Vor 9 Stunden
„DeltaR95“ schrieb:Dies sehen scheinbar die meisten anderen Nationen auf ihren ASW Einheiten deutlich anders - Stichwort "Sonarschatten in Fahrtrichtung" und "Minenmeidefunktion".Ich sprach nicht davon, dass ein Rumpfsonar nicht vorteilhaft ist. Ich habe lediglich gesagt, dass ein Rumpfsonar im Blue Water Kontext allenfalls eine untergeordnete Rolle spielt, da dort eine Minenmeldefunktion nicht erforderlich ist.
Im übrigen wäre ich mir in Bezug auf den Sonarschatten gar nicht mehr so sicher. CAPTAS-4 ist bspw in der Lage, 360* Coverage durch einen mix aus aktiv/passiv zu gewährleisten.
https://www.thalesgroup.com/en/solutions...epth-sonar
https://www.navalnews.com/naval-news/202...nar-system
Zwar kann man so nicht „beschatten“, ich würde aber auch behaupten, dass man Schiffe heute akustisch kaum noch verstecken kann. In welcher Welt wäre denn eine Fregatte heute leiser als ein U-Boot?
Nicht falsch verstehen, ein Rumpfsonar als native Fähigkeit halte ich auch für sinnvoll aber im Langstrecken-ASW?
Parallel dazu versuche ich gerade herauszufinden, ob ein Rumpfsonar auf der F126 aus Kostengründen weggesparrt wurde oder ob es dafür einen doktrinären Grund gibt. Denn die nicht-Existenz eines (speziell) Bugsonars hat auch positive Einflüsse auf die akustische Signatur der Einheit, da die Wasserführung optimal und geräuscharm geleitet werden kann. Da bin ich allerdings noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen.
Zitat:Was scheinbar keine andere Nation auf ihren ASW Einheiten stört...Stimmt ja so auch nicht. Die Bergaminis fahren mit 2x BHS, die Absalons fahren mit 2x BHS (wobei man die auch natürlich in ihrer Rolle als ASW-Fregatten anzweifeln kann), die F110 sind für 2x BHS befähigt, Arleigh Burke/FFGX/FFX haben alle 2x BHS. Also eine „deutsche Eigenart“ ist das nicht.
Zitat:Dies ist und bleibt ohne Fakten eine bloße Meinung deinerseits.Ne. Eine CODLAD Powerplant die im langsamen Fahrbetrieb primär auf E-Motoren läuft ist leiser als eine CODAG WARP powerplant, die es nicht tut. Deshalb sind Kombi-Konfigurationen mit E-Motoren auch defacto Standard auf modernen ASW-Fregatten, CODLAD und (vor allem) CODLAG. Es gibt zwar auch Ausnahmen, bspw die Mogamis, aber prozentual entfallen die überwiegende Mehrheit der Fallbeispiele in die beiden oben genannten Lager.
Zitat:Eine ASW-Fregatte muss so lange wie möglich durch das U-Boot und andere Aufklärungsmittel Überwasser unentdeckt bleiben.Ich weiß nicht ob ich dir da zustimme. In der Natur des ASW ist eine Überwassereinheit so gut wie immer gegenüber einer Unterwassereinheit benachteiligt, besonders was die Sensorik betrifft. Ich halte eine Situation, in der eine ASW-Fregatte ein U-Boot aufspürt ohne, dass das U-Boot die ASW-Fregatte aufspürt, für praktisch unmöglich.
Da unsere Einheit hier immer früher aufgeklärt werden würde als das U-Boot, das wir bekämpfen sollen, würde ich eher sagen, dass Detektionsreichweite die absolute Priorität ist. Egal ob man dabei entdeckt wird oder nicht, ein U-Boot kann auf 50km keine Torpedos abfeuern, wir mit BHS hingegen schon.
Zitat:Das auf jeden Fall, nur warum sollte das ein Problem sein? Keine andere Marine fährt ihre ASW Einheiten so PDMS lastig zur See. RAM ist und bleibt die Last-Line-of-Defense in der AAW. Diese Überbetonung auf den deutschen Einheiten hat im Wesentlichen nur zwei Vorteile: es ist im Vergleich zu AAW-Layern größerer Reichweite deutlich billiger und schiffbaulich leichter zu integrieren als andere Lösungen. Wenn man der A-200 etwas vorwerfen kann, dann das Fehlen eines AAW-Layers oberhalb ESSM, aber nicht das 21 RAM fehlen.Da bin ich sogar ungefähr bei dir. Ich würde den gesamten Fähigkeitsbracket RAM gegen Lfk großer Reichweite tauschen wenn ich könnte, ohne mit der Wimper zu zucken.
