21.02.2026, 11:16
Zur Situation in der Oblast Saporischschja:
Die ukrainische Gegenoffensive hat nun 300 km² zurückerobert. (Quelle)
Zur Lage der Ukraine:
Der vormalige ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit 'Associated Press' scharf angegriffen und die Regierung erstmals für das Scheitern der Sommeroffensive 2023 verantwortlich gemacht. (Quelle) Saluschnyj habe damals seine Kräfte in der Oblast Saporischschja konzentrieren und einen einzigen Stoß mit Richtung auf das Asowsche Meer führen wollen, um Russland den Landzugang zur Krim zu nehmen. Die Regierung habe auf mehrere Stoßrichtungen bestanden.
Westliche Unter zwei-Quellen haben 'AP' zufolge bestätigt, dass Kyjiw die Strategie gegen seinen Willen geändert habe. Er berichtete in dem Interview auch, sich schon 2022 oft mit Selenskyj und anderen Offiziellen um die richtige Strategie gestritten zu haben. Seiner Darstellung nach kam es dabei zu Einschüchterungsversuchen, die Saluschnyj dem mittlerweile geschassten Präsidialamtschef Andrij Jermak zur Last legt.
Nach einem Streit mit Kyjiw hätten im September 2022 Beamte des Inlandsgeheimdiensts SBU versucht, sich Zutritt zu einem Gefechtsstand zu verschaffen, den Saluschnyj in einem ehemaligen Nachtclub eingerichtet hatte. Es sei unklar gewesen, was sie überhaupt wollten, doch habe er die Beamten davon abhalten müssen, auf Computer zuzugreifen. Saluschnyj will Jermak telefonisch damit gedroht haben, dass er bereit sei, das Militär einzusetzen, um den Gefechtsstand zu schützen. Ein Dutzend britischer Offiziere sei bei dem Vorfall zugegen gewesen. Saluschnyj bestätigt damit erstmals die Beteiligung ausländischer Offiziere an der Arbeit des ukrainischen Generalstabs.
Der SBU stellt die Episode jedoch anders dar. Demnach hätten Beamte im Zuge einer Ermittlung gegen die organisierte Kriminalität einen Durchsuchungsbefehl gegen den Nachtclub vollstrecken wollen. Sie hätten nichts von Saluschnyjs Anwesenheit dort gewusst und die Aktion sofort abgebrochen, als sie merkten, dass sie an der falschen Adresse waren. (Quelle) Der Vorgang hat insofern viel politische Brisanz, als Saluschnyj Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur nachgesagt werden.
Kriegsverbrechen/zur Lage der russischen Armee:
Investigativjournalisten haben Zugang zu Verläufen einer Chatgruppe erlangt, der auch der russische Generalmajor Roman Demurtschiew angehörte, stellvertretender Kommandeur der 20. Garde-Armee [steht im Raum Lyman, muck]. Die Chats legen zahlreiche russische Kriegsverbrechen offen, an denen Demurtschiew selbst beteiligt war, enthalten aber auch viele Beispiele für institutionelle Korruption. (Quelle)
In einem Foto, das Demurtschiew an Kameraden und auch an seine Frau verschickte, ist eine Kette mit abgeschnittenen menschlichen Ohren zu sehen. Ein Kamerad im Generalsrang witzelt zur Antwort, dass er das noch aus Tschetschenien kenne. Andere Fotos zeigen Vivisektionen an Tieren. An vielen Stellen schildert Demurtschiew die Folterung und Ermordung ukrainischer Kriegsgefangener als alltägliches Ereignis. Gegenüber Vorgesetzten und Kameraden brüstet er sich damit, keine Gefangenen zu machen.
Mehrere Gespräche deuten darauf hin, dass Gefangene, für die man keine Verwendung hat, tatsächlich sofort hingerichtet werden. In mindestens zwei Fällen wird Demurtschiew von seinem FSB-Verbindungsoffizier gefragt, ob er noch Verwendung für bestimmte Gefangene habe, oder man sie "entsorgen" solle. In einem Gespräch bezahlt Demurtschiew mit Kaviar für die Überlassung einiger Gefangener als Arbeitskräfte.
