Vor 6 Stunden
„Fox1“ schrieb:Ich denke, die Startbasis ist in Deutschland weitaus besser als in Südkorea und Türkei ist. Von der Luftfahrtindustrie gerade im militärischen Bereich wissen die wenigsten von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Es werden immer nur Beispiele bekannt. […]Darüber kann man diskutieren aber es negiert die Grundsatzproblematik nicht.
Diese Fähigkeiten besitzen wir nicht und wenn wir sie besäßen, hätte uns die IG Metall damit seit 5 Jahren in den Ohren gelegen.
Zitat:Außerdem sind wir nicht sofort gezwungen alles zu entwickeln - man kann auch dazukaufen und integrieren.Von wem denn? (Im Falle von zwei NGFs) SCAF und GCAP dürften beiden ausfallen, die werden keinem Technologietransfer zustimmen, würden wir selber auch nicht tun. Saab wird sowas nicht ohne eigene Beteiligung an dem Projekt tun und außereuropäische Technologietransfers negieren den Sinn dieser Plattform, weil der Souveränitätsanspruch damit für die Tonne wäre.
Wir würden dieses Ding nicht bauen um irgendeinem Hampelmann in Manching den Tag zu versüßen. Offiziell jedenfalls.
Zitat:SWE stehe ich auch positiv gegenüber, SP nicht. SP hat nur Tradition/Know How im Transportflugzeugbereich, wird aber Forderungen nach wichtigen und attraktiven Arbeitspaketen haben. Wenn, dann müssten sie Unteraufträge im Strukturbereich akzeptieren.Ich gehe persönlich davon aus, dass Schweden in solchen Kooperation ebenfalls die technologische Federführung obliegen würde. Was, wie bei Frankreich im übrigen auch, gerechtfertigt wäre, da die schwedische Luftfahrtindustrie in der Entwicklung von Flugzeugen fähiger ist, als die deutsche. Das kann zwar, besonders durch den finanziellen Vorteil Deutschlands, trotzdem als Partnerschaft Früchte tragen aber „auf Augenhöhe“ wäre diese vermutlich nur auf dem Papier. Es macht es nur politisch ein wenig einfacher, da Schweden nur unzureichende finanzielle Mittel für eine 6th ten Plattform aufbringen kann und die deutsche und schwedische Rüstungsindustrien bereits in der Vergangenheit kooperiert haben, womit man zumindest weiß, woran man ist.
Forderungen nach Industriebeteiligung und Fähigkeiten des Endprodukts werden auch von schwedischer Seite kommen, da sollte man sich keine Illusionen machen.
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„roomsim“ schrieb:In der Hinsicht stehte ich deshalb einer Kooperation was die Zelle und Systeme angeht mit Schweden und Spanien sehr positiv gegenüber, da Frankreich(Dassault) andere Anforderungen(auch wenn ich sie als nicht unvereinbar ansehe) hat und vor allem gezeigt hat das sie nicht an teilen interessiert sind. Was die Combat Cloud angeht bin ich dafür eine einheitliche Europäische Platformübergreifende zu entwickeln, in die sich dann auch evtl. GCAP einbinden kann. Da das momentan gut läuft würde ich die Kooperation mit FR beibehalten, genauso wie beim Triebwerk für unseren neuen Fighter.Das wäre aktuell auch mein Idealfall wenn sich die Wege beim NGF trennen.
Zitat:Ich sehe da von Seiten der Industrie auch viel eher nackten Kampf ums überleben, bei dem was Dassault da an Projektanteilen gefordert hat, weshalb die relativ vorsichtig sind was neue Kooperationen angeht.Anteilsinteressen durchaus, aber von einem nackten Kampf ums überleben würde ich hier nicht sprechen, schließlich würden Remote Carrier sowie große Anteile der Fertigung weiter in Deutschland bleiben.
Ich glaube man war hier von Seiten der Industrie eher enttäuscht, dass man - völlig überraschend *hust* - keinen überproportionalen Anteil gemessen an den eigenen Fähigkeiten bekommen und sich dann kurzerhand entschieden hat, die Sache hinzuschmeißen. Dassault wusste genau wie die Industrie hierzulande auf diese dann überzogenen Forderungen reagieren würde und hat es entsprechend genutzt. Mehr wird gar nicht dabei gewesen sein.
Die klassische Mischung aus Industrieinteressen, Goldrand-Denken und grundsätzlicher Selbstüberschätzung auf beiden Seiten, was ja selbst rein nationale Projekte hierzulande regelmäßig entgleisen lässt.
