Vor 3 Stunden
(Vor 3 Stunden)Quintus Fabius schrieb: ...dem widerspreche ich nicht - aber das ist keine Rechtfertigung für den Krieg. Und ich halte auch eine imperialistische US Politik für deplatziert - um es vorsichtig zu formulieren.
Insgesamt ist dies ein perfekter Zeitpunkt dafür den Iran so weit wie möglich kaputt zu machen und ist dies für die USA und für Israel ganzheitlich gerechnet nützlich. Die vielen Nebenwirkungen die sich daraus ergeben (höherer Öl- und Gaspreis für die Europäer als wirtschaftliche Konkurrenten, Flüchtlinge nach Europa, weiterer Aufstieg nationalistischer Bewegungen in Europa, höhere Einnahmen für die Fracking Unternehmen, höhere Einnahmen für die verbündeten Ölaraber, Ausschaltung eines Todfeindes der Ölaraber usw usw) sind gesamt gesehen äußerst nützlich für eine imperialistische US Politik.
Es handelt sich schlicht und einfach um den krankhaften und zum Scheitern verurteilten Versuch, die zwischenzeitliche Stellung als einzige globale Großmacht aufrecht zu erhalten. Das kennt man aus der Geschichte von zusammen brechenden Imperien (das brauche ich gerade Dir, Quintus, nicht zu erklären).
Ein solcher Zusammenbruch war fast immer mit kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden. Die einzige Ausnahme, die mir spontan einfällt, ist der Zusammenbruch der UdSSR und des Warschauer Paktes.
Der war der Erkenntnis geschuldet, dass es - aus vielerlei Gründen - nicht mehr möglich war, dieses Imperium aufrecht zu erhalten. Und auch dieser Zusammenbruch ist auf Dauer nicht ohne Gewalt passiert. Das sehen wir heute (Ukraine) bzw. in der Vergangenheit (Georgien) mit den Versuchen, das Imperium wieder herzustellen.
Ich möchte nicht sagen, dass Gorbatschow oder insbesondere Jelzin klüger waren als es die heutige US-Regierung ist, aber realistischer hinsichtlich der Konsequenzen ihrer Handlungen und friedliebender waren die allemal.
Das Problem das wir heute haben ist dagegen, dass Regional- und Großmächte atomar "überrüstet" sind. Sie können mit einem Bruchteil ihrer Nuklearwaffen die komplette Erde unbewohnbar machen.
Deshalb muss das oberste Ziel jeder internationalen Politik sein, Kriege zu vermeiden. Die internationale "Nachkriegsordnung" hatte diesbezüglich sehr gute Ansätze - mit dem Gewaltmonopol der UN und dem einzigen völkerrechtlich legitimen Grund, zur Selbstverteidigung (auch zur Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs) zu den Waffen zu greifen.
Israel, die USA - und vor Jahren schon Russland - zeigen, dass sie sich nicht daran halten wollen. Damit wird die Nachkriegsordnung, die uns über Jahrzehnte hin ein relativ friedliches Zusammenleben in Europa ermöglicht hat, zerstört und in den Boden gestampft.
Ich sehe nicht, was da nun "besseres" folgen sollte. Im Gegenteil. Mit dem nun erklärten "Recht des Stärkeren" wird der Gewaltherrschaft, dem Terror und der Unterdrückung der Schwächeren nur Vorschub geleistet.
Das ist - auf internationaler Ebene - eine Bankrotterklärung der Politik. Das ist Dummheit und Egomanie.
Und das sollte bestraft und nicht gerechtfertigt werden.
