Vor 1 Stunde
@Kongo Erich
Und vielleicht ist es auch diese Hin- und Hergerissenheit, die das Land so faszinierend macht.
1. Wir haben in diesem gewaltigen Land großartige Intellektuelle, Schriftsteller und visionäre Vordenker, Jugend- und Friedensbewegung, eine riesige Popkultur inkl. Musik- und Filmindustrie und einen gewaltige Vielzahl an Medien, Aufklärer und Freigeister, Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie, idealistische Gründerväter, hohe Ideale, Mut und auch große Opferbereitschaft.
2. Aber es gibt eben auch Gier, zügellosen, skrupellosen Kapitalismus, Borniertheit gegenüber anderen Ländern und Selbstverliebtheit. Und egoistische, intolerante Sektierer und isolationistische Kräfte, ebenso wie Nationalisten und radikale Rassisten. Und es gibt auch Vordenker eine rücksichtlosen imperialen Politik, wenngleich diese keine Mehrheit haben.
Dass dies so der Fall ist, liegt daran, dass die USA keine Nation im klassischen europäischen Sinne sind, die durch Abkunft, Kultur oder eine gemeinsame Geschichte geformt wurde, sondern die auf (grob gesagt) zwei Visionen aufbaut: Erstens ist es der puritanisch geprägte Glaube an die Auserwähltheit, der (durchaus stark religiöse) Glaube, dass man eine von Gott auserwählte, einzigartige Gemeinschaft der freien Menschen sei, während zweitens - in den Augen der anderen Vision - das Land der Hort von individueller Freiheit, aufklärerischen Ideen und der universellen Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz ist.
Beiden Strömungen besitzen starke missionarische Kräfte, und sie beide ringen um die Deutungshoheit. Und es ist vielleicht diese Zerrissenheit, die das Land aus unserer Sicht so faszinierend macht. Wir sollten uns aber im Klaren darüber sein, dass wir die USA nicht nur alleine mit einer Vision "haben können", sondern dass wir sie erst dann schätzen und mögen können werden, wenn wir bereit sind, beide Visionen als gegeben anzunehmen, ja zu akzeptieren. Und eine altarhafte Überhöhung des einen Aspektes oder die Dämonisierung des anderen, helfen uns hierbei sicherlich nicht.
Schneemann
Zitat:Und es ist DT mit dem Sturm auf das Kapitol und mit der MAGA-Bewegung, die (sehr subjektiv) mein "Traumbild" von einem freien Amerika, in dem "jeder nach seiner Facon seelig werden kann", zerstört hat.Das Thema hierbei ist, dass du m. Mn. n. sehr stark idealisierst. Einerseits in Richtung der Vorstellung von Woodstock, freedom and democracy und der freien Liebe, andererseits (im negativen Sinne) in Richtung des geradezu dämonisierten Trump und seinem Haufen. Beides ist aber nicht bzw. nur alleine betrachtet universal zutreffend bzgl. einer möglichen Beurteilung, die USA haben eben nur beide Aspekte in großem Umfang hervorgebracht.
Und vielleicht ist es auch diese Hin- und Hergerissenheit, die das Land so faszinierend macht.
1. Wir haben in diesem gewaltigen Land großartige Intellektuelle, Schriftsteller und visionäre Vordenker, Jugend- und Friedensbewegung, eine riesige Popkultur inkl. Musik- und Filmindustrie und einen gewaltige Vielzahl an Medien, Aufklärer und Freigeister, Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie, idealistische Gründerväter, hohe Ideale, Mut und auch große Opferbereitschaft.
2. Aber es gibt eben auch Gier, zügellosen, skrupellosen Kapitalismus, Borniertheit gegenüber anderen Ländern und Selbstverliebtheit. Und egoistische, intolerante Sektierer und isolationistische Kräfte, ebenso wie Nationalisten und radikale Rassisten. Und es gibt auch Vordenker eine rücksichtlosen imperialen Politik, wenngleich diese keine Mehrheit haben.
Dass dies so der Fall ist, liegt daran, dass die USA keine Nation im klassischen europäischen Sinne sind, die durch Abkunft, Kultur oder eine gemeinsame Geschichte geformt wurde, sondern die auf (grob gesagt) zwei Visionen aufbaut: Erstens ist es der puritanisch geprägte Glaube an die Auserwähltheit, der (durchaus stark religiöse) Glaube, dass man eine von Gott auserwählte, einzigartige Gemeinschaft der freien Menschen sei, während zweitens - in den Augen der anderen Vision - das Land der Hort von individueller Freiheit, aufklärerischen Ideen und der universellen Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz ist.
Beiden Strömungen besitzen starke missionarische Kräfte, und sie beide ringen um die Deutungshoheit. Und es ist vielleicht diese Zerrissenheit, die das Land aus unserer Sicht so faszinierend macht. Wir sollten uns aber im Klaren darüber sein, dass wir die USA nicht nur alleine mit einer Vision "haben können", sondern dass wir sie erst dann schätzen und mögen können werden, wenn wir bereit sind, beide Visionen als gegeben anzunehmen, ja zu akzeptieren. Und eine altarhafte Überhöhung des einen Aspektes oder die Dämonisierung des anderen, helfen uns hierbei sicherlich nicht.
Schneemann
