Vor 1 Stunde
Pmichael schrieb:Wohin besteht nochmal die Souveränität an einem Flugzeug mit kaum eigener industrieller Beteiligung noch Zugang zu den Schlüsseltechnologien - man könnte noch nicht einmal eigene Waffen ohne weiteres integrieren, wenn in ein paar Jahren dann auch noch die Rassemblement National, mit ihrem anti-deutscher und anti-europäische Ausrichtung, gewählt wird?Argumentiere ich hier irgendwo, die Forderungen Dassaults einfach bedingungslos zu schlucken?

Zitat:Es ist zwar schön zu sagen Deutschland kann kein Flugzeug bauen und mit anderen Ländern zusammenarbeiten kann Deutschland sowieso nicht, es erklärt aber trotzdem nicht wieso FCAS in diesem Trappier gefordetem Konstrukt sinnvoller ist als dann irgendwas Anderes zu kaufen - ohne Entwicklungsrisiko aber mit großzügiger finanzieller Beteiligung? Im Zweifel halt die F-47E.Generell ist so ein Konstrukt mEn nicht wünschenswert aber ich bin ebenfalls der Meinung, dass ein solches Gefüge im innereuropäischen Kontext anders zu bewerten ist als im außereuropäischen Kontext. Diese Diskussion hatten wir ebenfalls bereits.
Denn für die Vereinigten Staaten sind wir (Deutschland) politisch, militärisch und wirtschaftlich entbehrlich, für Frankreich sind wir hingegen überlebenswichtig, weil Frankreich alleine keine EU stützen kann. Das schafft uns wiederum Sicherheiten und eine Verhandlungsbasis, ähnlich wie wir bei einem NGF, egal mit welchem Partner, mangelndes Know-How mit finanziellen Fähigkeiten wettmachen können. Umgekehrt genauso, wir sind auch nicht alleine in der Lage, die EU zu stützen.
Dieses gegenseitige Verhältnis ist auch der Grund, warum es - glücklicherweise - immer mehr deutsch-französische Kooperationen gibt, auch wenn das beiden nationalen Industrien nicht schmeckt. Deutschland und Frankreich sind nun mal der absolute Nabel der EU und als Nabel der EU werden beide in Rüstungsprojekten Kooperieren.
Das haben ein Dassault und ein AIRBUS D.a.S. kommentarlos zu akzeptieren. Punkt.
Klar kann man sich jetzt auch hinstellen und darüber meckern - immerhin sehen einige in diesem Forum Frankreich anscheinend als größere Bedrohung an als den Staat, der vor einem Monat damit gedroht hat unsere dänischen Nachbarn militärisch anzugreifen - aber das ist mEn sinnlos.
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Auf den NGF bezogen fürchte ich allerdings, dass das Kind möglicherweise nicht mehr aus dem Brunnen gezogen werden kann. Dafür haben die jeweils Beteiligten schon zu lange ihre ungewollte und ungefragte Meinung in die Welt hinausgeschrien und eine wirksame politische Führung dürfte nun sehr schwer werden.
Man kann vielleicht aus dieser Situation lernen, nämlich a) Konflikte intern auszutragen, b) der jeweiligen Rüstungsindustrie einen Maulkorb verpassen und c) Grundsätze solcher Kooperation von Anfang an auszuhandeln und sich daran zu halten.
Mal gucken was aus der Situation wird. Eine rein nationale Entwicklung halte ich für so gut wie ausgeschlossen, entsprechend denke ich es wird entweder auf eine deutsch-französische oder deutsch-schwedische Partnerschaft hinauslaufen, je nachdem wohin der Wind gerade weht.
