30.01.2026, 15:31
(30.01.2026, 14:41)Nightwatch schrieb: Das ist grundsätzlich richtig. Würde man das gleiche Konventionelle Triebwerk für alle Stufen einer Rakete verwenden wäre eine Aerospike Variante die bessere Lösung. Nur ist es ja der Vorteil konventioneller mehrstufiger Raketen, für jedes Flugregime ein extra optimiertes Triebwerk einzusetzen.
Es kann dann auch in irgendeinem Szenario aufgrund diverser entwicklungspolitischer Sachzwänge so sein, dass das optimale verfügbare Triebwerk für eine Oberstufe einer konventionellen Rakete ein Aerospike ist. In der Realität war es anders herum, schlicht weil konventionelle, vakuumoptimierte Glockendüsen-Triebwerke eine risikolose massenbewusste Lösung versprechen.
Nur wie gesagt, wir schreiben hier eigentlich über einen potentiellen SSTO, nicht über eine Mehrstufenrakete. Das ist ein fundamental anderes Raumfahrzeug das ganz anderen Prämissen unterliegt.
Die Vision der Firma ist nun mal ein quasi-SSTO mit (nicht vorhandenen) Potential zum wirklichen SSTO. Faktisch bauen sie einen TSTO mit nicht wiederverwendbarer Oberstufe und Turbojets + Aerospikes als Startflugzeug.
Meine Position dazu ist, dass es a) für einen TSTO keine exotische Startplattform mit Aerospikes benötigt (tatsächlich reicht dafür ein Passagierjet!) und b) es physikalisch unmöglich ist einen SSTO mit einer Turbojet+Aerospike Kombo zu entwickeln.
Nichts was mir hier schreiben scheint mir ein stichhaltiges Argument gegen diese beiden Positionen zu sein. Stattdessen gleiten wir in Nebenkriegsschauplätze ab.
Ok? Ich bezweifle ja nicht, dass ein TSTO mit Aerospike grundsätzlich machbar ist. Aber viele Dinge sind technisch machbar. Das heißt aber nicht, dass es keine technisch deutlichen einfacheren Lösungen gäbe, das Ding dann einen militärischen UseCase oder einen Markt hat, die Firma in der Lage ist das Ding zu entwickeln oder ihre ganzen zusätzlichen Versprechungen umsetzbar sind.
Sagen wir es doch wie es ist. Die Herrschaften dort haben ein technisch interessantes Triebwerk gebastelt und werden damit gerader praller Bundeswehrkassen ein technisch interessantes Experimentalflugzeug kreieren in dem vma alles DLR Knowhow der letzten fünfzig Jahre steckt. Am Ende hat man dann einen Prototypen für den Porsche unter den TSTOs, während die Konkurrenz längst auf Flugtaxis in Form wiederverwendbarer VTVL Raketen umgestiegen ist.
Come to the dark side, embrace the Elon.
Ich bin auch kein Ingenieur, verfolge den Aerospace-Sektor aber dann doch interessiert genug um zwischen ambitionierten Zielen und übersteigerten Zweckoptimismus zu unterscheiden. In dem Sektor mit so einer Website aufzutreten muss man erst mal bringen. Übersteigt auf dem Niveau wo sie agieren Elons Marskolonien bei weitem.
Aber hey, funktioniert hat es bei der Bundeswehr ja, von daher lebt es sich damit wahrscheinlich sehr ungeniert.
Festzuhalten ist doch, dass bei Polaris ein relativ Risiko armes Vorgehen gewählt wird:
Finanzierung step by step,.. von Milestone zu Milestone.... Vom 3m Demonstator zum 8m Demonstator usw usw.
Das finanzielle Risiko bleibt überschaubar... Der Kenntnis Gewinn enorm.
So wird in der Industrie inzwischen weltweit geforscht.... Die MUSK Methode halt.
Und die Bundeswehr gibt der Forschung Gruppe die Sicherheit, dass sie nicht mittendrin pleite gehen wegen ein paar fehlender 10.000€ (was bei startups sonst oft genug geschieht)
Ich sehe dem Ganzen Projekt positiv entgegen... Und selbst wenn kein fertiger High Speed Aufklärer oder Waffen Träger bei raus kommt... Es wird anderweitig eine Menge Wissen bringen für die Deutsche Luft und Raumfahrt... Ganz unabhängig von Frankreich, Airbus oder USA.

