01.03.2026, 04:31
Dieser Krieg ist zum Abnutzungskrieg verkommen, aber nicht, weil eine der Seiten oder gar beide Seiten es so wollten, und nicht einmal deshalb, weil das gegenwärtige Kräfteungleichgewicht zwischen Defensiv- und Offensiv-Waffentechnik es erforderte. Mindestens bis 2024 hätte eine entschlossenere westliche Waffenhilfe das Blatt wenden können, und auch Russland hat sich künstliche Fesseln angelegt.
Ich stimme Dir zu, dass Geländebesitz nicht generell ein Merkmal von Erfolg oder Misserfolg ist, zumal sich die Frage stellt, wie er heute noch zu bemessen wäre, wo der Frontverlauf weniger klare Linie als opaker Schlauch ist. Aber: Ich bezog mich ja ganz konkret auf bestimmte Frontabschnitte bzw. die Ereignisse dort.
Den Krieg nur auf das Verlustverhältnis zu reduzieren, heißt, die eigene Taktik von der Nachkriegssituation her zu denken. Geländebesitz kann immer noch dort sehr wichtig (und auch Opfer wert) sein, wo es gilt, die Logistik des Feindes zu stören (Verkehrsknotenpunkte), die feindlichen Drohnen bzw. die feindliche Artillerie von Hochwertzielen (aus ukrainischer Sicht vor allem Städten) fernzuhalten, oder wo die politische Lage es erfordert.
Die Ukraine befindet sich in der ungünstigen Lage, dass die russische Propaganda auf der Weltbühne mehr verfängt, und dass sie auch in die Ukraine selbst hineinwirken kann, weil die wichtigsten sozialen Netzwerke russisch sind bzw. die ganz überwiegende Zahl der Ukrainer Russisch zumindest versteht.
Anders gesagt, wenn Moskau bspw. die Schlacht um Pokrowsk (O-Ton Michael Kofman: "Die Stadt hat operativen Wert, man sollte ihre Bedeutung aber nicht übertreiben.") zum zweiten Stalingrad und zur Schicksalsfrage aufbläst, kann Kyjiw das nicht einfach unter Verweis auf die militärischen Realitäten ignorieren. Man ist dazu verurteilt, dem Feind dort entgegenzutreten, wo er mit aller Macht angreift, auch deshalb, weil er tatsächlich durchbrechen und die Front aufrollen könnte, wenn man es nicht täte.
Insofern hat die Beherrschung von Gebieten einen politischen Wert, aus dem ein militärischer Wert hervorgeht.
Ich stimme Dir zu, dass Geländebesitz nicht generell ein Merkmal von Erfolg oder Misserfolg ist, zumal sich die Frage stellt, wie er heute noch zu bemessen wäre, wo der Frontverlauf weniger klare Linie als opaker Schlauch ist. Aber: Ich bezog mich ja ganz konkret auf bestimmte Frontabschnitte bzw. die Ereignisse dort.
Den Krieg nur auf das Verlustverhältnis zu reduzieren, heißt, die eigene Taktik von der Nachkriegssituation her zu denken. Geländebesitz kann immer noch dort sehr wichtig (und auch Opfer wert) sein, wo es gilt, die Logistik des Feindes zu stören (Verkehrsknotenpunkte), die feindlichen Drohnen bzw. die feindliche Artillerie von Hochwertzielen (aus ukrainischer Sicht vor allem Städten) fernzuhalten, oder wo die politische Lage es erfordert.
Die Ukraine befindet sich in der ungünstigen Lage, dass die russische Propaganda auf der Weltbühne mehr verfängt, und dass sie auch in die Ukraine selbst hineinwirken kann, weil die wichtigsten sozialen Netzwerke russisch sind bzw. die ganz überwiegende Zahl der Ukrainer Russisch zumindest versteht.
Anders gesagt, wenn Moskau bspw. die Schlacht um Pokrowsk (O-Ton Michael Kofman: "Die Stadt hat operativen Wert, man sollte ihre Bedeutung aber nicht übertreiben.") zum zweiten Stalingrad und zur Schicksalsfrage aufbläst, kann Kyjiw das nicht einfach unter Verweis auf die militärischen Realitäten ignorieren. Man ist dazu verurteilt, dem Feind dort entgegenzutreten, wo er mit aller Macht angreift, auch deshalb, weil er tatsächlich durchbrechen und die Front aufrollen könnte, wenn man es nicht täte.
Insofern hat die Beherrschung von Gebieten einen politischen Wert, aus dem ein militärischer Wert hervorgeht.