Demurtschiew äußert sich an vielen Stellen abfällig über seine Vorgesetzten, und greift auch Generalstabschef Waleri Gerassimow direkt an ("zieht sich seine eigenen Schlüsse aus seinem aufgeblasenen Kopf"). Russlands Heer charakterisiert er als "Armee von Idioten, Speichelleckern und feigen Verrätern". Er steht merklich General Iwan Popow nahe, ehemals Kommandeur der 58. Armee, der 2023 nach einem kritischen Bericht an Gerassimow strafversetzt wurde und nun eine fünfjährige Haftstrafe wegen Korruption verbüßt.
Auch nach dessen Versetzung nach Syrien chattete Demurtschiew regelmäßig mit ihm. Im Herbst 2023 berichtete er Popow, dass seine Verbände in Robotyne (Saporischschja) "gestern" 17 Gefallene, 27 Verwundete und 165 Vermisste zu beklagen gehabt hätten, wobei er davon ausgeht, dass 99% der Vermissten tot seien. Popow reagiert ungläubig, Demurtschiew antwortet: "Ja, es war die Hölle."
Demurtschiew scheint Teil des Systems gewesen zu sein, bei dem Popow Gelder für sich abzweigte, die zum Aufbau von Grenzbefestigungen gedacht waren. Schulden gegenüber Popow beglich er mit Geldern, die er von Untergebenen erpresst hatte, wie er selber angibt. Die Chatprotokolle zeigen auch, wie er andere Beteiligte auf ihre Verhöre in Moskau "vorbereitete", damit sie sich gegenseitig decken könnten.
Andere Gespräche und Chats zeigen die Denkweise Demurtschiews und seinesgleichen. Über Fotos kenianischer Söldner in seinen Reihen witzelten er und andere Generäle, man müsse sie sich nur genau anschauen, dann werde man schon weiße Gesichtszüge entdecken. Obwohl er an anderer Stelle von einem Orden schwärmt, den ihm der tschetschenische Diktator Ramsan Kadyrow verliehen hat, lästert Demurtschiew über die tschetschenische Truppen, die völlig nutzlos sein und poltert, man solle ihm Slawen schicken, nur Slawen würden Resultate bringen.
Bemerkenswert ist auch die Beobachtung, dass selbst hochrangige Generäle Russlands sich in ihrer Korrespondenz des Mat bedienen.
Kriegsverbrechen, part deux/zur Lage der ukrainischen Armee:
Der 'Kyiv Independent' hat massive Straftaten und Missbrauch innerhalb einer brasilianischen Freiwilligenkompanie der ukrainischen Internationalen Legion aufgedeckt. Dem Bericht zufolge wurde kurz vor Neujahr ein Soldat der Advanced Company von Kameraden regelrecht zu Tode gefoltert, nachdem er die Einheit hatte verlassen wollen. Aktive und ehemalige Mitglieder geben an, dass in der Einheit eine "Mafia-Kultur" herrsche.
Idealisten würden auf hartgesottene Söldner aus den Favelas treffen, die die Neuankömmlinge beim geringsten Anlass verprügeln. Quälereien, teils auch mit sexuellem Hintergrund, seien häufig. Auf die Fälle angesprochen, sicherte der formal zuständige ukrainische Militärgeheimdienst eine Untersuchung zu, gestand aber auch ein, dass die Legion, anders als die reguläre Armee, keine Beschwerdestelle für Dienstvergehen hat. (Quelle)
Netzfundstücke:
Der frühere Vize-Vorsitzende der Tories, Jack Lopresti, hat sich der ukrainischen Armee angeschlossen. Das gab Lopresti auf 'X' bekannt. Lopresti war von 2010 bis 2024 Mitglied des britischen Unterhauses und dort als Fürsprecher der Ukraine bekannt. (Quelle)
Die ukrainische Gegenoffensive hat nun 300 km² zurückerobert. (Quelle)
Zur Lage der Ukraine:
Der vormalige ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit 'Associated Press' scharf angegriffen und die Regierung erstmals für das Scheitern der Sommeroffensive 2023 verantwortlich gemacht. (Quelle) Saluschnyj habe damals seine Kräfte in der Oblast Saporischschja konzentrieren und einen einzigen Stoß mit Richtung auf das Asowsche Meer führen wollen, um Russland den Landzugang zur Krim zu nehmen. Die Regierung habe auf mehrere Stoßrichtungen bestanden.
