Ungarn
(Vor 8 Stunden)lime schrieb: Auf die letzten 10 Jahre gerechnet. Deutschlands Bevölkerung wächst per Anno um ca. 0,32% während sich die Ungarische um etwa 0,29% pro Jahr reduziert hat. Im selben Zeitraum hat Deutschland preisbereinigt fast ein Nullwachstum, während die Wirtschaftskraft Ungarns um mindestens 30% gestiegen ist.
Könntest du das mit vergleichbaren Daten belegen? Ich kann das so auf Anhieb nicht nachvollziehen.
Wenn ich die Statista-Daten vergleiche, dann komm ich über die letzten 10 Jahre auf ein durchschnittliches Wachstum von 2,47% für Ungarn und 0,75% für Deutschland.
Nehme ich das Pro-Kopf-BIP von 2014 bis 2024, dann hat sich das in Ungarn über diesen Zeitraum um 62,4% gesteigert, in Deutschland um 40,3%.
Für das Kaufkraftbereinigte BIP komme ich für 2015-2024 auf ein Wachstum in Ungarn um 74,3% und 50,8% in Deutschland

Ungarns Wirtschaftsleistung pro Kopf wächst eindeutig stärker als unsere, aber wie kommst du auf 0 und 30%?

Aber ungeachtet dessen: Was ist jetzt die Konsequenz daraus? Es ergibt wenig Sinn, Zahlen miteinander ins Verhältnis zu setzen, ohne dass diese miteinander korrelieren. Also gilt es jetzt, einen Rückschluss daraus zu ziehen, inwiefern die Bevölkerungsentwicklung hier auf die Wirtschaftskraftentwicklung Einfluss hat.

Und tatsächlich scheint mir der Unterschied zwischen +3% und -2% Bevölkerungsentwicklung im Vergleich zu 50-75% BIP-Entwicklung auch nicht als besonders erheblich miteinander korrelierend. Das wird eine Rolle spielen, aber eher eine untergeordnete.
Zitat:Da hilft Schönreden auch nichts.
Was ist denn daran "Schönreden", wenn man Statistiken in den für sie relevanten Kontext setzt?

Das Fazit kann doch trotzdem deinen Narrativen entsprechen, wenn man eben feststellt, dass in Ungarn eine positive wirtschaftliche Entwicklung u.a. damit zusammenhängt, dass diejenigen, die negativ auf dieses Wachstum einzahlen würden, konsequent nicht ins Land gelassen werden oder dieses mehr oder weniger freiwillig verlassen. Und es kann auch sein, dass Deutschland dabei eine Rolle spielt, weil diese Menschen stattdessen zu uns kommen und hier das Wirtschaftswachstum dann tlw. negativ beeinflussen. Zu einem gewissen Anteil wird das vermutlich so sein.

Aber das ist halt nicht die ganze und alleinige Konsequenz dieser statistischen Betrachtung.
Zitat:Viele Pflegekräfte mit deutscher Staatsbürgerschaft haben sich aus dem Sektor in den letzten Jahren auf Grund der zu niedrig empfundenen Löhne verabschiedet. Dieses Faktum wird dabei ausgeblendet.
Wieso wird das ausgeblendet? Das bestreitet sicher niemand, aber welchen Einfluss hat das denn konkret auf die Effekte der Bevölkerungsentwicklung hinsichtlich des Wirtschaftswachstums?
Zitat:Wenn diese Leute lieber durch Umschulung, ALG1, Bürgergeld, Frührente oder durch komplette Aufgabe der Arbeit, weil zum Beispiel der Partner ausreichend verdient, ausscheiden hat man am Ende nicht gewonnen sondern erreicht nur das Gegenteil.
Wo ist der Zusammenhang damit, dass zuwandernde Pflegekräfte die Lücke füllen und dadurch eine mögliche Ursache für "Minderarbeit" (im Sinne von Erwerbstätigkeit) reduzieren? Denn "diese Leute", die weniger erwerbstätig sind, um Angehörige zu pflegen, sind ja nicht diejenigen, die aus den von dir genannten Gründen nicht erwerbstätig sind. Da besteht schlicht kein Zusammenhang.
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema

Gehe zu: