(Luft) Future Combat Air System (FCAS) und New Generation Fighter (NGF)
(Vor 11 Stunden)DopePopeUrban schrieb: Ich glaube die wenigsten hier zweifeln an, dass Deutschland in der Lage wäre, ein solches Flugzeug selbstständig zu entwickeln und zu bauen. Das steht mMn außer Frage. Aber, und diese Diskussion kam hier soweit ich weiß schonmal auf, würde das den Mehrwert bringen, den wir uns hier erhoffen?

Deutschland steht in der militärischen Luftfahrtentwicklung und Produktion zwar nicht blank dar, aber im aktuellen Status Quo könnten wir so ein Flugzeug nicht von A bis Z entwickeln und bauen. Das ist ein Fakt, da brauchen wir nicht groß drüber diskutieren. Deutsche Luftfahrtunternehmen sind seit mehreren Jahrzehnten, teilweise seit Mitte des 20. Jhr., eng mit meist multinationalen Kooperationen verzahnt und existieren und arbeiten in diesem Kontext.

Ist das ein unlößbares "Problem" (sofern man das überhaupt als Problem sieht, was ich bspw nicht tue)? Sicher nicht, aber das bedeutet, dass ein rein domestischer NGF eine absolute Mammutaufgab sein würde. Denn nicht nur müsste die Plattform selber entwickelt werden, die für diesen Entwicklungsprozess erforderlichen Fähigkeiten, Einrichtungen etc müssten erst einmal hier in Deutschland hochgezogen werden, inklusive Ausgliederungen deutscher Anteile aus multinationalen Unternehmen.

Alleine bis diese Grundvoraussetzungen geschaffen sind vergehen hier locker 5-7 Jahre und dann wurde noch keine einzige Minute am NGF gearbeitet. Wenn wir dazu noch die Entwicklungszeit des NGF hinzurechnen, die, da es sich um das erste Flugzeug aus rein deutscher Produktion seit Jahrzehnten handelt, mit hoher wahrscheinlich sehr lange dauern wird, landen wir definitiv nicht bei 2040, eher 2050+.
Und da es sich wie gesagt um einen "Prototypen" an domestischem Flugzeug handelt, wird auch die Leistung dieser Plattform im Vergleich zu Produkten etablierter Flugzeugbauer entsprechend gering ausfallen. Das kann man glaube ich mit Sicherheit sagen.

Die KF-21 in allen Ehren aber dieses Flugzeug wird seit 2001 entwickelt, das ist nicht erst in den letzten 10 Jahren vom Himmel gefallen. Die TAI Kaan wird seit grob 2010 Entwickelt und soll nicht vor 2030 in Dienst gestellt werden und das trotz der "älteren" Generation und Abwesenheit von Combat Cloud und Remote Carrier Integration.
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Daher sehe ich persönlich eine Partnerschaft mit irgendjemandem als unausweichlich. Sei es nun Frankreich oder Schweden.
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Ist das nicht wunderbar, wie sehr Industriehörigkeit essenzielle Partnerschaften beschädigen kann? Big Grin

Ich denke, die Startbasis ist in Deutschland weitaus besser als in Südkorea und Türkei ist. Von der Luftfahrtindustrie gerade im militärischen Bereich wissen die wenigsten von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Es werden immer nur Beispiele bekannt.
Z.B. die AMK Entwicklung für EF war eine rein deutsche Angelegenheit - muss man erstmal können ein derart komplexes Kampfflugzeug in einen deutlich höheren Anstellwinkel zu bringen. Sowas hat in Europa niemand seit langem gemacht - kein Saab, kein Dassault.
Niemand weiß, dass es Airbus Manching war, die das indische LCA MK1 auf IOC und FOC gebracht haben, nachdem die Inder quasi in einer Demonstrationsphase gestallt waren. Sogar eine Navy Version wurde abgeleitet, die automatisch auf einem Flugzeugträger gestartet und gelandet ist ...
Etliche weitere Beispiele gäbe es.

In FR wäre das alles sehr prominent in der Berichterstattung, aber nicht in DEU ...

Wer weiß schon, dass Liebherr bei Aktuatorik und Hydraulik neben Moog der technologisch führende Hersteller im Luftfahrtbereich ist, genauso wie Litef bei Inertialsensorik.

Wer weiß schon ...

Außerdem sind wir nicht sofort gezwungen alles zu entwickeln - man kann auch dazukaufen und integrieren.
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RE: Future Combat Air System (FCAS) und New Generation Fighter (NGF) - von Fox1 - Vor 8 Stunden
RE: Tornado-Nachfolger - von Mike112 - 24.02.2020, 15:45
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