Aber gerade die non-Existenz dieser sowohl auf der F126 wie auf der A200 lässt mich an dieser festhalten. Bis das mal in den Köpfen der Marine ist, gehen viele Jahre ins Land.
Sonst würde ich dir da absolut recht geben.

Zitat:Aha. Dann sind also alle anderen NATO-Einheiten ohne Missionsflächen oder Modularität für IKM ungeeignet?Die meisten anderen NATO-Marinen müssen diese Fähigkeiten nicht auf ihre Fregatten auslagern, weil sie anderweitig dazu befähigte Einheiten haben. Meistens Amphibs oder JSS. Dass die kein Modul Gewahrsam auf ihren Fregatten brauchen, ist dann ja wohl selbsterklärend.
Die die sowas nicht haben, neigen hingegen - genauso wie wir - zu Modularität, weil sie mehr aus ihren andere Einheiten herausholen müssen, als diese in ihren nativen Fähigkeiten mitbringen. Siehe z.b. Dänemark.
Zitat:Die Umkehrung dieser Argumentation wäre, dass die NATO ein echtes Problem hat, weil sich ja keiner außer den Deutschen an solche Anforderungen hält.Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ in der Ausstattung von Schiffen (meistens). Was für die einen funktioniert, muss nicht für andere funktionieren und was andere benötigen muss nicht für uns gelten. Wie gesagt, sowas ist kein „Deutscher Sonderweg“, Marinen schneiden ihre Schiffe eben jeweils auf sich zu wenn sie die Möglichkeit haben. Ich verstehe nicht, warum das kritikwürig sein soll, selbst auf den DMS bezogen. Es ist ja nicht so, als wenn Schiffe anderer Nationen nicht massiv verspätet und nicht mit technischen Kinderkrankheiten kommen würden, nur weil man sie nicht nach DMS baut.
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„roomsim“ schrieb:Die Pohjanmaa Klasse ist im Vergleich zur A-200 mit schwächerer AAW Bewaffnung, dafür aber MCM und Eisklasse für Finnland ausgestattet.Das ist auch durchaus der Fall, aber die Pohjanmaas sind doctrinal gesehen auch keine Fregatten. Auch Korvette ist eigentlich das falsche Wort, die sind ein Hybrid aus Korvette, Überwachungseinheit und Mine Warfare Vessel. Die fahren im LV/BV definitiv nicht nach Gotland, um von dort aus Konvois zu eskortieren. Zum einen weil sie als integrierter Teil der finnischen Luftverteidigung fungieren und zum anderen, da es ihnen dafür wie gesagt an Ausdauer fehlt.
Zitat:Das die A-200 keine Eisklasse hat heißt aber nicht, das sie bei Eisgang nicht operieren kann, sondern das sie schneller an ihre Grenze stößt. Gleiches gilt auch für die K130(auch ohne Eisklasse)Was auch stimmt und auch ein Kritik meinerseits an beide ist. Zumal wir ja auch alle unsere Eisbrecher abwracken und keinen Ersatz beschaffen.
Zitat:Wie willst du mir Erklären, das die Pohjanmaa für Küstenschutz geeignet ist, die A-200 mit gleicher Größe und Tiefgang aber nicht?Weil wir keine Küste zum schützen haben. Die finnische Küste kann man für sowas nutzen da sie a) entsprechend nah am Feind liegt und b) genauso wie Schweden umgehen von Inseln und Clutter ist, die man als Deckung nutzen kann.
Das ist aber nicht das, was wir im Rahmen von LV/BV tun würden. Wir haben nicht den Luxus uns auf die Küstenverteidigung zu fokussieren, wir müssen die Ostsee kontrollieren damit uns Finnland und das Baltikum nicht aushungern. Küstenschutz im finnischen oder bspw auch schwedischen Stil ist für uns keine Option.
