Vor 5 Stunden
Kos:
Allerdings kann man auch keine feste Grenzen ziehen, denn dann werde ich berechenbar.
Ich habe versucht darzulegen, warum genau das (diese intentionale bedingte / teilweise Unberechenbarkeit) ein Problem darstellt und keineswegs die Lösung ist, sondern eines der Grundprobleme in der nuklearen Abschreckung.
Das ist vollkommen richtig und ich stimme dir da auch völlig zu, ABER: diese Konsequenzen müssen nicht in Form einer nuklearen Reaktion stattfinden. Man benötigt keine eigenen Atomwaffen um einen russischen Atomwaffenangriff abzuschrecken. Und umgekehrt sind eigene Atomwaffen keine Garantie. Sie erzeugen eben nicht per se immer eine Abschreckung.
Ich habe versucht darzulegen, warum eigene Atomwaffen in manchen Fällen sogar das Risiko erhöhen, statt es zu senken.
Wenn deutsche Großstädte (Mehrzahl) mit russischen Atomwaffen angegriffen werden, befinden wir uns bereits in einem Szenario, in welchem die Franzosen bei anfliegenden Trägersystemen weder entscheiden noch zuwarten können, ob diese nun im Ruhrgebiet oder in Frankreich einschlagen. Dem folgend führt dieses Szenario bereits zum französischen Zweitschlag. Ganz von selbst.
Und wie ich es schrieb: die eindeutigen Fälle sind nicht relevant. Sondern die Grenzfälle sind relevant.
Und weiterhin fehlt der Kontext:
WARUM greifen die Russen deutsche Großstädte (Mehrzahl) mit Nuklearwaffen an? Warum geschieht das überhaupt? Mit welcher Zielsetzung? Aus welchem Szenario und welcher Ausgangslage heraus?
Es ist der fehlende Kontext der hier das Problem darstellt. Das ganze ist so unkonkret, dass ich nicht mal wirklich darauf antworten kann.
Endlich ein konkretes Szenario. Aber auch hier wäre es noch weitergehend zu konkretisieren: WO wird die deutsche Brigade mit einer taktischen Nuklearwaffe angegriffen? Was für eine Brigade? Ist sie danach noch einsatzfähig ? (denn auch wenn das oft nicht geglaubt wird, so sind gerade mechanisierte Verbände teilweise enorm widerstandsfähig gegen einen taktischen Nuklearangriff) Ist die Brigade relevant? Warum ist sie relevant? usw. usf.
Aber um es dennoch mal aufzugreifen: niemand, absolut niemand wird Moskau und/oder St. Petersburg nuklear angreifen, wenn es zu einem bloßen taktischen Nuklearwaffeneinsatz gegen einen Großkampfverband kommt. Schlicht und einfach, weil dies dann den strategischen Nuklearkrieg auslöst.
Das kann so sein, dass muss aber eben nicht so sein. Kooperation ist rein rational gesehen oft für beide Seiten vorteilhafter. Das wahre Problem ist, dass es zu viele in den Entscheidungsebenen gibt die es genau so sehen wie du.
Wie geschrieben: diese konventionelle Abschreckung ist die allerwesentlichste Grundlage für den (temporären) Erfolg einer nuklearen Abschreckung. Zuerst brauchen wir die konventionelle Abschreckung. Erst dann macht nukleare Abschreckung Sinn.
Nuklearwaffen ohne ausreichende konventionelle Stärke sind demgegenüber schlechter als gar keine Nuklearwaffen zu haben.
Allerdings kann man auch keine feste Grenzen ziehen, denn dann werde ich berechenbar.
Ich habe versucht darzulegen, warum genau das (diese intentionale bedingte / teilweise Unberechenbarkeit) ein Problem darstellt und keineswegs die Lösung ist, sondern eines der Grundprobleme in der nuklearen Abschreckung.
Zitat:Wenn Russland keine Konsequenzen fürchten müsste, ist die Chance sehr hoch, dass Putin eine Atombombe schon längst eingesetzt hätte. Es ist die militärische Stärke der USA und die Angst vor den Reaktion des Restes der Welt die das bislang verhindert haben.
