Vor 1 Stunde
(Vor 4 Stunden)DopePopeUrban schrieb: Viel mehr argumentiere zumindest ich dafür, eine Modularbefähigung parellel zu LV/BV-Befähigungen vorzuhalten, denn...
...eine getrennte Auslegung dieser Fähigkeiten lässt uns in genau der selben Situation zurück, in der wir uns jetzt befinden. Szenarien entwickeln sich und sind non-exklusiv.
Der Bedarf an bspw Bordingfähigkeiten und Luftverteidigung kann parallel auftreten.
Du kannst das argumentativ so aufbauen, dann musst du aber auch die Maßstäbe definieren.
Beispiel:
Jede Fregatte, auch die F122, konnte Boarding-Operationen durchführen - nur Opposed Boarding nicht, dafür hätte es Spezialkräfte oder spezielle Kräfte wie das Seebataillon vor Ort gebraucht.
Diese Hochwert-Assets fahren aber nicht monatelang "nutzlos" im Einsatzgebiet mit, sondern müssen nachgeflogen werden.
Was wäre jetzt im IKM-Einsatzgebiet besser?
a) eine F126, die ein Spezialkräfte-Boot mit dabei hat, aber z.B. keinen Sanitätsbereich, der im Gefecht schwerverwundete Versorgen kann oder
b) ein OPV zzgl. einer spezialisierten Einheit wie einem LHD/LPD, welches neben der Masse an Luftfahrzeugen auch einen entsprechenden Sanitätsbereich mit an Bord hat
Ich tendiere zu b), wenn du ein Einsatzgebiet IKM wirklich allein abdecken willst. Wenn es ein NATO Einsatz ist, sieht die Sache schon wieder anders aus, denn dann kann dieses LPD/LHD auch von einer anderen Nation gestellt werden.
Die F126 wäre ein Kompromiss, die Lösung OPV + LPD/LHD kann so eine Operation ohne Einschränkungen leisten.
Thema Luftverteidigung: Diese Debatte macht nur Sinn, wenn du den Maßstab definierst.
Kann eine POTSDAM-Klasse der Bundespolizei c-UAV mit der 57 mm und 3P/4P-Munition? Ja, und vermutlich besser als die F126 in ihrer derzeitigen Konfiguration. Kann sie einen Low Slow Flyer wie die klassische gekaperte Cessna abwehren? Ja, kann sie.
Kann die POTSDAM-Klasse eine Anti-Ship-Missile runterholen? Eher nicht. Wenn mit sowas zu rechnen ist, muss eine vollwertige Kampfeinheit im Einsatzgebiet stehen. Die braucht sich aber nicht mit IKM-Ballast für Opposed Boarding überfrachten und 4 RHIBs mitführen, mit allem was dazu gehört, wenn die Operation vernünftig geplant ist und ein LPD/LHD im Einsatzgebiet bereit steht.
Das die Deutsche Marine die F126 mit in Summe 5 Booten (2 + 2 + 1 in der Heckschleppe) ausgerüstet hat, entspringt dem Glauben, dass man damit alle denkbaren Operationen bei IKM abgedeckt hat. Auf dem Papier mag das auch stimmen, aber es ist nicht durchsetzungsfähig.
Welchen Effekt willst du mit einem Spezialkräfte-Boot erzielen, als Beispiel.
Damit schließt sich auch der Kreis zu deiner Frage, warum IKM-Operationen der Kampfbereitschaft für LV/BV schaden. Die Antwort ist simpel: Weil Schiffe im Krieg nicht allein operieren, sondern im Verband und Verbund Effekte und Wirkung erzielen. Wenn du allein vor Somalia stehst und über Monate nur Schiffe abfragst, geht das logischerweise ziemlich auf Moral und Durchhaltefähigkeit. In der Zeit macht dein AAW-Team an Bord genau was? Richtig, vieles, aber Mangels Übungsmöglichkeiten halt nicht das, wofür sie originär da sind.
(Vor 1 Stunde)alphall31 schrieb: Also das für die Operation ATALANTA ein OPV gereicht hätte bezweifle ich mal . Die Teilnahme der BM hätten sich aber alle Länder garantiert gerne erspart bei dem was diese noch so an den Tag legte.
Ein OPV hätte für das gereicht, was die Deutsche Marine gemacht hat.
Für das von dir angesprochene "robuste" Auftreten hätte eine vollwertige Fregatte (ohne IKM-Module) und ein LPD/LHD sicherlich ausgereicht und wäre das Mittel der Wahl gewesen - eine einzelne Fregatte hätte da aber auch nicht ausgereicht.
Wenn du ernsthaft mit Truppen an Land wirken willst, kommst du um ein LPD/LHD im Einsatzgebiet ohnehin nicht herum, damit die sanitätsdienstliche Versorgung sichergestellt ist.
