Vor 2 Stunden
Aus:
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...748&page=7
95% von dem, was ein Schiff, auch im Rahmen der LV/BV, tun würde, hätte nichts mit Seekriegsführung zutun. Und diese 95% lassen sich mMn nur im IKM bzw weiter gefasst in generell realen Einsatzfahren beüben. Da ist ein halbes Jahr irgendwo vor Somalia das mit Abstand beste, was einem solchen Schiff passieren kann. Zumal die Grenze zwischen IKM und LV/BV sowieso immer weiter verschwimmt. Wenn schon B-Klasse Milizen heute Zugriff auf AShM und teilweise sogar BM haben, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das selbe für USV und UUV gilt.
Ich gebe dir ja grundsätzlich recht, dass die ASW-Fähigkeiten der DM stärker beübt werden sollten aber das darf nicht zu lasten aller oder der meisten restlichen Fähigkeiten geschehen. Wenn man darin mehr praktische Erfahrungen sammeln will, muss man es machen wie die Briten und in der Barentsee herumlungern um russische Boote zu "beschatten". Kann man machen, aber das ist eben nur ein Baustein einer vollumfänglichen Beübung.
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Mal unabhängig davon würde ich mich auch ehrlich gesagt nicht so auf ASW als Kernprofil der DM "einschießen". Zwar verfügt die russische Marine auf dem Papier über rund 60x konventionelle und nukleare Boote, davon liegt aber fast die Hälfe in "Reserve" (was in Russland soviel heißt wie "wurde Mitte der 90er einmal erprobt und liegt seitdem unbewegt im Hafen") und die restlichen Einheiten sind auf drei Flotten verteilt und genießen einen zweifelhaften Status, was die technische und personelle Verfügbarkeit betrifft. Davon sind nochmal 10x Teil der nuklearen Abschreckung, die nicht offensiv agieren dürfen/können und der Rest ist auf dem technischen Stand der 90er, selbst die "neueren" Klassen wie Yasens.
Im Kriegsfall kriegen wir es hier vielleicht mit 15-20x Booten zutun die versuchen in die Nordsee einzubrechen, wenns hochkommt. Sehr lange wird diese Bedrohungslage nicht "intakt" sein, entweder durch uns oder durch die quasi non-existenten Wartungskapazitäten der russischen Marine.
Hingegen halte ich A2/AD Bedrohungen auch im Nordmeer für die auf Dauer gefährlichere Bedrohungslage als U-Boote, hauptsächlich durch deren Kosteneffizienz und schwierige Bekämpfung. Daher sind auch günstige Effektoren für den "light maritime strike" mMn so wichtig. Führt jetzt aber zu weit.
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(Gestern, 18:55)DeltaR95 schrieb: Es ist doch viel wichtiger, dass alle unsere Einheiten LV/BV fähig sind und dauerhaft in Übung gehalten werden. Allein vor diesem Aspekt halte ich von modularen Schleppsonaren überhaupt nichts.Ich halte IKM Einsätze für die beste Vorbereitung für die LV/BV den man überhaupt bekommen kann. Wo wenn nicht dort kann man unter tatsächlichen Einsatzbedingungen leben und arbeiten? Ein Schiff muss ja nicht nur U-Boote jagen oder Luftziele bekämpfen können. Es muss ohne großartige Fremdunterstützung über lange Zeit funktionieren können, die Besatzung muss mit unvorhergesehenen Situationen, der langen Zeit auf See sowie tatsächlichem Gefechts- und Wachstress umgehen können, es braucht Lösungen für Verschleißprobleme, technische Defekte für die man keine Ersatzteile an Bord hat, das Zusammenleben an Bord muss reibungslos funktionieren usw usw.
95% von dem, was ein Schiff, auch im Rahmen der LV/BV, tun würde, hätte nichts mit Seekriegsführung zutun. Und diese 95% lassen sich mMn nur im IKM bzw weiter gefasst in generell realen Einsatzfahren beüben. Da ist ein halbes Jahr irgendwo vor Somalia das mit Abstand beste, was einem solchen Schiff passieren kann. Zumal die Grenze zwischen IKM und LV/BV sowieso immer weiter verschwimmt. Wenn schon B-Klasse Milizen heute Zugriff auf AShM und teilweise sogar BM haben, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das selbe für USV und UUV gilt.
Ich gebe dir ja grundsätzlich recht, dass die ASW-Fähigkeiten der DM stärker beübt werden sollten aber das darf nicht zu lasten aller oder der meisten restlichen Fähigkeiten geschehen. Wenn man darin mehr praktische Erfahrungen sammeln will, muss man es machen wie die Briten und in der Barentsee herumlungern um russische Boote zu "beschatten". Kann man machen, aber das ist eben nur ein Baustein einer vollumfänglichen Beübung.
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Mal unabhängig davon würde ich mich auch ehrlich gesagt nicht so auf ASW als Kernprofil der DM "einschießen". Zwar verfügt die russische Marine auf dem Papier über rund 60x konventionelle und nukleare Boote, davon liegt aber fast die Hälfe in "Reserve" (was in Russland soviel heißt wie "wurde Mitte der 90er einmal erprobt und liegt seitdem unbewegt im Hafen") und die restlichen Einheiten sind auf drei Flotten verteilt und genießen einen zweifelhaften Status, was die technische und personelle Verfügbarkeit betrifft. Davon sind nochmal 10x Teil der nuklearen Abschreckung, die nicht offensiv agieren dürfen/können und der Rest ist auf dem technischen Stand der 90er, selbst die "neueren" Klassen wie Yasens.
Im Kriegsfall kriegen wir es hier vielleicht mit 15-20x Booten zutun die versuchen in die Nordsee einzubrechen, wenns hochkommt. Sehr lange wird diese Bedrohungslage nicht "intakt" sein, entweder durch uns oder durch die quasi non-existenten Wartungskapazitäten der russischen Marine.
Hingegen halte ich A2/AD Bedrohungen auch im Nordmeer für die auf Dauer gefährlichere Bedrohungslage als U-Boote, hauptsächlich durch deren Kosteneffizienz und schwierige Bekämpfung. Daher sind auch günstige Effektoren für den "light maritime strike" mMn so wichtig. Führt jetzt aber zu weit.
