02.03.2026, 20:39
(02.03.2026, 17:33)lime schrieb: Indien war 2025 der zweitgrößte Abnehmer Rußlands. Da besteht durchaus weiteres Potential ... . bin ich davon ausgegangen dass du auf die Tankerversorgung über die Straße von Hormuz angespielt hast.Das stimmt. Gas und Öl aus dem Golf (sowohl vom Iran wie auch von der arabischen Seite - VAE) kann nur über Tanker nach Indien gelangen. Und die Straße von Hormuz ist momentan dicht.
Russland könnte natürlich auch über Tanker liefern, und damit diesen Engpass umgehen. Aber schau Dir bitte einmal die Seewege von Russland nach Indien an.
Das sind die seit über 12 Jahren bestehenden und zwischenzeitlich (gestrichelt) wohl zumindest teilweise errichteten Pipelines
Danach können Tanker nach Indien nur über das Nordmeer (Murmansk), den fernen Osten (Wladiwostok) oder allenfalls noch im Transit über die Türkei befüllt werden.
Das bedeutet nicht nur einen längeren Weg (und damit mehr Transportschiffe - zumal der Suezkanal für die größten Tanker nicht passierbar und die Engstelle vor dem Jemen auch gefährdet ist), sondern ist auch die Gefahr, dass Beladung und Transport witterungsbedingt in den Wintermonaten ausfallen.
(02.03.2026, 17:33)lime schrieb: ...Da besteht durchaus weiteres Potential besonders weil Rußland sein Öl sonst kaum noch loswerden kann. ....jein - Ungarn und die Slowakei (sowie Serbien über die Türkei) und vor allem China sind nach wie vor an russischen Lieferungen interessiert.
Ergänzend aber:
im "globalen Süden" sehen viele Länder nicht ein, warum sie sich an einem westlichen Boykott infolge des Ukraine-Krieges beteiligen sollen. Die Reibereien zwischen Ruanda und Kongo interessiert "im Westen" ja auch kaum jemand.
Und Indien ist auch eines der Länder (BRICS), die deutlich machen, dass sie in diesem Konflikt keine einseitige Partei ergreifen wollen.
D.h., Russlands Gas- und Ölexporten über Tanker steht, wenn die Seewege gesichert sind, durchaus ein Potential an Abnehmern zur Verfügung. Vor allem nachdem jetzt die Ölpreise massiv steigen.
Mit etwas zurückhaltenden Angebotspreisen kann der Kreml durchaus konkurrieren und so seine Förderung verkaufen.
