Gestern, 19:28
(Gestern, 17:35)Milspec_1967 schrieb: 1) TKMS bescheisst alle und meint : baufähig ab 2029....statt fertig ab 2029
(lch denke aber nicht, dass deutsche Verteidigungs Politiker im. Ausschuss so veräppeln lassen....)
TKMS "bescheisst" hier garantiert keinen. Natürlich sind die in der Lage, eine MEKO A-200 z.B. in der Konfiguration für Ägypten bis 2029 nachzubauen.
TKMS ist doch hier in der weltbesten Position, die man als Industrieunternehmen haben kann:
a) man hat einen "verzweifelten" Kunden, der "irgendwas" tun muss.
b) man hat eine starke politische Rückendeckung die scheinbar nicht tief genug in der Materie steckt zu verstehen, was man da eigentlich forciert hat.
Das ganze Konstrukt der MEKO A-200 basiert doch auf einer industriepolitischen Entscheidung. Wenn nach dem Bauvertrag plötzlich der Auftraggeber wieder in seine "alten Manieren" zurückfällt und überall was drehen will, ist TKMS fein raus. Man hat einen zig Milliarden Euro Auftrag in der Tasche und der Auftraggeber kann den nicht mal wegen Verzug kündigen, weil er ja dann selber durch all seine geforderten Änderungen das Konstrukt zerschossen hat.
Und jetzt ohne jeglichen Sarkasmus meinerseits: Was wir hier gerade sehen, ist ein Glanzstück an Lobbyismus - Chance erkannt, Chance (bis jetzt) genutzt und nebenbei noch NVL... äh... Rheinmetall im besten Fall den F126er Auftrag abgeschossen, weil ja scheinbar gilt "A-200 oder F126". Ich ziehe meinen Hut voller Respekt!
Jetzt spannen wir den Bogen mal zurück zur A-200. Es gibt gesetzliche Auflagen in Deutschland, die lassen auch für die Bundeswehr keinerlei Spielraum davon abzuweichen.
Dies wäre z.B. Hygiene und Gesundheitsschutz, die sicherlich eine komplett neue Kombüseneinrichtung und einen Sanitätsbereich erfordern (ergo ganz viel Stunden für Neukonstruktion). Dann kommt die Brücke und die nautische Ausstattung, es sei denn man kloppt die IMO/SOLAS-Regularien und die Vorgaben des BSH in die Tonne mit entsprechend negativen Folgen im Schadensfall.
Von sowas "trivialem" wie der Umsetzung der NATO-Vorgaben für den Flugbetrieb genannt Helicopter Operations from Ships Other Than Aircraft Carriers (HOSTAC).
Diese Kette ist schier endlos - und das sind keine Sachen, über die man sich hinwegsetzen kann, wenn man mit der NATO interoperabel sein will.
Da gehen zig tausend Stunden an Personal drauf - auf beiden Seiten, Industrie und Bundeswehr und die müssen verdammt schnell geleistet werden, weil das alles irgendwo mit dem Stahlbau zu tun hat.
Thema RAM:
Klar kriegst du einen RAM auf die A-200, dafür sind aber nur zwei Plätze verfügbar: vor der Brücke und auf dem Hangardach (dort, wo bei der VALOUR das 35 mm DENEL CIWS sitzt). Bei den A-200 für Ägypten sitzen dort aber die 20 mm Nebenkaliber, da die bei der A-200 scheinbar nicht mittschiffs angeordnet sind bzw. werden können.
Also haben wir schon den ersten Kompromiss: Es gibt derzeit im Design nur zwei Einbauplätze für solches Gerät. Also 2 x RAM? Wäre blöd, dann hast du keine Rohrwaffen. 1 x RAM und 1 x Rohrwaffe im Mittelkaliber? Auch blöd, keine 360° Abdeckung.
Über sowas "kleines" reden wir hier.

