Vor 2 Stunden
DeltaR95 schrieb:IKM-Einsätze wirtschaften die Kampfbereitschaft - mal abgesehen vom Schadensabwehrdienst - sowas von runter.Das höre ich jetzt tatsächlich zum ersten mal, kannst du das vielleicht näher erklären?
Zitat:Wir brauchen vollwertige Kriegsschiffe, die Gefechte in allen drei Dimensionen führen können.Ich glaube hier argumentiert ja auch niemand, dass eine Modularität oder wie auch immer geartete IKM-Befähigung zulasten der LV/BV-Befähigung geschehen soll. Ich rede mir hier seit Monaten den Mund fusselig über eine volldimensionale Befähigung, eine F125 2.0 ist damit nicht gemeint.
Wenn ein nicht-staatlicher Akteur über vollwertiges Kriegsgerät verfügt, dann gibt dies sowohl den technischen als auch operativ-taktischen Maßstab für die Deutsche Marine vor.
Viel mehr argumentiere zumindest ich dafür, eine Modularbefähigung parellel zu LV/BV-Befähigungen vorzuhalten, denn...
Zitat:Sollte es noch einmal "klassische" Anti-Piraterie-Optionen wie ATALANTA geben, kriegen wir das entweder mit OPV erledigt....eine getrennte Auslegung dieser Fähigkeiten lässt uns in genau der selben Situation zurück, in der wir uns jetzt befinden. Szenarien entwickeln sich und sind non-exklusiv.
Für alles darüber braucht es dann vollwertige Kriegsschiffe.
Der Bedarf an bspw Bordingfähigkeiten und Luftverteidigung kann parallel auftreten.
Die Trennung zwischen LV/BV und IKM funktioniert nur dann, wenn die jeweiligen Aufgabenspektren auch nur getrennt voneinander auftreten, sonst ist mit der Lösung nichts gewonnen. Da kann man es auch lassen und der Fregatte einfach zwei extra RHIBs mitgeben, wäre effizienter als Fregatte und OPV loszuschicken. Sowohl für den IKM-Fall wie auch im Rahmen der LV/BV in der ein OPV wenig zutun hätte.
Wie soll das denn bspw mit der Bundespolizei funktionieren, wenn wir die rechtlichen Hürden mal auslassen? Die fährt los um Embargokontrolle im Nahen Osten zu betreiben und dort die Seewege zu patrouillieren. Und sobald die Milizen vor Ort dann in Moskau anrufen und ne Kiste Strelas geliefert bekommen, muss sie dann zurück und die Marine um Hilfe rufen weil sie nicht gegen MANPADS ausgerüstet ist?
Das kann man sich mMn sparen, da würden wir wirklich von einem Schönwetterpott sprechen.
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Broensen schrieb:Generell bin ich dem Ansatz von OPVs für bestimmte Szenarien gar nicht abgeneigt, aber wenn wir das machen wollen, dann konsequent außerhalb der Marine als Auslandspolizeieinsätze. [...]Da wäre ich grundsätzlich bei dir aber ich sehe persönlich nicht, dass wir solche Szenarien überhaupt haben. Wenn jetzt das Bismarckarchipel Teil der Bundesrepublik wäre und wir dort Elemente für Aufgaben der Küstenwache und des Fischereischutzes sowie Krisenintervention bräuchten hätte ich gesagt ja, aber wo haben wir denn solche Aufgaben? Das "niedrigste" Spektrum im IKM in der Marine sehe ich aktuell maximal in der Ausbildung von Ortskräften, aber dafür ist ein OPV eben auch fehl am Platz.
Zitat:Das eigentliche Feld des IKM ist der ostafrikanisch-arabisch-persische Raum, in dem ein OPV allein auf absehbare Zeit nicht mehr überlebensfähig sein wird. Also entweder machen wir da das gleiche, was die "Traditionalisten" auch für die U-Jagd im Nordatlantik vorsehen, und schicken zu jeder Mission ein Schiff für den Missionszweck und ein weiteres, viel teureres, zu dessen Schutz. Dann haben wir permanent einen MAD in arabischen Gewässern stationiert, um dort unsere OPVs zu decken. Oder wir nehmen einfach direkt eine Einheit, die in der Lage ist, sowohl die Mission zu erfüllen, als auch deren Schutz zu gewährleisten und bei Bedarf sogar zu eskalieren.Dem kann ich nur vollumfänglich zustimmen.
Zitat:Unsere Gegner im IKM sind nicht mehr Piraten und Waffenschmuggler, sondern Akteure mit Zugriff auf vollwertiges Kriegsgerät. Also brauchen wir dort auch vollwertige Kriegsschiffe.Das würde ich so nicht sagen. Die "Zielgruppe" hat sich nicht verschoben, meines Ermessens nach hat sich ihre Bandbreite erweitert. Piraten und co sind nach wie vor mögliche Gegner und falls Piraterie wieder auflebt wird die Marine wieder gegen sie wirken aber sie muss sich eben auch drauf einstellen, dass Piraten und co heute nicht mehr nur mit AKs sondern auch mit AShM und Privatmilitären wirken könnten, eventuell auch unterstützt von feindlichen Mächten. Das ist ja gerade das "schwierige" daran, dass die Bandbreite an möglichen Szenarien einfach so groß ist.
Die Frage für uns kann also nur sein: Gestalten wir unsere Kriegsschiffe derart, dass sie auch für die Besonderheiten dieser Einsatzszenarien besonders ausgestattet werden können, oder tun wir das nicht, weil wir der Meinung sind, das würde unsere Schiffe zu groß werden lassen für ihre klassischen Aufgaben im LV/BV?
Entsprechend braucht es möglichst viel Anpassbarkeit in den Ausrüstungsmöglichkeiten unsere Schiffe. Um für jedes Szenario eine eigene Einheit vorzuhalten haben wir weder Personal noch Not, entsprechend müssen die (wenigen) Einheiten die wir beschaffen entsprechend flexibel ausgerüstet sein. Das betrifft sowohl modulare Fähigkeiten (sei es bspw ein Mission Bay) wie auch festverbaute Elemente (bspw durch die Verschussmöglichkeit von sowohl C-UAS wie auch CIWS Munition aus Startern oder mehrrollenfähige Sensorik).