Das ist vollkommen richtig und ich stimme dir da auch völlig zu, ABER: diese Konsequenzen müssen nicht in Form einer nuklearen Reaktion stattfinden. Man benötigt keine eigenen Atomwaffen um einen russischen Atomwaffenangriff abzuschrecken. Und umgekehrt sind eigene Atomwaffen keine Garantie. Sie erzeugen eben nicht per se immer eine Abschreckung.
Ich habe versucht darzulegen, warum eigene Atomwaffen in manchen Fällen sogar das Risiko erhöhen, statt es zu senken.
Zitat:Nuklearwaffen sind das Ultima Ratio wenn deutsche Grossstädte angegriffen werden, dann muss nuklear geantwortet werden und eine russische Grossstadt vernichtet werden.
Wenn deutsche Großstädte (Mehrzahl) mit russischen Atomwaffen angegriffen werden, befinden wir uns bereits in einem Szenario, in welchem die Franzosen bei anfliegenden Trägersystemen weder entscheiden noch zuwarten können, ob diese nun im Ruhrgebiet oder in Frankreich einschlagen. Dem folgend führt dieses Szenario bereits zum französischen Zweitschlag. Ganz von selbst.
Und wie ich es schrieb: die eindeutigen Fälle sind nicht relevant. Sondern die Grenzfälle sind relevant.
Und weiterhin fehlt der Kontext:
WARUM greifen die Russen deutsche Großstädte (Mehrzahl) mit Nuklearwaffen an? Warum geschieht das überhaupt? Mit welcher Zielsetzung? Aus welchem Szenario und welcher Ausgangslage heraus?
Es ist der fehlende Kontext der hier das Problem darstellt. Das ganze ist so unkonkret, dass ich nicht mal wirklich darauf antworten kann.
Zitat:Davor muss man differenziert geantwortet werden und dazu müssen auch die Möglichkeiten geschaffen werden. Als Beispiel: wir eine deutsche Brigade mit einer taktischen Nuklearwaffe vernichtet muss ich nicht gleich Moskau oder St. Petersburg auslöschen
Endlich ein konkretes Szenario. Aber auch hier wäre es noch weitergehend zu konkretisieren: WO wird die deutsche Brigade mit einer taktischen Nuklearwaffe angegriffen? Was für eine Brigade? Ist sie danach noch einsatzfähig ? (denn auch wenn das oft nicht geglaubt wird, so sind gerade mechanisierte Verbände teilweise enorm widerstandsfähig gegen einen taktischen Nuklearangriff) Ist die Brigade relevant? Warum ist sie relevant? usw. usf.
Aber um es dennoch mal aufzugreifen: niemand, absolut niemand wird Moskau und/oder St. Petersburg nuklear angreifen, wenn es zu einem bloßen taktischen Nuklearwaffeneinsatz gegen einen Großkampfverband kommt. Schlicht und einfach, weil dies dann den strategischen Nuklearkrieg auslöst.
Zitat:Für mich steht eines fest, die Starken greifen immer die Schwachen an oder nutzen sie aus. Das ist quasi ein Naturgesetz
Das kann so sein, dass muss aber eben nicht so sein. Kooperation ist rein rational gesehen oft für beide Seiten vorteilhafter. Das wahre Problem ist, dass es zu viele in den Entscheidungsebenen gibt die es genau so sehen wie du.
Zitat: Ich stimme dir 100%ig zu, dass es dazu eine konventionelle Abschreckung braucht, die dem Angreifer klar macht, dass es einfach nichts zu gewinnen gibt.
Wie geschrieben: diese konventionelle Abschreckung ist die allerwesentlichste Grundlage für den (temporären) Erfolg einer nuklearen Abschreckung. Zuerst brauchen wir die konventionelle Abschreckung. Erst dann macht nukleare Abschreckung Sinn.
Nuklearwaffen ohne ausreichende konventionelle Stärke sind demgegenüber schlechter als gar keine Nuklearwaffen zu haben.
