Vor 10 Stunden
Zitat:Grundsätzlich ist die Idee zur Form der nuklearen Abschreckung interessant, macht aber keinen Sinn und ist nicht glaubwürdig. Warum sollte man für eine Stadt die Menschheit vernichten?
Weil dann der Logik der selbstmörderischen Abschreckung folgend niemand eine Stadt von uns vernichten kann. Weil er sich sonst selbst mit auslöscht = nukleare Abschreckung.
Diese Abschreckung wäre sogar noch wesentlich besser als jedwede U-Boote mit einer begrenzten Zweitschlagskapazität, weil sie vor allem anderen weder verhinderbar noch bekämpfbar wäre. Während man eine U-Boot gestützte Zweitschlagskapazitäte durchaus begrenzen und theoretisch sogar komplett ausschalten kann. Man kann sowohl die U-Boote vernichten (theoretisch) als auch die Raketen abfangen. Hingegen kann niemand den kollektiven Selbstmord durch die "Weltvernichtungsmaschine" aufhalten.
Zitat:Ich finde, dass es legitime Fragen und Argumente sind.
Natürlich sind sie legitim. Aber wer den genozidalen Massenmord verhindern will indem er glaubhaft danach genozidalen Massenmord begehen will, der muss dann halt auch die Gegenargumente aushalten. Insbesondere wenn es dann nicht mehr so schön abstrakt und theoretisch ist - sondern man mal ganz konkret darüber spricht was da eigentlich geplant wird.
Zitat:Warum sollte RUS D erpressen? Zum Beispiel, um bestimmte Waffen nicht an die Ukraine zu liefern oder die Panzerbrigade 45 in den Kasernen zu belassen, anstatt das Baltikum zu verteidigen.
Die Russen wären also tatsächlich glaubhaft bereit für eine bloße Panzerbrigade bereits den strategischen Atomkrieg zu riskieren? Sollte das real der Fall sein, so wären sie damit belegt vollständig irrationale Gegner und damit jede eigene nukleare Abschreckung sinnlos, weil sie nicht abschrecken würde.
Wer bereit ist die eigene vollständige Vernichtung zu riskieren nur für eine Panzerbrigade, der glaubt auch, dass wir ihn nicht vernichten werden, denn ansonsten würde er solche Forderungen erst gar nicht stellen. Das heißt, auch wenn wir eine nukleare Zweitschlagkapazität haben, könnte der Feind trotzdem ganz genau so drohen und was dann?
Wir haben also Atombomben aber der Feind droht trotzdem? Wie löst die nukleare Abschreckung die nukleare Erpressung einer anderen Atommacht? Die Antwort ist gar nicht. Sondern sobald das der Fall ist, entstehen Eskalationsprozesse die faktisch nicht mehr steuerbar und nicht mehr kontrollierbar sind.
Zitat:Eine skalierbare Zweitschlagfähigkeit ermöglicht hingegen noch andere Optionen, auch wenn es vielleicht am Ende auf das Gleiche hinausläuft.
Diese Optionen sind keine Option, denn wenn der Handlungsanlass eintritt, sind wir bereits bei zwei vollkommen irrationalen Akteuren. Womit sich jede auf rationalen Entscheidungen beruhende Abschreckung erledigt hat.
Es hat beispielsweise seine Gründe, warum Frankreich keine solche Skalierung in seiner Atomkriegsdoktrin hat dahingehend, dass die Franzosen beispielsweise nur strategische Waffen haben - und entsprechend für einen strategiscchen Zweitschlag aufgestellt sind.
Mein rein theoretisches Konzept einer Weltvernichtungsmaschine ist da nur die überspitzte logische Fortschreibung des gleichen Konzeptes.
Es gibt keine sinnvolle Skalierung wenn der Handlungsanlass eintritt, weil dann bereits jedwede Eskalationsdynamiken für Menschen unbeherrschbar werden.