Westliche Unter zwei-Quellen haben 'AP' zufolge bestätigt, dass Kyjiw die Strategie gegen seinen Willen geändert habe. Er berichtete in dem Interview auch, sich schon 2022 oft mit Selenskyj und anderen Offiziellen um die richtige Strategie gestritten zu haben. Seiner Darstellung nach kam es dabei zu Einschüchterungsversuchen, die Saluschnyj dem mittlerweile geschassten Präsidialamtschef Andrij Jermak zur Last legt.
Nach einem Streit mit Kyjiw hätten im September 2022 Beamte des Inlandsgeheimdiensts SBU versucht, sich Zutritt zu einem Gefechtsstand zu verschaffen, den Saluschnyj in einem ehemaligen Nachtclub eingerichtet hatte. Es sei unklar gewesen, was sie überhaupt wollten, doch habe er die Beamten davon abhalten müssen, auf Computer zuzugreifen. Saluschnyj will Jermak telefonisch damit gedroht haben, dass er bereit sei, das Militär einzusetzen, um den Gefechtsstand zu schützen. Ein Dutzend britischer Offiziere sei bei dem Vorfall zugegen gewesen. Saluschnyj bestätigt damit erstmals die Beteiligung ausländischer Offiziere an der Arbeit des ukrainischen Generalstabs.
Der SBU stellt die Episode jedoch anders dar. Demnach hätten Beamte im Zuge einer Ermittlung gegen die organisierte Kriminalität einen Durchsuchungsbefehl gegen den Nachtclub vollstrecken wollen. Sie hätten nichts von Saluschnyjs Anwesenheit dort gewusst und die Aktion sofort abgebrochen, als sie merkten, dass sie an der falschen Adresse waren. (Quelle) Der Vorgang hat insofern viel politische Brisanz, als Saluschnyj Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur nachgesagt werden.
Kriegsverbrechen/zur Lage der russischen Armee:
Investigativjournalisten haben Zugang zu Verläufen einer Chatgruppe erlangt, der auch der russische Generalmajor Roman Demurtschiew angehörte, stellvertretender Kommandeur der 20. Garde-Armee [steht im Raum Lyman, muck]. Die Chats legen zahlreiche russische Kriegsverbrechen offen, an denen Demurtschiew selbst beteiligt war, enthalten aber auch viele Beispiele für institutionelle Korruption. (Quelle)
In einem Foto, das Demurtschiew an Kameraden und auch an seine Frau verschickte, ist eine Kette mit abgeschnittenen menschlichen Ohren zu sehen. Ein Kamerad im Generalsrang witzelt zur Antwort, dass er das noch aus Tschetschenien kenne. Andere Fotos zeigen Vivisektionen an Tieren. An vielen Stellen schildert Demurtschiew die Folterung und Ermordung ukrainischer Kriegsgefangener als alltägliches Ereignis. Gegenüber Vorgesetzten und Kameraden brüstet er sich damit, keine Gefangenen zu machen.
Mehrere Gespräche deuten darauf hin, dass Gefangene, für die man keine Verwendung hat, tatsächlich sofort hingerichtet werden. In mindestens zwei Fällen wird Demurtschiew von seinem FSB-Verbindungsoffizier gefragt, ob er noch Verwendung für bestimmte Gefangene habe, oder man sie "entsorgen" solle. In einem Gespräch bezahlt Demurtschiew mit Kaviar für die Überlassung einiger Gefangener als Arbeitskräfte.
