(Luft) Future Combat Air System (FCAS) und New Generation Fighter (NGF)
(Gestern, 05:04)muck schrieb: @Helios

Bis da etwas Konkretes kommt, würde ich Merz' Statement als rein politisches Manöver werten—und zwar mit einer durchaus europäischen Stoßrichtung. Öffentlich ist in den vergangenen zwölf Monaten fast ausschließlich Trappier als personifizierter Spaltpilz aufgetreten, alle Verhandlungen im Hintergrund haben offenbar nichts gebracht. Also was soll Merz noch sagen? Er kann Dassault die Schuld am Scheitern des Projekts geben, oder der französischen Regierung—was jedoch aufs Gleiche hinausläuft, denn Trappier zum Sündenbock zu machen, heißt unterstellen, dass Macron mit Trappier übereinstimmt oder zu schwach ist, ihn zu disziplinieren. Meiner Meinung nach hat Merz entschieden, dass das ohnehin gescheiterte Projekt es nicht wert ist, dem strauchelnden Macron noch eins reinzuwürgen, weswegen Deutschland jetzt eine Mitschuld auf sich nimmt.

Da wird ein Riesenthema draus gemacht. Am Ende ist das Thema nach 2 Tagen in den Medien durch, sobald es entschieden ist. Wir haben auch Konkurrenz bei den U-Booten, den Fregatten, den Luftabwehrsystemen, den Satelliten, den ...

Die deutsche und auch europäische Öffentlichkeit interessiert das doch gar nicht so sehr ...

(23.02.2026, 22:28)Helios schrieb: Ich meine damit, dass das NGF gerade aus den falschen Gründen scheitert, und diese Gründe konsequent befolgt dafür sorgen werden, dass jede Alternativlösung keine gute Lösung in einer Gesamtbetrachtung sein wird. Die Diskussion um die nicht vereinbaren Auslegungsschwerpunkte ist für mich nicht schlüssig, aber konsequent befolgt wird damit meiner Ansicht nach jede Zusammenarbeit mit anderen Nationen (von denen es eh nicht mehr viele zur Auswahl gibt) so weit erschwert, dass eine sinnvolle Auflösung mehr oder weniger unmöglich wird. Es bliebe also bei einem rein deutschen oder maximal noch deutsch-spanischen Projekt, letzteres aber auch nur aus industriepolitischen Gründen. Das ist in Anbetracht der bisherigen deutschen Betrachtungen der letzten 30 Jahre zu dem Thema kein gutes Zeichen. Aber selbst wenn ich diesen Punkt ignoriere, meiner Ansicht nach ist das eh nur ein vorgeschobenes oder zumindest missweisendes Thema, dann soll der NGF aus industriepolitischen Gründen scheitern. Ein etwaiger Nachfolger müsste diese industriepolitischen Anforderungen bedienen, in meinen Augen fehlt dafür aber die politische Konsequenz, die notwendige Unterstützung der Industrie (dazu gehört beispielsweise auch eine Ausgliederung aus Airbus) sowohl in organisatorischer wie auch finanzieller Natur sicherzustellen.

Ich behaupte nicht, dass Deutschland nicht in der Lage wäre, ein leistungsfähiges Kampfflugzeug der nächsten Generation alleine oder in einer Partnerschaft zu entwickeln, ich behaupte aber, dass dies aus den genannten Gründen nicht realistisch ist. Dass Dassault alleine bzw. mit anderen Partnern das schafft halte ich für wesentlich wahrscheinlicher.

Meine Befürchtung ist im übrigen, dass ein Scheitern des NGF dazu führt, dass über viele Jahre etliches an Mitteln an die Industrie fließt, das Projekt letztlich aber abgebrochen wird und wir uns dann erfolglos (im Vergleich mit den Bemühungen anderer Nationen) um die Auslagerung auf nationale unbemannte Systeme bemühen werden, nur um final den irgendwann völlig veralteten Eurofighter durch ein Fremdprodukt zu ersetzen.

Das ist die pessimistische Betrachtung - die optimistische Betrachtung kann sein:

Deutschland entwickelt zum ersten Mal seit dem 2. WK wieder ein Kampfflugzeug, deckt dabei den europäischen Bedarf nach einem Flugzeug ab, das die Luftüberlegenheit garantiert, was sonst kein europäischer Partner macht.

Die verschiedenen, aus meiner Sicht komplementären Kampfflugzeugtypen (F-35, die FR Version einer F35, GCAP, und der DEU NGF) leisten einen entscheidenden Beitrag zu europäischer Souveränität.

DEU gelingt es ein überzeugendes Kooperationsprogramm auf die Beine zu stellen - Iris-T- Modell, d.h. DEU trägt 50%+, einige kleinere Partner, die unterbeauftragt sind. Damit kann man die negativen Folgen eines Kooperationsprogramms = SQRT(Anzahl der Partner) auf Kosten und Zeitdauer vermeiden.

Es entstehen in DEU 70.000 - 80.000 gutbezahlte, hochqualifizierte Arbeitsplätze.
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