Brasilien
(22.12.2025, 00:13)Kongo Erich schrieb: dann lass uns mal einen objektiveren Blick auf Brasilien werfen:
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Das Handelsblatt analyisiert:
Zitat:Bei kritischen Mineralien braucht der US-Präsident Brasilien
Erst attackierte Trump Brasilien, dann nahm er das Land wieder von der Zoll-Liste. Ein Grund: Brasilien verfügt über die zweitgrößten Reserven an seltenen Erden und viele kritische Mineralien.
Alexander Busch
17.02.2026 - 08:10 Uhr

Salvador. Im Juli des vergangenen Jahres verhängte US-Präsident Donald Trump die bis dahin weltweit höchsten Importzölle auf brasilianische Produkte: Mehr als 60 Prozent Einfuhrabgaben galten plötzlich für die meisten Waren. Er bestrafte damit die brasilianische Justiz für deren Umgang mit Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Auch Brasiliens obersten Bundesrichter im Verfahren gegen Bolsonaro trafen harte Sanktionen. Das Verfahren wegen eines Putschversuchs nannte Trump „Hexenjagd“.

Inzwischen sind fast alle Strafzölle wieder aufgehoben. Auch die Sanktionen gegen Richter Alexandre de Moraes gelten nicht mehr. Donald Trump hat inzwischen mehrfach mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva gesprochen.
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Salvador. Im Juli des vergangenen Jahres verhängte US-Präsident Donald Trump die bis dahin weltweit höchsten Importzölle auf brasilianische Produkte: Mehr als 60 Prozent Einfuhrabgaben galten plötzlich für die meisten Waren. Er bestrafte damit die brasilianische Justiz für deren Umgang mit Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Auch Brasiliens obersten Bundesrichter im Verfahren gegen Bolsonaro trafen harte Sanktionen. Das Verfahren wegen eines Putschversuchs nannte Trump „Hexenjagd“.

Inzwischen sind fast alle Strafzölle wieder aufgehoben. Auch die Sanktionen gegen Richter Alexandre de Moraes gelten nicht mehr. Donald Trump hat inzwischen mehrfach mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva gesprochen.
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Persönliche Sympathien dürften Trumps Kurswechsel kaum erklären. Entscheidend ist Brasiliens Rolle als Bergbaumacht mit großen Reserven wichtiger Rohstoffe. Vor allem bei seltenen Erden und kritischen Rohstoffen wie Niob, Nickel, Lithium und Mangan hat das größte Land Lateinamerikas großes Potenzial.

„Angesichts des weltweit großen Interesses an der Schaffung zuverlässigerer Lieferketten außerhalb der Kontrolle Chinas entwickelt sich Brasilien zu einem strategischen Wettbewerber auf dem Markt für Seltenerdmetalle“, sagt John Zadeh, Rohstoffexperte des Branchendienstes Discovery Alert.

Laut US Geological Survey verfügt Brasilien nach China über die zweitgrößten Reserven an seltenen Erden: knapp ein Viertel (23 Prozent).
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Für große Industrienationen, die auf eine stete Versorgung mit den raren Rohstoffen angewiesen sind, entwickelt sich Brasilien zunehmend zu einer interessanten Alternative. Das südamerikanische Land liefert Niob, Nickel, Bauxit und Grafit in großen Mengen. Die Produktion von Kupfer und Lithium ist zuletzt stark gewachsen. Für PwC ist Brasilien ein Schlüsselakteur im globalen Markt für Energiemineralien. Deloitte und AYA Earth Partners schätzen, dass Brasilien zehn Prozent der weltweiten Reserven an kritischen Mineralien besitzt.
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Investitionen in Brasiliens Bergbau
Das neue Interesse der US-Regierung an Brasiliens Bergbau ist augenfällig. Beim Bergbaukongress in Salvador Ende Oktober traf sich ein hochrangiger US-Vertreter mit brasilianischen Firmen, um über Lieferverträge für Mineralien und seltene Erden zu sprechen.

Parallel investiert die US-Entwicklungsbank Development Finance Corporation (DFC) erstmals in Brasiliens Bergbau. Die 2019 in Trumps erster Amtszeit als Gegengewicht zur chinesischen Belt-and-Road-Initiative gegründete DFC finanziert private Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern, wenn diese strategisch für die USA relevant sind oder geopolitischen Einfluss sichern.

Die DFC investierte 456 Millionen Dollar in Serra Verde, Brasiliens einzigen Seltene-Erden-Produzenten, der von nordamerikanischen und britischen Finanzfonds geführt wird. Das Unternehmen produziert seit 2024 schwere Seltenerden. Auch das Bergbauunternehmen Aclara in Brasilien erhielt einen Zuschuss von fünf Millionen Dollar von der US-Agentur.
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Ausländische Konzerne können ohne Restriktionen investieren
Die EU will am 24. März 2026 Investitionszusagen für fünf Projekte im Bereich kritischer Mineralien bekanntgeben. Geplant sind Kooperationen in Brasilien zur Förderung von Lithium, Nickel, seltenen Erden und Mangan. Für die Deutsche Rohstoffagentur (Dera) ist Brasilien ein zentraler Lieferant für Rohstoffe, die für erneuerbare Energien, E-Mobilität und Leichtbau gebraucht werden.

Brasilien hat Vorteile gegenüber anderen Bergbauregionen. Das Land verfügt über eine lange Bergbautradition, etwa bei Eisenerz, und damit über Fachkräfte, Infrastruktur und industrielle Erfahrung. Ausländisches Kapital ist nicht beschränkt; Konzerne können Minen mehrheitlich kontrollieren.

Zugleich ist Brasilien selbst ein großer Absatzmarkt – etwa wenn dort Batterien für Fahrzeuge oder Speicher für Rechenzentren entstehen. Zudem stammt ein Großteil des Stroms aus Wind-, Wasser- oder Sonnenkraft.

Dennoch bleibt die Bilanz gemischt: Brasilien hat riesige Reserven, produziert aber bislang wenig. So hat sich die Produktion seltener Erden im ersten Halbjahr 2025 zwar verzehnfacht. Mit einem Wert von 7,5 Millionen Dollar entspricht Brasiliens Anteil am Weltmarkt jedoch nur einem Prozent. Das Land exportierte 20 Tonnen Chemikalien seltener Erden. Zum Vergleich: China produzierte im gleichen Zeitraum 270.000 Tonnen.
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um es auf den Punkt zu bringen:
Brasilien ist stark genug, um sich selbst von den USA nicht erpressen lassen zu müssen - daraus folgt:
a) die Zeit der unipolaren US-Dominanz ist auch auf dem amerikanischen Kontinent vorbei
b) was Brasilien schafft kann und dürfte für andere Regionalmächte ein Vorbild sein
c) Nachbarn von Brasilien könnten versuchen, sich unter den Mantel der Regionalmacht zu flüchten - die Strukturen dafür sind vorhanden
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