18.02.2026, 11:16
Hintergrundrauschen:
Zitat:Sauer über europäische Rüstung
"Wir werden uns alle die Augen reiben"
17.02.2026, 17:09 Uhr
Europa fehlt derzeit die Fähigkeit, gegen einen Gegner präzise Schläge in der Tiefe auszuführen. Frank Sauer forscht zum Thema "deep precision strike" und lotete auf der MSC die Möglichkeiten aus. Was er bei deutscher Rüstung sieht, stimmt ihn zuversichtlich - erstmals seit Jahren.
ntv.de: Herr Sauer, warum haben wir die Fähigkeit zum tiefen Präzisionsschlag eigentlich nicht? Putin kann’s doch auch.
Frank Sauer: Seit Mitte der 1980er Jahre galt in Europa der Intermediate Nuclear Forces-Vertrag (INF). Der verbot Trägersysteme ab 500 Kilometer Reichweite, mit denen man sich zuvor bedroht hatte. Ein wunderbarer Vertrag, den Russland dann gebrochen und solche Systeme produziert hat. Jetzt wird uns bewusst, dass wir diese Waffensysteme auch brauchen, um Russland zu signalisieren: Im Falle eines russischen Angriffs wären wir in der Lage, sehr schnell und zielgenau militärische und logistische Knotenpunkte in der russischen Tiefe zu beschießen. Deep Precision Strike ist eine militärische Schlüsselfähigkeit. Bei dem Treffen, das hier gerade zu Ende ging, wurden die Wege diskutiert, wie man sie erlangen kann.
Da saßen Rüstungsindustrie, Wissenschaft und Politik am Tisch?
Industrie, Denkfabriken oder Beratungsinstitute, drei Bundeswehr-Generäle, eine Ministerin und einige weitere Menschen. Diese bunte Mischung ist typisch für die Münchner Sicherheitskonferenz.
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Nun hat US-Außenminister Marco Rubio in seiner Rede die amerikanische Hybris charmant verpackt, und gleich sehen einige die USA zu uns zurückkehren. Besteht die Gefahr, dass man vom Ziel abkommt, unabhängig zu werden?
In den Gesprächen nach Rubios Auftritt hier wurde die Rede als eine Art toxische Umarmung empfunden. Sein Angebot lautete: Ihr könnt bei uns mitmachen, aber dann müsst ihr unser Projekt kaufen. Das kaufen wir aber nicht. Das hat auch der Kanzler sehr klargemacht und sich von den Zielen der MAGA-Bewegung deutlich abgegrenzt. Der Dissens ist jetzt sehr klar, auch dank der Rede von Kanadas Premier Mark Carney in Davos. Wir wissen, was zu tun ist, wir tun schon viel, und es wird noch mehr werden. Darum bin ich gar nicht so schlechter Dinge. Die einzige Frage, die mir dennoch große Sorgen macht: Reicht uns die Zeit?
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