Vor 5 Stunden
(Vor 10 Stunden)DeltaR95 schrieb: Das kann auch nur jemand versuchen, der keine Ahnung hat, was es bedeutet eine Schiffsklasse in Dienst zu stellen. Die Bundeswehr ist bzw. war schon überfordert, ein Schiff pro Jahr in Dienst zu stellen bzw. ausreichend Besatzungen für F125 aufzustellen.
Solange sich der Wald an Prozessen der Bundeswehr, der der Ablieferung so eines Schiffes folgt, nicht radikal gelichtet wird, ist das der berühmte letzte Sargnagel für die Marine.
NVL hat eine F126 ab 2035 in Aussicht gestellt, in diesem Jahr soll auch F127 zulaufen. Die Bundeswehr müsste zwei hochkomplexe Schiffsklassen in denselben Jahren in die Flotte bringen. Das kann nur schief gehen.
Mit Glück wäre ja die Auslieferung der A-200 in 2034 abgeschlossen.
Die "Entscheider" da oben sind scheinbar im Kaufrausch, haben allerdings keine Ahnung, was ihr Unterbau an Wundern vollbringen müsste, um diese ganzen Schiffe auch betreibbar zu bekommen.
Mit diesem Schlingerkurs wäre die Marine vielleicht 2045 wieder kriegstüchtig. Nur mal so nebenbei, wenn die erste F126 in 2035 kommt, kann man direkt schon mit den Planungen für Hardware- und Software-Refresh und ein MLU beginnen.
Die Bundeswehr und unsere Marine vergisst immer gerne, dass so ein Schiff nicht 30 Jahre unverändert nutzbar ist, sondern der Kampfwert bedingt durch technologischen Fortschritt langsam erodiert. Um diesen wieder zu erhöhen, gibt es das MLU.
Wie soll diese Bundeswehr das leisten? Die haben nicht mal den Nachbau (!) einer Korvette hinbekommen.
Hätte die Bundeswehr sich dort mal endlich in eine internationale Nutzergemeinschaft eingekauft (z.B. Type 26) hätten die Nationen ihren Workshare und die Kosten aufteilen können. Dadurch, dass jetzt alles wieder nationale Sonderlösungen werden, bleibt die ganze Arbeit an der Bundeswehr hängen oder man macht es halt wie bei F124 und wundert sich nach 20 Jahren Dienst, dass man ein Museum zur See fährt, dem der Haupteffektor und damit die Hauptfähigkeit wegbricht.
Auch hier im Forum müssen manche noch lernen, dass vielleicht 1 % der Gesamtarbeitsleistung, die man benötigt um so ein Schiff zu realisieren, auf die Konzeption entfällt. Die übrigen 99 % sind dann die Realisierung mit vielleicht 30 % und dann fast 70 % an Arbeiten in der Nutzungsphase, damit das Objekt der Begierde auch auf dem Stand bleibt, den es haben muss, um mit dem schnellen Wandel der Technologie Schritt zu halten.
Bestes Beispiel auch hier: Die F126 ist eine ASW-Fregatte, die von Anfang an ohne Decoys gegen Torpedos geplant wurde. Sowas ist seit Jahrzehnten Standard auf ASW Fregatten der NATO und diese Fähigkeit im Wert von ein paar Millionen EURO für alle Schiffe hat man einfach mal weggespart. Dabei hat sogar Rheinmetall um 2012 herum schon eine Erweiterung von MASS mit Soft-Kill-Decoys gegen Torpedos vorgestellt.
Aber nein, stattdessen hofft man auf das Wunder, dass wir den Sea Spider und die dafür notwendige Sensorik zum Laufen kriegen.
Dies ist für mich ein Paradebeispiel, dass die Bundeswehr bedingt durch ihre Prozesse nicht in der Lage ist, die 80 % Lösung umzusetzen, sondern lieber der 100 % Lösung über Jahrzehnte hinterher rennt. Getreu dem Motto "Wenn ich nicht das Beste haben kann, will ich gar nichts!".
Erste F 126 ab 2035? Dachte es hieß 4 Jahre Verspätung das wäre dann eigentlich 2032. Machste nix.
