Vor 8 Stunden
Allgemein:
Abschreckung funktioniert nur, wenn wir tatsächlich, also wirklich dazu bereit wären etwas zu tun, das uns keinen Nutzen bringt oder sogar den Schaden für uns noch vergrößert. Denn was hätten wir davon, als Sterbende noch möglichst viele andere Unschuldige mit in den Tod zu reißen? Der Zweitschlag hat keine Funktion mehr nach dem Erstschlag. Der Zweitschlag ist damit per se irrational und kann von einem tatsächlich rationalen Spieler nicht ausgeführt werden.
Um glaubwürdig abzuschrecken, muss man also dem Gegner verkaufen, dass man in einer Weise handeln wird, die irrational ist, sobald der Handlungsanlass tatsächlich eingetreten ist. Daher wächst paradoxerweise die Wirksamkeit der Abschreckung, je mehr man davon ausgeht dass der Gegner irrational ist bzw. je irrationaler er ist. Damit aber erhöht sich fortwährend das Risiko für das Eintreten des Handlungsanlasses.
Und damit zieht sich die ganze Idee am Ende selbst den Boden unter den Füßen weg. Denn wenn nicht mehr unterstellt werden kann, dass der Gegner ein rationaler Akteur ist, wird es auch fraglich, ob man voraussetzen darf, dass er seine eigene Vernichtung nicht in Kauf nehmen wird. Wenn wir aber diese Annahme nicht mehr machen können, wird es zwecklos, ihn mit dieser Vernichtung zu bedrohen.
Die Logik der Abschreckung ist deshalb in sich selbst instabil.
In diesem Kontext aber mal für euch eine kostengünstige und absolut glaubhafte nukleare Abschreckung spezifisch für die Bundesrepublik:
Wir bauen einfach mindestens 400 Wasserstoffbomben zu je 1 MT. Nach wissenschaftlichen Studien dürfte das ausreichend um einen nuklearen Winter auszulösen, der die Lebensmittelversorgung global kollabieren lassen würde und dessen Abwärtsspiralen und insbesondere dessen Auswirkungen auf Russland das Weiterleben im Gebiet der russischen Föderation verunmöglichen würden. Zur Sicherheit können wir ja noch ein paar Hundert mehr bauen.
Wir brauchen keine U-Boote, keine Trägersysteme, kein gar nichts, sondern verteilen die Wasserstoffbomben einfach so in unserem eigenen Land. Da die gesamte Infrastruktur für die Verbringung wegfällt, wird dies erstaunlich kostengünstig.
Und dann bieten wir folgende nukleare Abschreckung auf: sobald eine einzige russische Atombombe in unserem Land einschlägt, jagen wir alle Wasserstoffbomben auf einmal hoch und stürzen die gesamte Welt in einen nuklearen Winter womit Russland automatisch verloren hat.
Und folglicherweise kann Russland keine einzige Atombombe werfen, weil es glaubhaft abgeschreckt wird.
Und ja, dass ist genau so ernsthaft und genau so funktional wie die Idee einer Zweitschlagsfähigkeit auf einem U-Boot mit einigen wenigen Bomben, günstig, leichter bewerkstelligbar und absolut glaubhaft und absolut abschreckend. Wer für nukleare Abschreckung ist, der müsste diese Strategie genau so gutheißen wie jede andere Form der selbstmörderischen Abschreckung.
Abschreckung funktioniert nur, wenn wir tatsächlich, also wirklich dazu bereit wären etwas zu tun, das uns keinen Nutzen bringt oder sogar den Schaden für uns noch vergrößert. Denn was hätten wir davon, als Sterbende noch möglichst viele andere Unschuldige mit in den Tod zu reißen? Der Zweitschlag hat keine Funktion mehr nach dem Erstschlag. Der Zweitschlag ist damit per se irrational und kann von einem tatsächlich rationalen Spieler nicht ausgeführt werden.
Um glaubwürdig abzuschrecken, muss man also dem Gegner verkaufen, dass man in einer Weise handeln wird, die irrational ist, sobald der Handlungsanlass tatsächlich eingetreten ist. Daher wächst paradoxerweise die Wirksamkeit der Abschreckung, je mehr man davon ausgeht dass der Gegner irrational ist bzw. je irrationaler er ist. Damit aber erhöht sich fortwährend das Risiko für das Eintreten des Handlungsanlasses.
Und damit zieht sich die ganze Idee am Ende selbst den Boden unter den Füßen weg. Denn wenn nicht mehr unterstellt werden kann, dass der Gegner ein rationaler Akteur ist, wird es auch fraglich, ob man voraussetzen darf, dass er seine eigene Vernichtung nicht in Kauf nehmen wird. Wenn wir aber diese Annahme nicht mehr machen können, wird es zwecklos, ihn mit dieser Vernichtung zu bedrohen.
Die Logik der Abschreckung ist deshalb in sich selbst instabil.
In diesem Kontext aber mal für euch eine kostengünstige und absolut glaubhafte nukleare Abschreckung spezifisch für die Bundesrepublik:
Wir bauen einfach mindestens 400 Wasserstoffbomben zu je 1 MT. Nach wissenschaftlichen Studien dürfte das ausreichend um einen nuklearen Winter auszulösen, der die Lebensmittelversorgung global kollabieren lassen würde und dessen Abwärtsspiralen und insbesondere dessen Auswirkungen auf Russland das Weiterleben im Gebiet der russischen Föderation verunmöglichen würden. Zur Sicherheit können wir ja noch ein paar Hundert mehr bauen.
Wir brauchen keine U-Boote, keine Trägersysteme, kein gar nichts, sondern verteilen die Wasserstoffbomben einfach so in unserem eigenen Land. Da die gesamte Infrastruktur für die Verbringung wegfällt, wird dies erstaunlich kostengünstig.
Und dann bieten wir folgende nukleare Abschreckung auf: sobald eine einzige russische Atombombe in unserem Land einschlägt, jagen wir alle Wasserstoffbomben auf einmal hoch und stürzen die gesamte Welt in einen nuklearen Winter womit Russland automatisch verloren hat.
Und folglicherweise kann Russland keine einzige Atombombe werfen, weil es glaubhaft abgeschreckt wird.
Und ja, dass ist genau so ernsthaft und genau so funktional wie die Idee einer Zweitschlagsfähigkeit auf einem U-Boot mit einigen wenigen Bomben, günstig, leichter bewerkstelligbar und absolut glaubhaft und absolut abschreckend. Wer für nukleare Abschreckung ist, der müsste diese Strategie genau so gutheißen wie jede andere Form der selbstmörderischen Abschreckung.
