Vor 1 Stunde
DeltaR95 schrieb:Diese Hochwert-Assets fahren aber nicht monatelang "nutzlos" im Einsatzgebiet mit, sondern müssen nachgeflogen werden.Kontingente des Seebataillons werden bei Einsätzen mWn durchaus permanent an Bord gehalten, alleine schon zu Sicherungsaufgaben in fremden Häfen.
Zitat:a) eine F126, die ein Spezialkräfte-Boot mit dabei hat, aber z.B. keinen Sanitätsbereich, der im Gefecht schwerverwundete Versorgen kann oderBekanntlich bin ich ein großer Befürworter für LHD in der DM aber die Analogie erscheint mir trotzdem unsinnig. Denn die Präsenz eines LHDs negiert die Daseinsberechtigung eines OPVs vollends… und benötigt trotzdem eine Fregatte als Geleitschutz sofern das LHD diese Aufgabe nicht übernehmen kann. Eine entsprechende Diskussion hatten @Broensen und ich hier schon vor einiger Zeit geführt.
b) ein OPV zzgl. einer spezialisierten Einheit wie einem LHD/LPD, welches neben der Masse an Luftfahrzeugen auch einen entsprechenden Sanitätsbereich mit an Bord hat
Ich tendiere zu b), wenn du ein Einsatzgebiet IKM wirklich allein abdecken willst. Wenn es ein NATO Einsatz ist, sieht die Sache schon wieder anders aus, denn dann kann dieses LPD/LHD auch von einer anderen Nation gestellt werden.
Die F126 wäre ein Kompromiss, die Lösung OPV + LPD/LHD kann so eine Operation ohne Einschränkungen leisten.
Im übrigen geht es auch von falschen Grundannahmen aus, da eine Fregatte selber in der Lage ist, relativ tiefgreifende medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten. Die jeweiligen Kapazitäten hängen von den zu erwartenden Gefechtsverlusten ab und sind meist vergleichsweise umfangreich, könnten bei Bedarf aber bspw auch durch entsprechende Module ergänzt werden wenn davon auszugehen ist, dass der organische medizinische Bedarf, besonders bspw bei der Aufnahme von Zivilisten im Rahmen von HADR, überschritten wird.
Zitat:Kann die POTSDAM-Klasse eine Anti-Ship-Missile runterholen? Eher nicht. Wenn mit sowas zu rechnen ist, muss eine vollwertige Kampfeinheit im Einsatzgebiet stehen. Die braucht sich aber nicht mit IKM-Ballast für Opposed Boarding überfrachten und 4 RHIBs mitführen, mit allem was dazu gehört, wenn die Operation vernünftig geplant ist und ein LPD/LHD im Einsatzgebiet bereit steht.Das ist mein grundlegendes Problem mit dieser Argumentation.
Warum wird „IKM-Ballast“ überfällig sobald ein Gebiet durchsetzungsfähige Einheiten braucht? Ich verstehe ja deine Argumentation hinsichtlich LPD/LHD aber das hat a) nichts mit OPVs zu tun und b) geht es davon aus, dass wir LPD/LHD überhaupt vorhalten können. (Den Zweig hinsichtlich „wir haben ja NATO-Parther mit diesen Einheiten“ habe ich aufgrund akuter Vorbelastung ignoriert und das wird auch so bleiben
). Und auch da ist der Ansatz, IKM-Fähigkeiten auf Fregatten zu sparen und sie stattdessen auf Amphibs vorzuhalten mMn alles andere als durchdacht. Denn zwar bieten Amphibs mehr „IKM-Leistung“ als Fregatten, sind aber auch in ihrer Anzahl stark eingeschränkt, vergleichsweise personalintensiv und für vieles ungeeignet. Wir können ja wohl schlecht ein LHD vor den Libanon schicken um mit dessen Marine Gefechtsübungen durchzuführen, jedenfalls nicht in unserer Personalsituation.
Und es löst auch nicht das Problem, dass du noch als Beweggrund gegen modular ausgelegte Fregatten gebracht hast. Der Gedankengang deinerseits war dahingehend, dass die Fregattenflotte idealweise den Großteil ihrer Zeit mit der Beübung der LV/BV verbringen sollte. (Falls dem nicht so sein sollte bitte korrigieren).
Das bedeutet aber, dass wenn die Fregattenflotte den Großteil ihrer Zeit mit Übungen verbringen soll, sie nicht in der Lage sein kann, ein LHD oder ein OPV entsprechend zu decken. Denn da solche Situationen dynamisch und kurzfristig entstehen können müsste zumindest eine Fregatte, wenn die nicht ohnehin schon zum entsprechenden Einsatz mitfährt, in Wilhelmshaven permanent in Alarmbereitschaft gehalten werden. Womit sie natürlich auch wieder nicht der Beübung zur Verfügung steht, ganz im Gegenteil.
Zitat:Damit schließt sich auch der Kreis zu deiner Frage, warum IKM-Operationen der Kampfbereitschaft für LV/BV schaden. Die Antwort ist simpel: Weil Schiffe im Krieg nicht allein operieren, sondern im Verband und Verbund Effekte und Wirkung erzielen. Wenn du allein vor Somalia stehst und über Monate nur Schiffe abfragst, geht das logischerweise ziemlich auf Moral und Durchhaltefähigkeit. In der Zeit macht dein AAW-Team an Bord genau was? Richtig, vieles, aber Mangels Übungsmöglichkeiten halt nicht das, wofür sie originär da sind.Aber das hast du überall, egal ob eine Einheit im IKM tätig ist oder nicht. In der ASW-Übung haben LVO, RadM, WLO/WLM nicht wirklich was Zutun, in der AAW-Übung haben HLM und UJM nichts zu tun. Auf diese spezifischen Fähigkeiten gemünzt ist das überall zu einem Gewissen grad der Fall. Da verstehe ich nicht, wie das spezifisch gegen IKM sprechen soll. Zumindest das Air Warfare Team sowie die Sensorikmeister haben im IKM eigentlich immer recht viel zu tun, auch außerhalb von ASPIDES. Nimm bspw den Oktober 2024 als die Ludwigshafen am Rhein vor dem Libanon eine Drohne außerplanmäßig bekämpft hat die sich dem Schiff genährt hat.
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„Broensen“ schrieb:Ich halte das sogar für die in der nächsten Zeit wahrscheinlichste Konstellation, wenn es darum geht, Seewege rund um die arabische Halbinsel zu schützen.Haben wir ja selbst schon im Roten Meer gesehen. Sei mal dahingestellt ob man eine Opposed Boarding Action in diesem Fall tatsächlich durchgeführt hätte aber man muss es zumindest androhen können.
