Gestern, 12:37
(29.01.2026, 15:23)voyageur schrieb: ...da stellt sich auch die Frage, ob es GröPaZ und seiner Truppe gelingt, Europa (und nicht nur die EU-Mitglieder) zu spalten. Und das "spalten" bezieht sich nicht nur auf politische Akteure, sondern auch auf das gesellschaftliche Ethos, auf die Frage, wie man in einer Gesellschaft miteinander und mit andren Lebensentwürfen umgeht.
Französischer Außenminister: Die EU muss bereit sein, diejenigen abzuschrecken, die das Territorium eines EU-Landes bedrohen
DR (dänisch)
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Konkret: wir haben eine starke Betonung der individuellen Persönlichkeitsrechte. "Jeder soll nach seiner Facon seelig werden" hat sich nicht nur im alten Preußen durchgesetzt. Die Menschen- und Grundrechte sind Kern der europäischen Genetik, unserer politischen "Freiheitskultur".
Dazu meint Maja Göpel, Politökonomin und Transformationsforscherin in einem Intervies:
"Deutschland ist das Spielfeld, um die Europäische Union kaputtzumachen"
Zitat: ...und weiter:
Momentan haben wir andere Regeln als in den USA, vor allem, was Transparenz angeht und die Größenordnung von Geld, das in politische Parteien fließt. Trotzdem steht die Frage im Raum, wie wir die politische Kultur gegen autoritäre Entwicklungen schützen wollen. Denn diese Kultur wird auch in Deutschland bewusst normalisiert, dafür lassen sich Krisen sehr gut nutzen. "Die Anderen" sind eben nicht gut genug, sind zu woke oder zu ausländisch, da muss jetzt mal jemand aufräumen. Deutschland ist das Spielfeld, um die Europäische Union kaputtzumachen. Die USA haben in ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie genau ausbuchstabiert, wen sie für "Regime Change" unterstützen wollen, und mischen über Social Media fröhlich mit. Insbesondere X ist zum Sprachrohr dessen geworden, was weiße, männliche Überlegenheit genannt wird. Nationalstolz bedeutet in Europa dann praktischerweise auch gleich, uns kleinzumachen.
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Zitat:Wie meinen Sie das?und damit wäre das eigentlich auch ein Beitrag für das Thema "Kulturen im Konflikt"
Sehen wir uns die Vereinigten Staaten an: ein Plural. Dieser Zusammenschluss hat einen starken Akteur hervorgebracht. Europa ist nun die Mindestgrößenordnung, mit der wir im geopolitischen Spiel mithalten können, national gedacht ist auch Deutschland viel zu klein. Ob Nationalismus Stärke ist, hängt von der Größe der Nation ab.
Steuern Europa und Deutschland der Politik von Trump nicht stark genug entgegen? Gibt es überhaupt einen richtigen Weg im Umgang mit Trump?
Was Trump immer wieder macht, sind absolut offensichtliche Grenzüberschreitungen. Er tritt die bisherigen Abkommen, aber auch Umgangsformen mit den Füßen. Als Machtdemonstration. Und dafür will er auch noch bewundert werden, Thema Friedensnobelpreis. Bei solchen hoch narzisstischen Persönlichkeitsstrukturen hilft nur eine ausreichende Gegenmacht, die ihm zeigt, dass er mit seinem Verhalten so nicht durchkommt. Aus meiner Sicht wurde Trump zu viel Spielraum gegeben in der Hoffnung, dass er vielleicht noch beidreht. Jetzt hat er die Erfahrung gemacht, mit seinen Unverschämtheiten durchzukommen. In Davos formierte sich in der Grönlandfrage zum ersten Mal ein "bis hierhin und nicht weiter". Der kanadische Premierminister Carney hat in seiner Rede auch skizziert, dass es jetzt eine gut organisierte Allianz braucht, die einen eigenen Weg beschreitet.
Welche Rolle spielt Europa dabei?
Europa muss hier Partner werden, auch wenn das natürlich Risiken mit sich bringt. Wir müssen kurzfristig Vergeltung in Kauf nehmen, um mittelfristig überhaupt noch handlungsfähig zu bleiben. So was fällt Demokratien nicht leicht, dafür braucht es Vertrauen in die politische Führung. Da sehen wir in den nordischen Ländern eine andere Entschlossenheit als in Deutschland.
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