser der Leitungen und der Größe der Seekästen. Vom Thema Schock- und Vibrationssicherheit und deren umfangreicher Berechnung mittels FE-Simulation und ggf. Schocknachweisen auf den Prüftständen nach MIL-S-901C (bzw. dessen DTL Nachfolger) oder sonstigen nationalen Vorschriften mal ganz zu schweigen. Auch da reden wir eher über Jahre an Verzug, nicht Monate.
Das Problem in diesem Beispiel zieht sich somit von oben nach unten durch - selbst wenn am Ende "unten" im Maschinenraum nichts angepasst werden muss, muss es trotzdem alles gerechnet werden, sonst knallt es beim Shakedown Trial.
All das halte ich bei Ablieferungstermin in 2029 für unrealistisch. Wenn man sagt "2033 reicht mir auch!" sieht die Bewertung anders aus, dann könnte man den Versuch zumindest ernsthaft in Erwägung ziehen und durchrechnen.
Das Schöne an dem Bild von TKMS ist halt, dass es keinerlei Information darüber erhält, ob man auf jedem "Steckplatz" das Maximum einrüsten kann oder es Verdrängungseffekte gibt.
Der Entwurf der A-200 hat ein gewisses "Budget" für Space, Weight, Power and Cooling (SWAP-C), in dem man sich relativ frei als Kunde bewegen kann. Man darf es nur nicht überschreiten

Am Beispiel des Bildes von TKMS:
Wenn du den Mast mit Fixed Face Radar wählst, hat dies eine deutliche Verschiebung des Schwerpunktes nach oben zur Folge. Den kontert man normalerweise mit mehr Ballast im Kiel, wenn man nicht den nutzbaren Kraftstoffvorrat (der durch die definierten Bunker vorgegeben ist) beschränken möchte und dem Kunden eine Mindestrestmenge vorschreiben will, damit die Gesamtstabilität erhalten bleibt.
Ob dann auch noch überall die anderen "schwersten und besten" Module einbaut werden können, ist dann die spannende Frage.
