Ukrainische Drohnenpiloten radieren bei Übung ganze NATO-Bataillone aus
#15
(16.02.2026, 18:55)Quintus Fabius schrieb: Nimmt man die strategische Ebene hinzu, ergeben sich noch viele weitere Optionen:

Im übrigen könnte man die russische Infanterie da auch einfach stehen lassen, weil irrelevant. Und sie einfach ignorieren.

Denn der daraus entstehende Krieg wird in keinster Weise durch die Präsenz dieser leichten Infanterie entschieden, sondern an ganz anderen Fronten, mit ganz anderen Systemen.

Ein wahrscheinliches Szenario wäre beispielsweise, dass diese leichte Infanterie dann bei einem Waffenstillstand einfach zurückgezogen und evakuiert wird. Und Estland wieder geräumt wird, weil beide Seiten vor der Eskalation zurückschrecken usw.

Denn was für einen Wert soll diese ganze Aktion für die Russen haben? Die Kosten für diese 20 km "Geländegewinn" würden jedweden Nutzen bei weitem übersteigen.

Was wären denn die Kosten? 10.000 tote Soldaten ... naja, das ist für Putin verkraftbar. Teuer würde es tatsächlich erst, wenn NATO-Truppen Marschflugkörper auf russische Städte einsetzen, aber ob sie das Risiko eingehen ist halt fraglich. Und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Was soll die ganze Aktion?
Putin ist seit Jahren dabei die EU zu destabilisieren. Putin will russlandfreundliche, antieuropäische Parteien in die Regierungen bringen. Putin will einen Keil in die NATO/EU treiben. Putin verfolgt u.a. politische Ziele.
Ein kleiner Angriff aufs Baltikum würde allen aufzeigen, dass es keine Bündnisverpflichtung gibt, sondern dass es die freie Entscheidung jedes Staates ist, ob und wenn wie sehr er einem angegriffenen Bündnispartner zu Hilfe eilt. Sobald das für jeden Wähler offensichtlich ist, fragt sich dieser: Was habe ich konkret davon, wenn meine Regierung wegen 20km Estland Russland den Krieg erklärt? Und welche Partei wollte sich bisher immer raushalten?
Und die Regierung, die sich im Baltikum militärisch engagieren möchte und deren Wähler deswegen davonlaufen, wird sich davor hüten, den Krieg mit Marschflugkörpern zu eskalieren. Und dann kann Russland sich zurücklehnen und schauen, wie sich so die Bündnisse NATO und EU weiter entwickeln bzw. abwickeln, und wenn man dann klarer sieht, wer im Ernstfall tatsächlich sich am Krieg beteiligt, entsprechend sich etwas einverleiben oder auch nicht.
Das ist die strategische Seite des Krieges.
Also aus meiner Sicht gibt es nicht unbedingt noch andere Fronten. Naja gut, die NATO könnte alle Schiffe kapern, die aus russischen Häfen ausgelaufen sind, andererseits, wenn diese auf dem Weg nach Indien oder China sind, verkneift man sich das vielleicht besser ... aber Fronten, an denen geschossen wird, muss es nicht zwingend weitere geben. Und dann hat man halt die Infanteristen in Estland stehen ... also ignorieren macht dann keinen Sinn. Ja, von der Versorgung abschneiden wäre eine passende Taktik, dazu bräuchte man dann aber schon entweder mechanisierte Einheiten, die man zwischen die Infanteristen und ihrem Nachschub bringt, oder man unterbindet den Nachschub mit eigenen Drohnen. Letzteres ist eher keine NATO-Taktik, und das mit den mechanisierten Verbänden .... ja gut, sollte schon möglich sein, nur die Hedgehog-Übung hat ja genau dies nicht gezeigt ... kann sein, dass die Übung anders angelegt war, in dem Fall sollte man die Übung entsprechend angepasst nochmal wiederholen.

Was ich noch nicht verstehe .... wenn du sagst, die NATO würde dermaßen gewaltig die schwere russische Unterstützung zusammenbomben .... also wenn das Szenario ist, dass Russland wochenlang Truppen an der estnischen Grenze konzentriert, und dann im bekannten Tempo die Kolonne nach Westen kriecht, dann kann die NATO-Luftwaffe die Russen doch 10m hinter der Grenze komplett zusammenschießen, da bräuchten wir garkeine Drohnen mit Kill-Chain ... die brauchts ja zum Zusammenbomben der schweren russischen Unterstützung auch nicht, oder?
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RE: Das deutsche Heer - von muck - 14.02.2026, 15:33
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