31.01.2026, 17:38
Im Nachgang ein Artikel von TELEPOLIS:
Zitat:Von Verbündeten zu Feinden: Pakistan und die Taliban im ClinchDer Artikel ist zwar schon vom 24. Oktober 2025, aber auch im Nachgang recht erhellend:
Zitat:Die Bombardierung Kabuls durch Pakistan eskalierte die Lage im Oktober. Nun verhandeln beide Seiten in Doha, allerdings mit wenig Aussicht auf Erfolg.ich denke, der Iran ist tatsächlich perspektivisch der wichtigere Partner für Afghanistan. Dafür spricht nicht nur der ständige Konflikt von Bevölkerungsgruppen, die auf beiden Seiten der Grenze leben, mit der pakistanischen Regierung - sondern die bis zur Kolonialzeit enge Verbindung und gemeinsame Geschichte und Kultur zwischen Iranern und Afghanen, die immer noch in einer starken Betonung der islamischen Prägung in beiden Ländern (aber mit unterschiedlichen Ausformungen) erkennbar ist.
Seit die Nato aus Afghanistan abgerückt ist, hat es immer wieder Schwierigkeiten zwischen Islamabad und Kabul gegeben. So hat Pakistan die Durand-Linie in den vergangenen Jahren zunehmend befestigt und afghanische Flüchtlinge zur Rückkehr gezwungen. Doch am zweiten Oktoberwochenende eskalierten beide Länder plötzlich auch militärisch.
Die Gefechte begannen in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2025, nachdem die afghanischen Taliban – aber nach pakistanischen Angaben auch die von Indien unterstützte Fitna-al-Khawarij – einen Angriff entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze gestartet hatten. Laut pakistanischer Darstellung ist dieser Angriff unprovoziert erfolgt.
Fitna-al-Khawarij ist ein Begriff, den Islamabad für Terroristen verwendet, die der verbotenen Tehreek-i-Taliban Pakistan (TTP) angehören, einer paschtunischen Splittergruppe mit engen Verbindungen nach Kabul, während Fitna-al-Hindustan ein Begriff ist, den der Staat für terroristische Organisationen in Belutschistan verwendet.
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Afghanistan hat eine Menge zu verlieren
Vielleicht werden die wirtschaftlichen Realitäten Kabul letztlich zur Einsicht zwingen. Denn als Binnenstaat ist Afghanistan für den Zugang zu den globalen Märkten stark von Pakistans Infrastruktur abhängig. Zudem ist Pakistan der mit Abstand wichtigste Handelspartner Kabuls. Afghanistan bezieht Reis, Obst und Gemüse, pharmazeutische Produkte, verarbeitete Lebensmittel, Zement, Kunststoffe sowie Motorräder und Traktoren aus dem Nachbarland.
Zwar hat Afghanistan bereits in der Vergangenheit nach alternativen Handelswegen gesucht, um seine Abhängigkeit von Pakistan zu verringern, insbesondere über den Iran. Zudem sollen regionale Handelsinitiativen wie das CAREC-Programm die Verbindungen zu den zentralasiatischen Ländern im Norden Afghanistans verbessern helfen und weitere Handelswege eröffnen.
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