21.02.2026, 10:33
(17.02.2026, 00:00)DopePopeUrban schrieb: Im übrigen geht es auch von falschen Grundannahmen aus, da eine Fregatte selber in der Lage ist, relativ tiefgreifende medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten. Die jeweiligen Kapazitäten hängen von den zu erwartenden Gefechtsverlusten ab und sind meist vergleichsweise umfangreich, könnten bei Bedarf aber bspw auch durch entsprechende Module ergänzt werden wenn davon auszugehen ist, dass der organische medizinische Bedarf, besonders bspw bei der Aufnahme von Zivilisten im Rahmen von HADR, überschritten wird.
Das ist mein grundlegendes Problem mit dieser Argumentation.
Lies' dir mal die sogenannten "Role"-Stufen für Kriegsschiffe der NATO durch.
Dann vertiefst du dein Wissen darüber, wieviel Sanitätspersonal (Schiffsarzt, Sanitätsmeister, o.ä.) auf einer Fregatte normalerweise mitfährt und dann schaust du dir mal die Ausstattung der Sanitätsbereiche an.
Wo zum Himmel fabulierst du jetzt wieder ein "MM Sanität" daher? Das einzige, was dem mal nahe kam, war das MERZ auf dem EGV. Für F126 ist nichts dergleichen geplant.
Du willst auf einer Fregatte eine Schusswunde unter Vollnarkose operieren?
Auf einer Fregatte wird der Patient stabilisiert und ja, man kann sicherlich medizinisch etwas mehr machen, als auf einer Korvette oder einem OPV. Danach geht es direkt ab mit Helikopter zur nächsthöheren Role-Stufe.
Aber wenn du nur einen Schiffsarzt hast, kann der auch nur eine Operation oder Behandlung zur gleichen Zeit durchführen - sprich ein Schwerverletzter. Wenn der zweite dazukommt, willst du direkt mit der Triage anfangen?
Und warum sollte ein LHD im Einsatzgebiet die Anwesenheit von OPV negieren?

Das LHD stellt alle Dienste bereit, die ein OPV oder eine Fregatte eben nicht leisten kann und fungiert dann z.B. als vorgeschobene Basis für Spezialeinsatzkräfte, um ein Opposed Boarding durchzuführen. Wo bitte sollte der Sinn sein, auf z.B. 6 Fregatten im NATO-Einsatzgebiet jeweils ein Spezialkräfteteam einzuschiffen, die dann monatelang nichts zu tun haben?
Wenn man so den im Internet verfügbaren Informationen glaubt, sind die Boarding Teams des Seebataillon nur zu "non-opposed Boarding" befähigt - wenn es Richtung "opposed Boarding" geht, sind die nur als Unterstützung (!) für die Spezialeinsatzkräfte da.
Was deine übrige Argumentation angeht, dies zeigt einfach nur, dass du nicht auf seegehenden Einheiten gedient hast.
Warum sollte in der AAW-Übrung das ASW-Team nichts zu tun haben? Ziel der Ausbildung ist die Führung des dreidimensionalen Seekriegs in paralleler Form, deshalb sind große Manöver mit Assets in allen Dimensionen so wichtig.
