27.02.2026, 19:39
DeltaR95 schrieb:Ist dafür überhaupt etwas in der Pipeline? Der Kurs Marine 2035+ aus dem letzten Jahr markiert ja nur einen LUUV-Typ bis 2035, der aussieht wie der BlueWhale.Mit Sicherheit nicht, wir hier immerhin noch von der Bundeswehr.
Aber auf die Silhouette des MZBs würde ich nicht allzu viel geben. Da sind auch noch die alten Render der MBVs und die MTG Skizzen von MUsE drin, im früheren MZB war da auch noch die Silhouette der City Class MCM-Mutterschiffe. Sind eben Symbolbilder.
Zitat:Von XLUUV bzw. überhaupt UUV außerhalb der Aufklärung und Ergänzung der U-Boote ist in dem Papier doch nirgendwo die Rede.Der ESuT Artikel schreibt diesbezüglich folgendes:
ESuT schrieb:Im Kurs Marine stellt der Inspekteur eine Zukunft vor, in der unbemannte Systeme in einer hybriden Marine alltäglich sind. Unbemannte Unterwasserfahrzeuge sollen künftig neben bemannten U-Booten die Unterwasseraufklärung übernehmen. Vizeadmiral Kaack hat diese konzeptionelle Linie in seinen „Absichten 2026“ und öffentlichen Äußerungen nochmals zugespitzt: Unbemannte Systeme sollen dort vorne stehen, wo das Risiko hoch ist, die Distanz gering und der Gegner nah – während bemannte Großplattformen im Nordatlantik, in der U‑Boot‑Jagd und in der kollektiven Abschreckung eingebunden bleiben. Die Marine sei „im Aufbruch“, so Kaack, und erwarte 2026 die „schnelle Übernahme, Integration und Nutzung“ zahlreicher neuer Drohnensysteme – auf, unter und über der Wasseroberfläche.
Vor diesem Hintergrund wird BlueWhale ausdrücklich als Baustein in einer Gesamtentwicklung verstanden, nicht als isoliertes Einzelprojekt.
Zitat:Konzeptionell ordnen die Deutsche Marine und die Industrie BlueWhale primär mehreren Rollen zu: der unbemannten U-Boot-Abwehr (ASW) und U-Boot-Bekämpfung in Randmeeren, der Minenaufklärung sowie der Unterstützung der MCM-Kräfte, der maritimen Aufklärung und Signalaufklärung (ISR/SIGINT) in Küsten- und Flachwasserzonen, dem Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur wie Pipelines, Kommunikationskabeln und Offshore-Energieanlagen sowie der Unterstützung von Spezialkräften durch verdeckte Aufklärung im Vorfeld.
Zitat:BlueWhale ist dabei bewusst eher als „leichter“ Vertreter seiner Klasse ausgelegt: groß genug für durchhaltefähige Operationen, klein genug für ein im Vergleich zu Orca, UCUV & Co. überschaubares Risiko- und Kostenprofil. Für die Deutsche Marine, die gleichzeitig Infrastruktur und Ausbildung modernisieren muss, ist dies ein pragmatischer Einstieg – mit der Option, Erfahrungen aus Betrieb und Verbundführung später in weiterführende Drohnen-Generationen einfließen zu lassen.https://esut.de/2026/02/meldungen/68414/...zeitalter/
Das ließt sich mMn eher so, als wenn man BlueWhale speziell deshalb ausgewählt hätte, um das System als "Sprungbrett" für den Einstieg in diese Technologiesparte zu nutzen. Das scheint nicht unbedingt das zu sein, was man haben will, aber es war günstig und man kann damit viel ausprobieren.
Bedenke, dass "ergänzt U-Boote" nicht unbedingt heißen muss "operiert gemeinsam mit U-Booten". Das kann auch einfach bedeuten, dass man die Fähigkeiten von U-Booten multiplizieren möchte. Mehr als ein kleines U-Boot ist ein LUUV ja auch nicht. Zudem kann ein U212CD BlueWhale selber nicht verbringen und selber wird das LUUV nicht über die Reichweite verfügen um damit groß im Nordmeer oder der östlichen Ostsee zu operieren. Und selbst wenn, wie will BlueWhale im getauchten Zustand mit einem getauchten U-Boot kommunizieren?
Das erscheint mir wieder ein Fall von "lasst uns irgendwas kaufen" zu sein.
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Frank353 schrieb:Welches Produkt meinst du genau?Das kommt sehr darauf an, was man damit machen will.
MEn haben wir Bedarf an hochseefähigen LUUVs die vor allem im ASW (sekundär auch im ASuW) den Aufklärungsradius von Überwassereinheiten vergrößern und als eine Art semimobiles Schleppsonar fungieren. Zusätzlich müssten diese LUUVs in der Lage sein, vergleichsweise enge und inselreiche Seegebeite (bspw im Norden Norwegens) zu befahren um Unterwasserbedrohungen in Küstennähe oder sogar in Fjorden selber aufklären zu können, ohne, dass sich die ASW-betreibende Überwassereinheit dabei in Gefahr bringt. Diese LUUVs müssen durch diese Überwassereinheiten verbracht werden können, dürfen also nicht übermäßig groß sein, müssen aber auch ausreichende Reichweiten-/Ausdauerreserven aufweisen um nicht permanent an der Überwassereinheit kleben zu müssen. Sie brauchen verschiedene Sensorik, bspw Sonarsysteme oder auch ELINT-Fähigkeiten. Eventuell kann auch Bedarf an modularen Payloads bestehen, aber da bin ich mir noch nicht sicher. Idealerweise sollte der Datenaustausch mit einer Überwassereinheit im getauchten Zustand geschehen können, bspw über die Verwendung einer Signalboje die bei Bedarf ausgefahren werden kann.
Also letztendlich ein LUUV in oberer RHIB-Größe mit großer Reichweite, Ausdauer und großer Sensortiefe.
Mein "heißester" Kandidat dafür wäre aktuell HERNE von BAE Systems aber ich würde auch die Entwicklung einer Maßanfertigung für die Marine nicht ausschließen.
Solange man BlueWhale nur als Vorbereitung für ein solches System nutzt, habe ich da kein Problem mit.
