31.01.2026, 11:00
Zitat:Aktuell ist letzteres das Ziel, ja. Und die zwei wirtschaftlichen Fragen, die sich stellen sind:Air Launched Satellites Systeme waren schon vor wiederverwendbaren Raketen eine Nische. Es gibt wirtschaftlich betrachtet keinen Sinn sich ein exotisches Startgerät vorzuhalten, dass sehr kleine und kompakte Nutzlasten in wahrscheinlich nur sehr überschaubare Orbitalhöhen verbringen kann, wenn man effektiv für die gleichen oder geringeren Kosten einen beliebig konfigurierten Satelliten in etwa einem Starship mitnehmen kann.
1) Kann eine wiederverwendbare Hauptstufe aus Turbofan (kein Turbojet übrigens) und Aerospike effizienter als eine wiederverwendbare Raketenstufe sein?
2) Kann der Flugbereich einer so angetriebenen Hauptstufe tatsächlich soweit nach oben erweitert werden, dass es signifikante Einsparungen bei der Oberstufe für den LEO gibt?
Beides muss in Kombination betrachtet werden.
Du betonst immer die Wichtigkeit der Flexibilität der Startplattform; ich würde dagegen argumentieren, dass schier grenzenlose Flexibilität bei er Nutzlast viel wichtiger ist.
Es wird dabei auch immer einfacher sein, einen Satelliten mit einer kleinem Orbitale Manövrierstufe in den richtigen/speziellen Orbit zu manövrieren, wenn er durch eine wiederverwendbare Rakete schon in den Orbit gebracht wurde, als die Orbital Insertion durch eine notgedrungen viel leistungsfähigere/größere/schwere zweite Stufe selbst vorzunehmen.
Zitat:Zu a) gilt zu sagen, dass der potenzielle Passagierjet ein Ersatz für die Turbofans sein kann, aber nichts mit der Frage zu tun hat, ob nicht ein Aerospike-Triebwerk für den dann folgenden Aufstieg eine sinnvollere Wahl gegenüber einem klassischen Raketentriebwerk sein kann oder nicht. Und für b) gilt, dass das doch auch nicht das Ziel sein muss, nur weil die Konfiguration jetzt so aussieht. Ein späterer Verzicht auf die Turbofans dürfte das geringste Problem sein.Womöglich ist eine Kombination Passagierjet – große Oberstufe mit Aerospike ähnlich sinnvoll wie ein konventionelles Raketentrieb. Aber wozu das Ganze? Ob Aerospike oder konventionelles Triebwerk – die Leistungsdaten in dieser Kombination werden sich am Ende des Tages nicht um Größenordnungen unterscheiden und gegenüber konventionellen Raketen immer zurückfallen. Es bleibt dabei: die Entwicklung dieses Aerospike Triebwerks mag technisch faszinierend sein, ist in der Anwendung dann aber schlicht nicht notwendig.
Ein späterer Verzicht auf Turbofans ist dann sicherlich nicht „das geringste“ Problem, sondern würde ein komplettes Neudesign des Triebwerks und des Raumfahrzeugs selbst bedingen.
Zitat:Unternehmerisch wird die Firma entweder scheitern oder auch nicht, die Erkenntnisse bleiben aber vorhanden und reihen sich ein in die lange Liste der Ergebnisse von Experimenten, die uns technologisch mal mehr mal weniger weiter brachten. Und "die Konkurrenz" auf unternehmerischer Seite wird staatlich ebenso gefördert, niemand außer dem Unternehme selbst setzt sein Geld nur auf ein Pferd (wobei das ja auch das Unternehmen selbst nicht machen will, was mich mehr beunruhigt).
Es sollten keine Steuermittel in die Entwicklung und Konstruktion von Raumfahrzeugen fließen, die am Markt und am militärischen Bedarf vorbei entwickelt werden. Auch dann nicht wenn dabei faszinierend nutzlose Technologien erforscht werden, die alsbald in irgendwelchen Archiven Staub ansetzen. Das ganze Vorhaben ist eine Verschwendung – von Steuergeld und auch des Talents und Expertise, die in diesem Projekt gebunden ist. Gäbe auch in diesem Sektor wichtigere Projekte als die Entwicklung eines Aeropsike TSTOs.
Zitat:Habe ich lang genug, bis er meinte, über die notwendige Industriepolitik hinaus auf geradezu groteske Art und Weise politisch aktiv werden zu müssen. Hätte er seine Energie mehr in seine technologischen Ideen gesteckt, wäre das für alle, für die Menschheit und für ihn selbst, besser gewesen. Genie und Wahnsinn halt. Bei einem Start des Starships wäre ich trotzdem gerne mal dabei, so wie früher bei den Falcons (die gute alte Zeit).Genie bekommt man eben nicht immer ohne Wahnsinn. Starship geht seinen Gang, egal ob Elon de Master Edgelord auf X gibt oder mal ne Regierungsbehörde schröpft. Wer sich da hineinsteigert sollte sich fragen, wie die Geschichte ihn einmal bewerten wird, wenn er mit Starship dahin kommt wo er hin will. Dann werden seine sonstigen Aktivitäten höchstens noch zur skurrilen Fußnote, wie schon bei so manchen Großen der Weltgeschichte.