Demurtschiew äußert sich an vielen Stellen abfällig über seine Vorgesetzten, und greift auch Generalstabschef Waleri Gerassimow direkt an ("zieht sich seine eigenen Schlüsse aus seinem aufgeblasenen Kopf"). Russlands Heer charakterisiert er als "Armee von Idioten, Speichelleckern und feigen Verrätern". Er steht merklich General Iwan Popow nahe, ehemals Kommandeur der 58. Armee, der 2023 nach einem kritischen Bericht an Gerassimow strafversetzt wurde und nun eine fünfjährige Haftstrafe wegen Korruption verbüßt.
Auch nach dessen Versetzung nach Syrien chattete Demurtschiew regelmäßig mit ihm. Im Herbst 2023 berichtete er Popow, dass seine Verbände in Robotyne (Saporischschja) "gestern" 17 Gefallene, 27 Verwundete und 165 Vermisste zu beklagen gehabt hätten, wobei er davon ausgeht, dass 99% der Vermissten tot seien. Popow reagiert ungläubig, Demurtschiew antwortet: "Ja, es war die Hölle."
Demurtschiew scheint Teil des Systems gewesen zu sein, bei dem Popow Gelder für sich abzweigte, die zum Aufbau von Grenzbefestigungen gedacht waren. Schulden gegenüber Popow beglich er mit Geldern, die er von Untergebenen erpresst hatte, wie er selber angibt. Die Chatprotokolle zeigen auch, wie er andere Beteiligte auf ihre Verhöre in Moskau "vorbereitete", damit sie sich gegenseitig decken könnten.
Andere Gespräche und Chats zeigen die Denkweise Demurtschiews und seinesgleichen. Über Fotos kenianischer Söldner in seinen Reihen witzelten er und andere Generäle, man müsse sie sich nur genau anschauen, dann werde man schon weiße Gesichtszüge entdecken. Obwohl er an anderer Stelle von einem Orden schwärmt, den ihm der tschetschenische Diktator Ramsan Kadyrow verliehen hat, lästert Demurtschiew über die tschetschenische Truppen, die völlig nutzlos sein und poltert, man solle ihm Slawen schicken, nur Slawen würden Resultate bringen.
Bemerkenswert ist auch die Beobachtung, dass selbst hochrangige Generäle Russlands sich in ihrer Korrespondenz des Mat bedienen.
Kriegsverbrechen, part deux/zur Lage der ukrainischen Armee:
Der 'Kyiv Independent' hat massive Straftaten und Missbrauch innerhalb einer brasilianischen Freiwilligenkompanie der ukrainischen Internationalen Legion aufgedeckt. Dem Bericht zufolge wurde kurz vor Neujahr ein Soldat der Advanced Company von Kameraden regelrecht zu Tode gefoltert, nachdem er die Einheit hatte verlassen wollen. Aktive und ehemalige Mitglieder geben an, dass in der Einheit eine "Mafia-Kultur" herrsche.
Idealisten würden auf hartgesottene Söldner aus den Favelas treffen, die die Neuankömmlinge beim geringsten Anlass verprügeln. Quälereien, teils auch mit sexuellem Hintergrund, seien häufig. Auf die Fälle angesprochen, sicherte der formal zuständige ukrainische Militärgeheimdienst eine Untersuchung zu, gestand aber auch ein, dass die Legion, anders als die reguläre Armee, keine Beschwerdestelle für Dienstvergehen hat. (Quelle)
Netzfundstücke:
Der frühere Vize-Vorsitzende der Tories, Jack Lopresti, hat sich der ukrainischen Armee angeschlossen. Das gab Lopresti auf 'X' bekannt. Lopresti war von 2010 bis 2024 Mitglied des britischen Unterhauses und dort als Fürsprecher der Ukraine bekannt. (Quelle)
